„Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt“ – dieser Satz mag in manchen Köpfen noch herumspuken, doch er ist längst überholt. Eine vaginale geburt nach kaiserschnitt ist in vielen Fällen möglich und sicher. Die Entscheidung sollte jedoch immer individuell getroffen und mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Was ist eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC)?
Eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt, oft als VBAC (Vaginal Birth After Cesarean) abgekürzt, bezeichnet den Versuch einer natürlichen Geburt bei einer Frau, die zuvor bereits einen Kaiserschnitt hatte. Es ist eine Option für viele Frauen, die sich eine vaginale Geburt wünschen, birgt aber auch gewisse Risiken, die sorgfältig abgewogen werden müssen.
Auf einen Blick
- VBAC ist oft möglich, aber nicht immer die beste Wahl.
- Die Entscheidung sollte individuell mit dem Arzt getroffen werden.
- Risiken wie Uterusruptur müssen berücksichtigt werden.
- Erfolgsraten liegen im Durchschnitt bei 73 Prozent.
Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt?
Ob eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören:
- Art des vorherigen Kaiserschnitts: Ein niedriger, quer verlaufender Schnitt in der Gebärmutter ist günstiger als ein vertikaler Schnitt.
- Anzahl der vorherigen Kaiserschnitte: Nach mehreren Kaiserschnitten steigt das Risiko für Komplikationen.
- Grund für den vorherigen Kaiserschnitt: War der Kaiserschnitt aufgrund einer dauerhaften Komplikation (z.B. Beckenenge) notwendig, ist eine vaginale Geburt möglicherweise nicht möglich.
- Gesundheit der Mutter: Übergewicht, bestimmte Vorerkrankungen oder Komplikationen in der aktuellen Schwangerschaft können gegen eine VBAC sprechen.
- Gewicht des Babys: Ein sehr hohes Geburtsgewicht (über 4.250 Gramm) kann das Risiko erhöhen.
- Zeitlicher Abstand zum vorherigen Kaiserschnitt: Ein Abstand von weniger als einem Jahr kann problematisch sein.
Ein konkretes Beispiel: Sarah hatte vor drei Jahren einen Kaiserschnitt, da ihr Baby in Beckenendlage lag. Nun ist sie wieder schwanger und wünscht sich eine natürliche Geburt. Nach ausführlicher Beratung mit ihrem Arzt und unter Berücksichtigung aller Faktoren, steht einer VBAC nichts im Wege. (Lesen Sie auch: Stimmt das?: Geburtsmythen: Einmal Kaiserschnitt – immer…)
Welche Risiken sind mit einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt verbunden?
Das Hauptrisiko bei einer VBAC ist die Uterusruptur, ein Riss der Gebärmutter an der Narbe des vorherigen Kaiserschnitts. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) kommt ein Gebärmutterriss bei 0,5 bis 2 von 10.000 Geburten vor. Eine solche Ruptur kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein und erfordert einen sofortigen Kaiserschnitt. Weitere Risiken sind:
- Infektionen: Wie bei jeder vaginalen Geburt besteht ein Infektionsrisiko.
- Blutungen: Stärkere Blutungen können auftreten.
- Verlängerter Geburtsverlauf: Die Geburt kann länger dauern als bei Frauen ohne vorherigen Kaiserschnitt.
- Notkaiserschnitt: Trotz des Versuchs einer vaginalen Geburt kann ein Kaiserschnitt notwendig werden.
Eine sorgfältige Überwachung während der Geburt ist entscheidend, um im Notfall schnell reagieren zu können. Viele Kliniken bieten spezielle VBAC-Geburten an, bei denen ein erfahrenes Team bereitsteht.
Wie bereite ich mich auf eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt vor?
Eine gute Vorbereitung ist das A und O für eine erfolgreiche VBAC. Hier einige Tipps:
- Ausführliche Beratung: Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Wünsche und Ängste. Holen Sie sich eine Zweitmeinung, wenn Sie unsicher sind.
- Informieren Sie sich: Lesen Sie Fachartikel und Bücher über VBAC. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) bietet umfassende Informationen.
- Geburtsvorbereitungskurs: Ein spezieller Kurs für VBAC kann Ihnen helfen, sich optimal vorzubereiten.
- Körperliche Fitness: Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können Ihre Chancen auf eine erfolgreiche vaginale Geburt erhöhen.
- Mentale Vorbereitung: Visualisieren Sie eine positive Geburtserfahrung und bauen Sie Stress ab.
Was sind die Alternativen zur vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt?
Die Alternative zur VBAC ist ein geplanter Kaiserschnitt, auch Elektive Sectio genannt. Dies ist eine sichere Option, die jedoch auch mit Risiken verbunden ist, wie z.B.: (Lesen Sie auch: Gebäudeeinsturz Philippinen: Dutzende unter Trümmern Vermutet)
- Infektionen: Wie bei jeder Operation besteht ein Infektionsrisiko.
- Blutungen: Stärkere Blutungen können auftreten.
- Verletzungen benachbarter Organe: In seltenen Fällen können Blase oder Darm verletzt werden.
- Narkoserisiken: Wie bei jeder Operation unter Narkose bestehen gewisse Risiken.
- Erhöhtes Risiko für Komplikationen bei zukünftigen Schwangerschaften: Nach mehreren Kaiserschnitten steigt das Risiko für Plazentaprobleme.
Laut einer Meldung von Stern bringen in Deutschland zwei Drittel der Mütter nach einem Kaiserschnitt ihr nächstes Kind ebenfalls per Kaiserschnitt zur Welt. Es ist wichtig, alle Optionen sorgfältig abzuwägen und die Entscheidung zu treffen, die für Sie und Ihr Baby am besten ist.
Die Entscheidung für oder gegen eine VBAC betrifft werdende Eltern. Die Aufklärung und Vorbereitung sollte jedoch in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bietet umfassende Informationen und Leitlinien zum Thema VBAC.
Wie die Ärztezeitung berichtet, ist es wichtig, dass Kliniken über die notwendige Infrastruktur und das Personal verfügen, um im Falle einer Uterusruptur schnell handeln zu können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die psychische Gesundheit der Mutter. Familienplanung.de bietet Informationen und Unterstützung für werdende Eltern. (Lesen Sie auch: Philippinen Gebäudeeinsturz: Dutzende unter Trümmern?)
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sind die Erfolgschancen für eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt?
Die Erfolgsraten für eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt variieren zwischen 50 und 90 Prozent, im Durchschnitt liegt sie bei etwa 73 Prozent. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Gründe für den vorherigen Kaiserschnitt.
Welche Voraussetzungen müssen für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt erfüllt sein?
Wichtige Voraussetzungen sind ein niedriger, quer verlaufender Schnitt beim vorherigen Kaiserschnitt, keine medizinischen Gründe, die gegen eine vaginale Geburt sprechen, und ein ausreichend langer Abstand zum vorherigen Kaiserschnitt (idealerweise mehr als 18 Monate). (Lesen Sie auch: Meeresspiegelanstieg Ursachen: Thermische Ausdehnung als Hauptgrund)
Welche Risiken bestehen für Mutter und Kind bei einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt?
Das Hauptrisiko ist die Uterusruptur, ein Riss der Gebärmutter an der Narbe. Dies kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein. Weitere Risiken sind Infektionen, Blutungen und ein verlängerter Geburtsverlauf.
Kann ich mich aktiv auf eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt vorbereiten?
Ja, eine gute Vorbereitung ist entscheidend. Dazu gehören ausführliche Gespräche mit dem Arzt, die Teilnahme an Geburtsvorbereitungskursen, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, sowie die mentale Vorbereitung auf die Geburt.
Gibt es bestimmte Kliniken, die auf vaginale Geburten nach Kaiserschnitt spezialisiert sind?
Ja, viele Kliniken bieten spezielle VBAC-Geburten an. Es ist ratsam, sich im Vorfeld zu informieren und eine Klinik zu wählen, die über ein erfahrenes Team und die notwendige Infrastruktur verfügt, um im Notfall schnell handeln zu können.
Die Entscheidung für oder gegen eine vaginale geburt nach kaiserschnitt ist eine sehr persönliche. Wägen Sie alle Vor- und Nachteile sorgfältig ab und treffen Sie die Entscheidung, die sich für Sie und Ihr Baby am besten anfühlt. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und die Expertise Ihres Arztes.




