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Ines Schwerdtner ist seit Oktober 2024 Co-Bundesvorsitzende der Partei Die Linke und seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Publizistin hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einer zentralen Figur der deutschen Linken entwickelt und steht für den Versuch, die Partei nach internen Krisen neu auszurichten. Ihre politische Arbeit fokussiert sich auf soziale Gerechtigkeit und die Stärkung ostdeutscher Interessen.
Inhaltsverzeichnis
- Wer ist Ines Schwerdtner? Herkunft und Werdegang
- Publizistische Karriere: Von Jacobin zur Politik
- Der politische Aufstieg: Wie Ines Schwerdtner Parteivorsitzende wurde
- Die politischen Positionen von Ines Schwerdtner
- Kontroversen und Kritik
- Ines Schwerdtner im Bundestag
- Fazit: Welche Zukunft hat Die Linke mit Ines Schwerdtner?
Das Wichtigste in Kürze
- Amt: Ines Schwerdtner ist seit dem 19. Oktober 2024 gemeinsam mit Jan van Aken Bundesvorsitzende der Partei Die Linke.
- Bundestag: Seit der Bundestagswahl 2025 ist sie direktgewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg.
- Herkunft: Geboren am 26. August 1989 in Werdau, Sachsen, wuchs sie teilweise in Hamburg auf und bezeichnet sich als «Wendekind».
- Beruflicher Werdegang: Vor ihrer politischen Karriere war sie als Publizistin tätig und Mitgründerin sowie Chefredakteurin der deutschen Ausgabe des sozialistischen Magazins «Jacobin».
- Politischer Fokus: Ihr Motto lautet «Streiten für den Osten». Sie will sich insbesondere für soziale Gerechtigkeit, eine starke Wirtschaftspolitik für die Mehrheit und Antifaschismus einsetzen.
- Partei-Eintritt: Schwerdtner trat erst im Sommer 2023 der Partei Die Linke bei.
- Privates: Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin. Seit 2023 ist sie mit dem österreichischen KPÖ-Politiker Robert Krotzer liiert.
Der politische Werdegang von Ines Schwerdtner ist, Stand 29.05.2026, von einem schnellen Aufstieg geprägt. Innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr nach ihrem Parteieintritt wurde sie an die Spitze der Linken gewählt. Dieser Weg vom Journalismus in die aktive Politik macht sie zu einer bemerkenswerten Figur in der deutschen Parteienlandschaft. Doch wer ist die Frau, die der Linkspartei nach der Abspaltung des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) neuen Halt geben soll?
Wer ist Ines Schwerdtner? Herkunft und Werdegang
Ines Schwerdtner wurde am 26. August 1989 in Werdau im damaligen DDR-Bezirk Karl-Marx-Stadt geboren. Ihre Biografie ist durch die Wendezeit geprägt; die Familie zog nach der Wiedervereinigung nach Hamburg-Harburg. Diese Erfahrungen als «Wendekind» beeinflussen bis heute ihr politisches Denken und ihren Fokus auf die ostdeutschen Bundesländer. Nach dem Studium der Politikwissenschaft und Anglistik in Berlin und einem Master in Politischer Theorie in Frankfurt am Main begann sie ihre berufliche Laufbahn.
Schon während des Studiums engagierte sie sich in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bevor sie sich vollends der Parteipolitik zuwandte, war sie zudem in der Berliner Initiative «Deutsche Wohnen & Co. enteignen» aktiv. Privat ist Schwerdtner Mutter eines Sohnes und führt eine Beziehung mit dem Grazer KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer.
Publizistische Karriere: Von Jacobin zur Politik
Vor ihrem Eintritt in die Politik machte sich Ines Schwerdtner einen Namen als scharfsinnige Publizistin. Ab 2014 koordinierte sie die marxistisch-wissenschaftliche Zeitschrift «Das Argument». Ein entscheidender Schritt war 2020 die Gründung der deutschsprachigen Ausgabe des US-sozialistischen Magazins «Jacobin», die sie bis 2023 als Chefredakteurin leitete. Mit «Jacobin» wollte sie dem Sozialismus eine «frische neue Stimme» geben und linke Debatten prägen. Diese Tätigkeit verschaffte ihr eine hohe Bekanntheit in linken Kreisen und legte den Grundstein für ihre spätere politische Karriere.
Der politische Aufstieg: Wie Ines Schwerdtner Parteivorsitzende wurde
Schwerdtners Parteikarriere bei Die Linke verlief rasant. Erst im Sommer 2023 trat sie auf Anregung der langjährigen Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch in die Partei ein. Nur wenige Monate später, im November 2023, kandidierte sie auf Platz 5 der Parteiliste für die Europawahl 2024, verpasste den Einzug ins Parlament jedoch. Der entscheidende Wendepunkt kam nach der Abspaltung des BSW, die Die Linke in eine tiefe Krise stürzte.
In dieser Phase des Umbruchs positionierte sich Schwerdtner als Hoffnungsträgerin. Auf dem Bundesparteitag in Halle (Saale) am 19. Oktober 2024 wurde sie mit 79,8 % der Stimmen zur neuen Co-Vorsitzenden gewählt, gemeinsam mit dem erfahrenen Politiker Jan van Aken. Ihre Wahl galt als Signal für einen Neuanfang und den Versuch, die Partei als «organisierende Klassenpartei» neu zu definieren. Bei der Bundestagswahl 2025 gelang ihr zudem der direkte Einzug ins Parlament durch den Gewinn des Wahlkreises Berlin-Lichtenberg.
Die politischen Positionen von Ines Schwerdtner
Ines Schwerdtner vertritt klar sozialistische Positionen und ordnet sich dem gewerkschaftsnahen Flügel ihrer Partei zu. Ihr politisches Credo fasst sie unter dem Motto «Streiten für den Osten» zusammen. Sie sieht in der Stärkung des Sozialstaats das wirksamste Mittel gegen den Aufstieg der politischen Rechten. Weitere zentrale Forderungen sind:
- Wirtschafts- und Sozialpolitik: Sie fordert eine «Wirtschaftspolitik für die Mehrheit» und kritisiert, dass Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Mieten die Menschen stark belasten. Zudem spricht sie sich klar für die Einführung einer Vermögenssteuer aus, um Investitionen in Infrastruktur und Daseinsvorsorge zu finanzieren. Ein zentrales Anliegen ist ihr der Kampf gegen die Kürzung von Sozialleistungen, wie sie zuletzt im Mai 2026 bei Pressekonferenzen betonte.
- Außenpolitik: Schwerdtner kritisiert eine zunehmende Militarisierung und Aufrüstung. Im Nahostkonflikt fordert sie einen sofortigen Waffenstillstand und die Freilassung der israelischen Geiseln, bezeichnet die israelische Reaktion auf den Hamas-Terror vom 7. Oktober jedoch als unverhältnismäßig.
- Gesellschaftspolitik: Sie versteht Antifaschismus als untrennbar mit dem Aufbau eines starken Wohlfahrtsstaates verbunden. Ihr Ziel ist es, den Menschen durch soziale Sicherheit Ängste zu nehmen und so den Nährboden für rechte Ideologien zu entziehen.
Ihre politischen Ansichten teilt sie regelmäßig in Bundestagsreden, wie beispielsweise zur humanitären Lage in Gaza oder zur Forderung nach einer Übergewinnsteuer für Kriegsprofiteure. Als Politikerin sucht sie bewusst die klare und verständliche Sprache, die auch wie eine Schlagzeile in einer Boulevardzeitung klingen darf, um Aufmerksamkeit für ihre Themen zu erzeugen. Eine detailliertere Auseinandersetzung mit der Programmatik der Linken findet sich auf der offiziellen Webseite der Partei.
Kontroversen und Kritik
Trotz ihres schnellen Aufstiegs ist Ines Schwerdtner nicht unumstritten. Im März 2026 sah sie sich mit Vorwürfen des Antisemitismus innerhalb ihrer Partei konfrontiert, nachdem der Landesverband Niedersachsen einen antizionistischen Beschluss gefasst hatte. Schwerdtner distanzierte sich zwar von dem Beschluss, wehrte sich aber gegen den pauschalen Antisemitismus-Vorwurf. Bereits im September 2025 sorgte sie für Kritik, als sie einen Schal trug, auf dem israelische Städte mit arabischen Namen bezeichnet wurden, was als antisemitisch kritisiert wurde. Sie distanzierte sich später von dem Motiv.
Auch ihre scharfe Rhetorik, wie etwa in Auseinandersetzungen mit der AfD, die sie der Finanzierung durch Oligarchen bezichtigte, führte zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Diese Kontroversen zeigen die Herausforderungen, mit denen sie als Vorsitzende einer Partei konfrontiert ist, die in vielen gesellschaftlichen Fragen tief gespalten ist. Mehr zu aktuellen politischen Debatten finden Sie auch in unserem Artikel über den Prozess um Christina Block.
Ines Schwerdtner im Bundestag
Seit ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 2025 nutzt Ines Schwerdtner die parlamentarische Bühne, um ihre politischen Anliegen voranzutreiben. Sie ist direktgewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg, eine traditionelle Hochburg der Linken. Ihre Arbeit im Parlament wird auf der offiziellen Webseite des Bundestages dokumentiert. Dort vertritt sie die Positionen ihrer Fraktion und setzt sich in den Ausschüssen für ihre Kernthemen ein. Die Herausforderungen im Parlament sind jedoch groß, insbesondere nach dem Wiedereinzug der Partei, die bei der Wahl 2025 eine Zitterpartie erlebte. Die politische Landschaft hat sich verändert, was auch die Arbeit von Politikern wie Thorsten Frei von der CDU beeinflusst.
Steckbrief: Ines Schwerdtner
| Merkmal | Information | Quelle |
|---|---|---|
| Vollständiger Name | Ines Schwerdtner | Bundestag.de |
| Geburtsdatum | 26. August 1989 | Wikipedia |
| Geburtsort | Werdau, Sachsen | Bundestag.de |
| Partei | Die Linke | Die-Linke.de |
| Aktuelle Ämter | Co-Bundesvorsitzende (seit 10/2024), MdB (seit 2025) | Wikipedia |
| Ausbildung | M.A. Politische Theorie | Munzinger |
| Frühere Tätigkeit | Chefredakteurin «Jacobin» (2020-2023) | Rosa-Luxemburg-Stiftung |
| Familienstand | Ledig, ein Kind | Bundestag.de |
Fazit: Welche Zukunft hat Die Linke mit Ines Schwerdtner?
Die Zukunft der Partei Die Linke ist eng mit dem Erfolg ihrer Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner verknüpft. Sie steht vor der gewaltigen Aufgabe, eine geschwächte und zerstrittene Partei zu einen und ihr in einem polarisierten politischen Umfeld wieder eine klare Stimme zu verleihen. Ihr Fokus auf soziale Gerechtigkeit und die Interessen Ostdeutschlands ist ein Versuch, die Partei wieder bei ihrer Kernwählerschaft zu verankern. Ob es ihr gelingt, die Linke aus der Krise zu führen und als relevante politische Kraft zu etablieren, wird eine der spannendsten Fragen der kommenden Jahre in der deutschen Politik sein.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Ines Schwerdtner
Was sind die politischen Hauptziele von Ines Schwerdtner?
Ines Schwerdtner konzentriert sich auf soziale Gerechtigkeit, die Stärkung der Rechte von Arbeitnehmern und eine Wirtschaftspolitik, die der Mehrheit der Bevölkerung zugutekommt. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Vertretung der Interessen Ostdeutschlands unter dem Motto «Streiten für den Osten».
Seit wann ist Ines Schwerdtner Co-Vorsitzende der Linken?
Sie wurde am 19. Oktober 2024 auf dem Bundesparteitag in Halle (Saale) zusammen mit Jan van Aken zur Co-Bundesvorsitzenden der Partei Die Linke gewählt.
Für welche Zeitschrift hat Ines Schwerdtner gearbeitet?
Vor ihrer politischen Karriere war sie Mitgründerin und von 2020 bis 2023 Chefredakteurin der deutschen Ausgabe des sozialistischen Magazins «Jacobin». Zuvor war sie Koordinatorin der Zeitschrift «Das Argument».
Ist Ines Schwerdtner Mitglied im Bundestag?
Ja, seit der Bundestagswahl 2025 ist sie direktgewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg und Mitglied des Deutschen Bundestages.
Wo wurde Ines Schwerdtner geboren?
Ines Schwerdtner wurde am 26. August 1989 in Werdau im heutigen Sachsen geboren.