Die Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern ist selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Feldspitzmäuse. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollten bestimmte Hygienemaßnahmen beachtet werden, insbesondere beim Umgang mit potenziell kontaminierten Bereichen wie Scheunen oder Schuppen. Bornavirus Mecklenburg-Vorpommern steht dabei im Mittelpunkt.
Zusammenfassung
- Ein Bornavirus-Fall wurde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt.
- Die Übertragung erfolgt meist durch Feldspitzmäuse.
- Symptome sind schwere neurologische Störungen, die bis zum Koma führen können.
- Es gibt keine spezifische Behandlung, daher ist Prävention entscheidend.
- Das Tragen von Handschuhen und FFP2-Masken beim Reinigen von Ställen und Scheunen wird empfohlen.
Was ist das Bornavirus und wie erfolgt die Übertragung in Mecklenburg-Vorpommern?
Das Bornavirus ist ein Virus, das in erster Linie Tiere befällt, aber in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden kann. In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt die Übertragung hauptsächlich durch Kontakt mit Feldspitzmäusen, die das Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Die Ausscheidungen, wie Kot, Urin oder Speichel, können das Virus enthalten und bei Kontakt zu einer Infektion führen.
Aktueller Fall im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Im südwestlichen Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Fall einer Bornavirus-Erkrankung bestätigt, wie Stern berichtet. Dies ist der erste Nachweis in diesem Landkreis. Derzeit gibt es keine Informationen über den Zustand der betroffenen Person, außer dass sie am Leben ist. Die Infektion wurde bereits im Mai vom Landesamt für Gesundheit und Soziales bestätigt.
Die Seltenheit der Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland insgesamt bedeutet nicht, dass die Gefahr zu vernachlässigen ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass es jährlich fünf bis zehn Erkrankungen in Deutschland gibt. Obwohl die Übertragung von Mensch zu Mensch bisher nicht dokumentiert wurde, ist die Prävention von entscheidender Bedeutung, da es derzeit keine spezifische Behandlung gibt.
Die Tierseuche Bornavirus ist bereits seit über 100 Jahren bekannt. Erst seit 2018 ist bekannt, dass das Virus in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden kann. (Lesen Sie auch: Seltene Zoonose: Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt)
Symptome und Verlauf einer Bornavirus-Infektion
Eine Bornavirus-Infektion beim Menschen äußert sich durch schwere neurologische Symptome. Zu den ersten Anzeichen gehören Verhaltensauffälligkeiten, Sprachstörungen und Gangstörungen. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Verschlimmerung der Symptome bis hin zum Koma kommen. Das Virus verursacht schwere Entzündungen des Gehirns, die unbehandelt in der Regel lebensbedrohlich sind.
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, kann variieren. Da die Erkrankung selten ist, gibt es nur begrenzte Daten über den genauen Verlauf. Es ist wichtig, bei Verdacht auf eine Infektion umgehend einen Arzt aufzusuchen, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten, auch wenn diese derzeit nur auf die Linderung der Symptome abzielt.
Wie kann man sich vor einer Bornavirus-Infektion schützen?
Da es keine spezifische Behandlung gegen das Bornavirus gibt, ist der Schutz vor einer Ansteckung von höchster Bedeutung. Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Feldspitzmäuse. Daher ist es wichtig, direkten Kontakt mit diesen Tieren und ihren Ausscheidungen zu vermeiden. Hier sind einige konkrete Maßnahmen:
- Tragen Sie Handschuhe und FFP2-Masken: Beim Ausfegen von Scheunen, Schuppen, Hühnerställen oder Holzlagern sollten Sie immer Handschuhe und eine FFP2-Maske tragen, um sich vor dem Einatmen von kontaminierten Staubpartikeln zu schützen.
- Vermeiden Sie direkten Kontakt mit toten Tieren: Tote Mäuse und andere Tiere sollten grundsätzlich nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Verwenden Sie Einmalhandschuhe und Hilfsmittel wie eine Schaufel.
- Reinigen Sie potenziell kontaminierte Bereiche gründlich: Desinfizieren Sie Flächen, die mit Mäuseausscheidungen in Kontakt gekommen sein könnten, mit einem geeigneten Desinfektionsmittel.
- Sorgen Sie für eine gute Hygiene: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, insbesondere nach Kontakt mit Erde oder potenziell kontaminierten Gegenständen.
- Vermeiden Sie das Ansiedeln von Feldspitzmäusen: Halten Sie Ihren Garten und Ihr Grundstück sauber und aufgeräumt, um Feldspitzmäuse nicht anzulocken.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung gering ist, solange grundlegende Hygienemaßnahmen beachtet werden. Die Sensibilisierung für die Risiken und die Umsetzung einfacher Schutzmaßnahmen können das Risiko einer Bornavirus-Infektion deutlich reduzieren.
Lagern Sie Holz und andere Materialien, die als Unterschlupf für Feldspitzmäuse dienen könnten, möglichst nicht direkt am Haus. Halten Sie Futter für Haustiere unzugänglich, um keine Mäuse anzulocken. (Lesen Sie auch: Chip Pflicht Hunde Katzen: EU beschließt neue…)
Das Gesundheitsamt rät: Schutzmaßnahmen im Detail
Das Gesundheitsamt in Mecklenburg-Vorpommern hat detaillierte Empfehlungen zum Schutz vor Bornavirus-Infektionen herausgegeben. Diese Empfehlungen umfassen:
- Das Tragen von Einmalhandschuhen und FFP2-Masken beim Reinigen von Ställen und Scheunen.
- Die Verwendung von Schaufeln oder ähnlichen Hilfsmitteln, um toten Tieren nicht mit bloßen Händen berühren zu müssen.
- Die gründliche Reinigung und Desinfektion von Flächen, die mit Mäuseausscheidungen in Kontakt gekommen sein könnten.
- Die regelmäßige Handhygiene, insbesondere nach Gartenarbeit oder anderen Tätigkeiten im Freien.
Diese Maßnahmen sind besonders wichtig für Personen, die beruflich oder privat häufig in Kontakt mit potenziell kontaminierten Bereichen kommen, wie Landwirte, Tierpfleger oder Gartenbesitzer.
Fallbeispiel: Prävention in einem Hühnerstall
Ein Landwirt in Mecklenburg-Vorpommern betreibt einen kleinen Hühnerstall. Um das Risiko einer Bornavirus-Infektion zu minimieren, hat er folgende Maßnahmen ergriffen:
- Beim Reinigen des Stalls trägt er immer Einmalhandschuhe und eine FFP2-Maske.
- Er verwendet eine Schaufel und einen Besen mit langem Stiel, um den direkten Kontakt mit dem Kot der Hühner und potenziellen Mäuseausscheidungen zu vermeiden.
- Nach der Reinigung desinfiziert er alle Oberflächen im Stall gründlich.
- Er lagert das Hühnerfutter in verschlossenen Behältern, um keine Mäuse anzulocken.
- Regelmäßig kontrolliert er den Stall auf Anzeichen von Mäusebefall und ergreift bei Bedarf Maßnahmen zur Bekämpfung.
Durch diese einfachen, aber wirksamen Maßnahmen kann das Risiko einer Bornavirus-Infektion im Hühnerstall deutlich reduziert werden.

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Häufig gestellte Fragen
Wie gefährlich ist eine Bornavirus-Infektion für den Menschen?
Eine Bornavirus-Infektion kann für den Menschen sehr gefährlich sein, da sie schwere Entzündungen des Gehirns verursacht. Unbehandelt verläuft die Erkrankung in der Regel lebensbedrohlich. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und symptomatische Behandlung wichtig.
Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit dem Bornavirus schützen?
Der beste Schutz vor einer Bornavirus-Infektion ist die Vermeidung von Kontakt mit Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen. Das Tragen von Handschuhen und FFP2-Masken beim Reinigen von Ställen und Scheunen sowie eine gute Handhygiene sind wichtige Präventionsmaßnahmen.
Gibt es eine Behandlung gegen das Bornavirus?
Derzeit gibt es keine spezifische Behandlung gegen das Bornavirus. Die Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der Körperfunktionen. Eine frühzeitige Diagnose und intensivmedizinische Betreuung können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. (Lesen Sie auch: Familiengerichtliche Verfahren: Nach Gewalt: Neue Adresse)
Wie oft kommt das Bornavirus in Mecklenburg-Vorpommern vor?
Bornavirus-Erkrankungen sind in Mecklenburg-Vorpommern selten. Der aktuelle Fall im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist der erste Nachweis in diesem Landkreis. Deutschlandweit werden jährlich nur wenige Fälle gemeldet, meist fünf bis zehn.
Können Haustiere das Bornavirus übertragen?
Das Bornavirus betrifft hauptsächlich Feldspitzmäuse. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen das Virus auf den Menschen übertragen können. Dennoch ist es ratsam, auch bei Haustieren auf eine gute Hygiene zu achten.
Die bestätigte Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern unterstreicht die Bedeutung der Prävention und der Beachtung von Hygienemaßnahmen. Obwohl die Erkrankung selten ist, kann sie schwerwiegende Folgen haben. Durch das Befolgen der Empfehlungen des Gesundheitsamtes und das Vermeiden von Kontakt mit potenziell kontaminierten Bereichen kann das Risiko einer Ansteckung minimiert werden. Es ist ratsam, bei Verdacht auf eine Infektion umgehend einen Arzt zu konsultieren.




