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Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, war über 73 Jahre lang der Mann an der Seite von Queen Elizabeth II. und damit der dienstälteste Prinzgemahl in der britischen Geschichte. Auch Jahre nach seinem Tod am 9. April 2021 ist das Interesse an seiner Person ungebrochen. Insbesondere seine direkte Art, sein unermüdlicher Dienst für die Krone und seine deutschen Wurzeln machen ihn zu einer faszinierenden Persönlichkeit der Zeitgeschichte.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und frühe Jahre: Ein Prinz im Exil
Geboren wurde Prinz Philip am 10. Juni 1921 als Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark auf der griechischen Insel Korfu. Er entstammte dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Seine Kindheit war jedoch alles andere als königlich. Nach einem Militärputsch in Griechenland musste seine Familie ins Exil fliehen, als er erst 18 Monate alt war. Diese frühen Jahre verbrachte er in Frankreich und später in Deutschland und Großbritannien, was ihn nachhaltig prägte. Seine Mutter, Prinzessin Alice von Battenberg, litt unter psychischen Problemen und wurde in eine Klinik eingewiesen, während sein Vater, Prinz Andreas von Griechenland, sich nach Südfrankreich zurückzog. Diese Umstände führten dazu, dass Philip schon früh lernte, auf eigenen Beinen zu stehen.
Die Liebe seines Lebens: Ehe mit Queen Elizabeth II.
Die Liebesgeschichte von Prinz Philip und der damaligen Prinzessin Elizabeth begann, als sie gerade 13 Jahre alt war. Bei einem Besuch des Royal Naval College in Dartmouth im Juli 1939 beeindruckte der 18-jährige, schneidige Kadett die junge Thronfolgerin tief. Es entwickelte sich ein Briefwechsel, und 1946 verlobten sie sich heimlich. Die offizielle Bekanntgabe folgte am 9. Juli 1947. Um die britische Thronfolgerin heiraten zu können, musste Philip auf seine griechischen und dänischen Titel verzichten, die britische Staatsbürgerschaft annehmen und den Namen seiner Mutter, Mountbatten, annehmen. Die Hochzeit fand am 20. November 1947 in der Westminster Abbey statt und wurde von Millionen Menschen weltweit am Radio verfolgt. Ihre Ehe hielt über 73 Jahre und gilt als die längste in der Geschichte der britischen Monarchie. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Der heutige König Charles III., Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward.
Prinz Philip als Prinzgemahl: Pflicht und Kontroversen
Mit der Thronbesteigung Elizabeths im Jahr 1952 änderte sich das Leben von Prinz Philip radikal. Er musste seine vielversprechende Karriere bei der Royal Navy aufgeben, was ihm Berichten zufolge schwerfiel. Fortan war seine Hauptaufgabe, die Queen zu unterstützen – eine Rolle, die er mit Pflichtbewusstsein, aber auch auf seine eigene, oft unkonventionelle Weise ausfüllte. Er war Schirmherr von rund 800 Organisationen und engagierte sich besonders für Umweltschutz, Industrie und Sport. Bekannt ist vor allem das von ihm ins Leben gerufene Jugendprogramm «The Duke of Edinburgh’s Award». Sein trockener Humor und seine direkte Art brachten ihm den Spitznamen «Duke of Hazard» (Herzog des Risikos) ein. Seine oft politisch unkorrekten Bemerkungen, die als «Fettnäpfchen» bekannt wurden, sorgten regelmäßig für Schlagzeilen, trugen aber auch zu seiner Popularität bei. Kritiker warfen ihm jedoch vor, dass einige seiner Zitate rassistische Untertöne hatten.
Deutsche Wurzeln des Herzogs von Edinburgh
Was viele nicht wissen: Prinz Philip hatte enge familiäre Verbindungen nach Deutschland. Seine Mutter stammte aus dem Haus Battenberg, einer Nebenlinie des Hauses Hessen. Er sprach fließend Deutsch, was er unter anderem während seiner Schulzeit im Internat Salem am Bodensee gelernt hatte. Seine vier älteren Schwestern heirateten alle in deutsche Adelsfamilien. Diese deutschen Wurzeln waren nach dem Zweiten Weltkrieg ein heikles Thema, weshalb seine Schwestern und deren deutsche Ehemänner nicht zu seiner Hochzeit 1947 eingeladen wurden. Dennoch pflegte er zeitlebens den Kontakt zu seiner deutschen Verwandtschaft und setzte sich als internationaler Präsident des WWF auch für den Schutz deutscher Naturregionen ein.
Tod und Vermächtnis von Prinz Philip
Prinz Philip verstarb am 9. April 2021 im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor, nur zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Als offizielle Todesursache wurde «hohes Alter» angegeben, wie aus der Sterbeurkunde hervorgeht, die von Sir Huw Thomas, dem Chefarzt des königlichen Haushalts, unterzeichnet wurde. Eine neuere Biografie legt jedoch nahe, dass er möglicherweise an einer Form von Krebs litt. Die Beisetzung fand am 17. April 2021 in der St. George’s Chapel in Windsor statt. Aufgrund der damals geltenden COVID-19-Beschränkungen nahmen nur 30 Trauergäste teil. Das Bild der allein in der Kirchenbank sitzenden, trauernden Queen ging um die Welt. Prinz Philip bleibt als Modernisierer der Monarchie in Erinnerung, der sich stets für Jugend und Umwelt einsetzte und seiner Frau über sieben Jahrzehnte eine unerschütterliche Stütze war. Passend dazu könnte man sich mit dem Schicksal von Christiane F. – Wir Kinder Vom Bahnhof Zoo beschäftigen, einer Geschichte, die ebenfalls eine ganze Generation prägte.
Prinz Philip in Zitaten
Prinz Philip war für seine unverblümten und oft humorvollen Aussprüche bekannt. Hier eine Auswahl, die seine Persönlichkeit widerspiegelt:
- Über die Ehe: «Die wichtigste Erfahrung, die wir gemacht haben, ist die, dass Toleranz der entscheidende Bestandteil jeder glücklichen Ehe ist (…) Sie können mir glauben: Die Queen verfügt über Toleranz im Überfluss.» (November 1997)
- Zu Helmut Kohl: «Willkommen, Herr Reichskanzler.» (1997 bei einem Besuch des damaligen Bundeskanzlers)
- Zu britischen Studenten in China: «Wenn ihr noch länger hier bleibt, bekommt ihr Schlitzaugen.» (1986)
- Über Wiedergeburt: Ein ihm zugeschriebenes, kontroverses Zitat lautet: «Für den Fall, dass ich wiedergeboren werde, möchte ich als tödlicher Virus zurückkehren, um etwas zur Lösung der Überbevölkerung beizutragen.»
Seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte klar zu benennen, erinnert an die Notwendigkeit präziser Analysen, wie sie beispielsweise für die Lage in Syrien 2026 erforderlich sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Vollständiger Name: Geboren als Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark, später Philip Mountbatten, Herzog von Edinburgh.
- Geburt und Tod: Geboren am 10. Juni 1921 auf Korfu, gestorben am 9. April 2021 auf Schloss Windsor.
- Ehe: Verheiratet mit Queen Elizabeth II. vom 20. November 1947 bis zu seinem Tod 2021 – über 73 Jahre.
- Todesursache: Offiziell als «Altersschwäche» angegeben.
- Kinder: Vier Kinder – Charles, Anne, Andrew und Edward.
- Besonderheit: Längstdienender Prinzgemahl der britischen Geschichte.
- Deutsche Wurzeln: Seine Mutter war eine Prinzessin aus dem Haus Battenberg; er sprach fließend Deutsch.
Tabelle: Lebensstationen von Prinz Philip
| Jahr | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 1921 | Geburt auf Korfu, Griechenland | Wikipedia |
| 1922 | Exil der Familie nach einem Militärputsch | Britannica |
| 1939 | Eintritt in die Royal Navy | Wikipedia |
| 1947 | Heirat mit Prinzessin Elizabeth am 20. November | Wikipedia |
| 1952 | Elizabeth wird Königin; Philip wird Prinzgemahl | Wikipedia |
| 1956 | Gründung des «Duke of Edinburgh’s Award» | Wikipedia |
| 2017 | Rückzug von öffentlichen Aufgaben | Tiroler Tageszeitung |
| 2021 | Tod auf Schloss Windsor am 9. April | Wikipedia |
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Prinz Philip.
Fazit
Prinz Philip war weit mehr als nur der Mann an der Seite der Queen. Er war eine komplexe Persönlichkeit, ein Modernisierer, ein Offizier und ein Familienvater, der sein Leben in den Dienst der Krone stellte. Sein Erbe, geprägt von Pflichtbewusstsein, Engagement und einem unverwechselbaren Humor, wird ebenso in Erinnerung bleiben wie seine deutschen Wurzeln, die ihn auf besondere Weise mit dem Kontinent verbanden. Sein Leben ist ein faszinierendes Kapitel der europäischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.
Über den Autor
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