Die geplante Übernahme der MediaMarkt-Mutter Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com mediamarkt steht in Österreich vor dem Aus. Das österreichische Wirtschaftsministerium blockiert bisher die Genehmigung, was weitreichende Konsequenzen für die insgesamt 56 Filialen in Österreich haben könnte. Im schlimmsten Fall droht sogar der Rückzug aus dem österreichischen Markt.

JD.com und MediaMarkt: Hintergrund der geplanten Übernahme
Bereits im Juli 2025 wurde bekannt, dass JD.com die Mehrheit an Ceconomy übernehmen möchte. Damit würde die Elektronikkette in chinesische Hände übergehen. Während die zuständigen Kartellbehörden in Italien und Frankreich dem Deal bereits zugestimmt haben und auch für Deutschland sowie Spanien eine Freigabe erwartet wird, gibt es in Österreich erhebliche Bedenken. Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte die Übernahme im September bereits freigegeben. (Lesen Sie auch: Droht Rückzug? Mediamarkt vor Problemen in Österreich)
Aktuelle Entwicklung: Österreich blockiert den Deal
Das österreichische Wirtschaftsministerium verweigert bisher die Genehmigung für die ausländische Direktinvestition. Hauptgrund dafür sind Sicherheitsbedenken, insbesondere im Bereich des Datenschutzes. Laut Ceconomy zeigt sich die Behörde bisher wenig kompromissbereit, obwohl JD.com bereits weitreichende Zugeständnisse angeboten habe. Es geht vor allem um die Frage, inwieweit Kundendaten geschützt werden können, wenn ein chinesisches Unternehmen die Kontrolle übernimmt. Die österreichische Regierung prüft, ob die Übernahme eine Gefährdung der Sicherheit oder öffentlichen Ordnung darstellt. Betroffen sind laut Wirtschaftsministerium aber eigentlich nur Bereiche kritischer Infrastruktur.
Wie die DiePresse.com berichtet, könnte der Deal ohne Österreich über die Bühne gehen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Eine Sprecherin von Ceconomy bestätigte, dass ein Rückzug aus Österreich eine Option sei. MediaMarkt beschäftigt in Österreich zahlreiche Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. (Lesen Sie auch: Droht Rückzug? Mediamarkt vor dem aus in…)
Reaktionen und Stimmen zur möglichen Übernahme
Ein Sprecher von JD.com betonte, dass der Konzern Zusagen zu Standorten, Arbeitsplätzen, Datenschutz und der Unabhängigkeit des Managements gemacht habe. «Darüber hinaus hat JD.com der für Investitionskontrolle (FDI) zuständigen österreichischen Behörde umfangreiche Maßnahmen angeboten, die über diese Zusagen hinausgehen», hieß es in einer Stellungnahme. JD.com glaube fest an diese Partnerschaft für den europäischen Einzelhandel und werde weiterhin auf den Abschluss der Transaktion hinarbeiten.
Ceconomy selbst äußerte sich ebenfalls zu den Schwierigkeiten in Österreich: «Hinsichtlich der investitionskontrollrechtlichen Freigabe in Österreich ist derzeit ungewiss, ob beziehungsweise wann die Freigabe erteilt wird», erklärte der Elektronikhandelskonzern. Man versuche weiterhin, in Gesprächen mit dem österreichischen Wirtschaftsministerium eine Lösung zu finden. (Lesen Sie auch: Heino Ferch wieder im TV: "Spuren des…)
JD.com und MediaMarkt: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die ungewisse Zukunft von JD.com mediamarkt in Österreich wirft viele Fragen auf. Sollte das Wirtschaftsministerium seine Haltung nicht ändern, könnte dies das Aus für zahlreiche MediaMarkt-Filialen in Österreich bedeuten. Dies hätte nicht nur Auswirkungen auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Konsumenten, die eine wichtige Anlaufstelle für Elektronikartikel verlieren würden.Die Situation zeigt, wie wichtig die Prüfung von ausländischen Direktinvestitionen ist, um die nationalen Interessen zu wahren.
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der MediaMarkt Filialen in Österreich und den dazugehörigen Umsatz: (Lesen Sie auch: USA Proteste gegen Trump: Millionen demonstrieren)

| Region | Anzahl Filialen | Umsatz (Mrd. Euro) |
|---|---|---|
| Österreich | 56 | 1,3 |
Häufig gestellte Fragen zu jd com mediamarkt
Warum prüft Österreich die Übernahme von MediaMarkt durch JD.com?
Das österreichische Wirtschaftsministerium prüft die Übernahme aufgrund von Sicherheitsbedenken, insbesondere im Bereich des Datenschutzes. Es soll sichergestellt werden, dass durch die Übernahme keine Gefährdung der Sicherheit oder öffentlichen Ordnung entsteht. Geprüft wird, ob Kundendaten ausreichend geschützt werden können.
Welche Konsequenzen hätte ein Scheitern der Übernahme für MediaMarkt in Österreich?
Sollte die Übernahme scheitern, droht MediaMarkt mit einem Rückzug aus Österreich. Dies hätte zur Folge, dass die 56 Filialen geschlossen werden müssten und zahlreiche Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Auch für die Konsumenten würde eine wichtige Bezugsquelle für Elektronikartikel wegfallen.
Welche Zugeständnisse hat JD.com angeboten, um die Bedenken auszuräumen?
JD.com hat Zusagen zu Standorten, Arbeitsplätzen, Datenschutz und der Unabhängigkeit des Managements gemacht. Darüber hinaus wurden der österreichischen Behörde umfangreiche Maßnahmen angeboten, die über diese Zusagen hinausgehen, um die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit auszuräumen.
Wie geht es nun weiter im Übernahmeprozess von MediaMarkt durch JD.com?
Welche Rolle spielt der Datenschutz bei der Prüfung der Übernahme von MediaMarkt?
Der Datenschutz spielt eine zentrale Rolle bei der Prüfung der Übernahme. Das Wirtschaftsministerium möchte sicherstellen, dass die Daten der österreichischen Kunden auch nach der Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen ausreichend geschützt sind und nicht für andere Zwecke missbraucht werden können. Es geht um die Einhaltung der DSGVO.
Weitere Informationen zum Thema Datenschutz finden Sie auf der Webseite der österreichischen Datenschutzbehörde.
