Eine mit dem Hantavirus infizierte Frau ist per Flugzeug vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ausgeflogen worden. Jetzt fahndet die WHO nach den anderen Fluggästen.
Am 25. April 2026 ging der Airlink-Flug Flug 4Z132 von der Insel St. Helena im Südatlantik nach Südafrika. Mit an Bord war eine Niederländerin vom Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“. Ihr Mann, 70 Jahre alt, war bereits auf dem Schiff an einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben, jetzt wurde sie evakuiert und in ein Krankenhaus gebracht – zu spät. Einen Tag später starb die 69-Jährige in Johannesburg.
Das niederländische Ehepaar und eine deutsche Touristin gehören zu den Opfern des Hantavirus‘, das auf dem Kreuzfahrtschiff ausgebrochen ist.
WHO: Kontaktverfolgung eingeleitet
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Infektion offenbar von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Das ist bei Hantaviren selten der Fall, aber möglich.
Deshalb sucht die WHO nun dringend die anderen 83 Fluggäste. „Die Kontaktverfolgung der Passagiere des Fluges wurde eingeleitet“, schiebt die WHO. Sie könnten sich ebenfalls infiziert haben.
Das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ liegt derweil vor Kap Verde und befindet sich in Quarantäne. Drei weitere Menschen mit Verdacht auf das Hantavirus sind nach Angaben der WHO vom Schiff evakuiert worden. Die Patienten seien auf dem Weg zur medizinischen Behandlung in den Niederlanden, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X.
Hantavirus: Krankheitssymptome ähneln einer Grippe
Hantaviren werden von Nagetieren übertragen, unter anderem von Mäusen und Ratten, sowie von Insektenfressern wie Spitzmäusen, Maulwürfen und Fledermäusen. Infizierte Tiere scheiden die Viren über Speichel, Urin und Kot aus.
Menschen wiederum können sich über den Kontakt mit solchen Ausscheidungen anstecken. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei bestimmten Virenarten möglich und kommt in Mitteleuropa nicht vor. Die Krankheitssymptome ähneln einer Grippe und sind unterschiedlich schwer.