17 Jahre Haft: Andrew Malkinson kämpft trotz Freispruch weiter um Gerechtigkeit
Der Fall Andrew Malkinson ist ein Mahnmal für Justizirrtümer in Großbritannien. Obwohl er nach 17 Jahren Haft für eine Vergewaltigung freigesprochen wurde, kämpft Malkinson weiter, da er nun für Anwalts- und Gutachterkosten aufkommen soll, die ihm im Kampf um seine Gerechtigkeit entstanden sind. Es geht um bis zu 11.500 Euro. Andrew Malkinson Fall steht dabei im Mittelpunkt.
Wie konnte es im Fall Andrew Malkinson zu einem Justizirrtum kommen?
Andrew Malkinson wurde im Jahr 2003 festgenommen und 2004 verurteilt, obwohl er stets seine Unschuld beteuerte. Entscheidend für die Verurteilung war eine Gegenüberstellung, bei der das Opfer ihn identifizierte. Spätere DNA-Analysen, die zum Freispruch führten, stellten die ursprüngliche Beweisführung in Frage und zeigten, wie fehleranfällig Zeugenaussagen und polizeiliche Ermittlungen sein können.
Malkinson fordert Erstattung der Anwaltskosten
Nachdem Andrew Malkinson seine Verurteilung wegen Vergewaltigung aufgehoben bekommen hat, fordert er, dass der Staat die Kosten für seine Anwälte und Experten übernimmt. Wie Stern berichtet, belaufen sich diese Kosten auf etwa 11.500 Euro. Malkinson argumentiert, dass es nicht richtig sei, dass er für die Kosten aufkommen müsse, die ihm durch den Justizirrtum entstanden sind.
Malkinson, der mittlerweile 60 Jahre alt ist, hatte nach seinem Freispruch auf eine Entschädigung von bis zu einer Million Pfund gehofft. Die nun geforderten Kosten würden von dieser Summe abgezogen werden. Er äußerte sich gegenüber der BBC und bezeichnete dies als „rachsüchtig“ und ungerecht. Er fragte, warum der Staat, der den Schaden verursacht habe, nicht auch die Kosten übernehmen solle. (Lesen Sie auch: 17 Jahre Haft: Angeblicher Vergewaltiger saß unschuldig…)
Das ist passiert
- Andrew Malkinson wurde 2003 wegen Vergewaltigung verhaftet und 2004 verurteilt.
- Er verbrachte über 17 Jahre im Gefängnis und beteuerte stets seine Unschuld.
- 2020 wurde er wegen guter Führung entlassen, 2023 folgte der Freispruch.
- Nun soll er für Anwalts- und Gutachterkosten in Höhe von etwa 11.500 Euro aufkommen.
- Malkinson kritisiert dies als ungerecht und fordert die Übernahme der Kosten durch den Staat.
Die Reaktion des Justizministeriums
Das Justizministerium hat sich zu dem Fall geäußert und darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr die maximale Entschädigung für Justizopfer auf 1,3 Millionen Pfund erhöht wurde. Zudem befinde sich eine Prüfung durch die Rechtskommission im Gange. Es bleibt jedoch unklar, ob diese Maßnahmen Malkinsons Forderungen nach einer vollständigen Kostenerstattung berücksichtigen werden.
Die britische Regierung hat im Jahr 2023 eine Gesetzesänderung vorgenommen, die es ermöglicht, dass Personen, die unschuldig verurteilt wurden, eine höhere Entschädigung erhalten können. Diese Änderung wurde jedoch erst nach Malkinsons Freispruch wirksam, was bedeutet, dass er möglicherweise nicht in vollem Umfang von den neuen Regelungen profitiert. Die Regierung begründet die Erhöhung der Entschädigungssummen mit dem Ziel, das Leid der Betroffenen besser zu kompensieren.
Der ursprüngliche Fall und die Verurteilung von Malkinson
Andrew Malkinson wurde beschuldigt, im Jahr 2003 eine 33-jährige Frau auf ihrem Heimweg angegriffen, gewürgt und vergewaltigt zu haben. Die Identifizierung bei einer polizeilichen Gegenüberstellung führte zu seiner Verurteilung. Trotz fehlender DNA-Beweise, die ihn mit dem Verbrechen in Verbindung brachten, wurde er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Malkinson beteuerte während des gesamten Prozesses seine Unschuld und argumentierte, dass die Indizien gegen ihn nicht ausreichend seien.
Die Beweisführung im ursprünglichen Prozess stützte sich hauptsächlich auf die Aussage des Opfers und die Identifizierung bei der Gegenüberstellung. Die Verteidigung argumentierte, dass die Gegenüberstellung fehlerhaft durchgeführt wurde und dass das Opfer unter Stress stand, was ihre Wahrnehmung beeinträchtigen könnte. Diese Argumente wurden jedoch vom Gericht nicht ausreichend berücksichtigt. (Lesen Sie auch: Moschee Anschlag San Diego: Held Rettete viele…)
Justizirrtümer sind komplexe Fälle, die oft auf fehlerhaften Zeugenaussagen, mangelhaften Beweisen oder Verfahrensfehlern beruhen. Sie können verheerende Folgen für die Betroffenen haben, sowohl persönlich als auch finanziell.
Die Rolle neuer DNA-Beweise
Jahrelang kämpfte Malkinson für die Wiederaufnahme seines Falls. Erst neue DNA-Analysen, die mit verbesserten Technologien durchgeführt wurden, brachten die Wende. Diese Analysen ergaben, dass fremde DNA-Spuren am Tatort gefunden wurden, die nicht mit Malkinson übereinstimmten. Diese neuen Beweise führten schließlich zu seinem Freispruch im Jahr 2023.
Die neuen DNA-Beweise spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufhebung von Malkinsons Verurteilung. Sie widerlegten die ursprüngliche Annahme, dass er der Täter war, und zeigten, dass eine andere Person für das Verbrechen verantwortlich sein könnte. Die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die neuen Beweise die Grundlage für eine gerechte Verurteilung untergruben.

Die Suche nach dem wahren Täter geht weiter
Obwohl Malkinson freigesprochen wurde, ist der Fall noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Polizei hat die Ermittlungen wieder aufgenommen, um den wahren Täter zu finden. Die DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden, werden nun verwendet, um in Datenbanken nach Übereinstimmungen zu suchen und neue Verdächtige zu identifizieren. Es bleibt zu hoffen, dass der wahre Täter gefasst wird und Gerechtigkeit für das Opfer und für Andrew Malkinson geschaffen wird. (Lesen Sie auch: Moschee Angriff San Diego: Sicherheitsmann Stirbt als…)
Die erneuten Ermittlungen gestalten sich jedoch schwierig, da der Fall bereits viele Jahre zurückliegt und Beweismittel möglicherweise nicht mehr in optimalem Zustand sind. Dennoch setzen die Ermittler alles daran, den Fall aufzuklären und den wahren Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Polizei setzt dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung und hat einen Zeugenaufruf gestartet. Informationen können anonym an die zuständigen Behörden weitergegeben werden. Es wird auch geprüft, ob es weitere ungelöste Sexualstraftaten in der Region gibt, die möglicherweise mit dem gleichen Täter in Verbindung stehen könnten. Die BBC berichtet regelmäßig über den Fall.
Der Kampf um Entschädigung und Gerechtigkeit
Andrew Malkinson kämpft nicht nur um die Erstattung seiner Anwaltskosten, sondern auch um eine angemessene Entschädigung für die 17 Jahre, die er unschuldig im Gefängnis verbracht hat. Er fordert eine umfassende Entschädigung für den Verlust seiner Freiheit, seiner Karriere und seiner persönlichen Beziehungen. Der Fall Malkinson hat die Debatte über die Entschädigung von Justizopfern in Großbritannien neu entfacht.
Der Fall Andrew Malkinson zeigt auf, wie wichtig es ist, dass Justizsysteme weltweit ständig überprüft und verbessert werden, um solche tragischen Fehler zu vermeiden. Es ist ein Aufruf zur Wachsamkeit und zur Gewährleistung von Gerechtigkeit für alle.



