Der Name Flavio Briatore ist am 19.03.2026 wieder in aller Munde, denn der schillernde und umstrittene Manager ist zurück in der Formel 1. Als neuer starker Mann bei Alpine soll er das Team zu altem Glanz führen. Doch seine Vergangenheit, geprägt von riesigen Erfolgen, aber auch tiefen Skandalen, wirft lange Schatten. Dieser Artikel beleuchtet alle Facetten des italienischen Geschäftsmannes.
Flavio Briatore ist ein italienischer Sport- und Industriemanager, der als Teamchef in der Formel 1 mit Benetton und Renault Weltmeisterschaften gewann. Bekannt für sein Gespür für Talente wie Michael Schumacher und Fernando Alonso, prägte er eine Ära des Sports. Nach dem «Crashgate»-Skandal 2008 wurde er zunächst gesperrt, kehrte aber im Juni 2024 als ausführender Berater zum Alpine F1 Team zurück.
Das Wichtigste in Kürze
- Comeback in der Formel 1: Seit Juni 2024 ist Flavio Briatore als ausführender Berater für das Alpine F1 Team tätig und hat seit Mai 2025 de facto die Rolle des Teamchefs inne.
- Erfolgreiche Vergangenheit: Als Teamchef führte er Michael Schumacher bei Benetton (1994, 1995) und Fernando Alonso bei Renault (2005, 2006) zu insgesamt vier Fahrer-Weltmeisterschaften.
- Crashgate-Affäre: 2009 wurde Briatore wegen seiner Verwicklung in den Skandal um einen absichtlich herbeigeführten Unfall beim GP von Singapur 2008 zunächst lebenslang gesperrt. Diese Sperre wurde später von einem Gericht aufgehoben.
- Geschätztes Vermögen: Sein Vermögen wird auf etwa 375 Millionen Euro geschätzt, aufgebaut durch seine Tätigkeiten in der Formel 1 sowie diverse Geschäftsunternehmungen.
- Privatleben: Briatore war mit Elisabetta Gregoraci verheiratet, mit der er einen Sohn hat. Außerdem ist er der leibliche Vater von Leni Klum, der Tochter von Heidi Klum.
Die Rückkehr in die Formel 1: Flavio Briatore bei Alpine
Im Juni 2024 wurde bekannt gegeben, dass Flavio Briatore als ausführender Berater zum BWT Alpine F1 Team zurückkehrt. Diese Ernennung durch den CEO der Renault-Gruppe, Luca de Meo, markierte das offizielle Comeback des 75-Jährigen in der Königsklasse des Motorsports. Seine Hauptaufgaben umfassen die Suche nach Top-Talenten, die Bewertung der aktuellen Teamstruktur und die Beratung in strategischen Fragen. Seit Mai 2025 hat er nach dem Rücktritt von Oliver Oakes auch die Aufgaben des Teamchefs übernommen.
Die Rückkehr des Italieners wurde in der F1-Welt kontrovers diskutiert, doch viele Teamchefs, darunter Mercedes-Boss Toto Wolff, begrüßten die Entscheidung und betonten Briatores enormes Wissen und seine Erfahrung. Briatore selbst erklärte, er sei «eigentlich nie weg» gewesen und will nun helfen, Alpine wieder an die Spitze zu führen. Für die Saison 2026 zeigt er sich optimistisch und verspricht, dass das Team keine Ausreden mehr habe und konkurrenzfähig sein werde. Aktuelle Gerüchte deuten zudem auf ein Interesse von Mercedes an einem Einstieg bei Alpine hin, was Briatore bestätigte. Die komplexen Verhandlungen betreffen 24 Prozent der Teamanteile, die derzeit von einer Investorengruppe gehalten werden.
Erfolge und Kontroversen: Die Ära Briatore
Die Karriere von Flavio Briatore in der Formel 1 begann Ende der 1980er Jahre, als er die Leitung des Benetton-Teams übernahm. Sein entscheidender Schachzug war die Verpflichtung des jungen Michael Schumacher im Jahr 1991. Unter Briatores Führung entwickelte sich Benetton zu einem Top-Team und gewann mit Schumacher 1994 und 1995 die Fahrer-Weltmeisterschaft. Diese Zeit war jedoch auch von Betrugsvorwürfen überschattet.
Nachdem Renault das Benetton-Team übernommen hatte, kehrte Briatore als Teamchef zurück und wiederholte seine Erfolgsgeschichte. Er entdeckte und förderte Fernando Alonso, der 2005 und 2006 sowohl den Fahrer- als auch den Konstrukteurstitel für Renault gewann. Diese Erfolge zementierten Briatores Ruf als einer der fähigsten und erfolgreichsten, aber auch rücksichtslosesten Teamchefs der Formel-1-Geschichte. Sein Managementstil und seine Fähigkeit, Talente zu erkennen und Teams zum Erfolg zu führen, sind bis heute legendär.
Der Crashgate-Skandal: Ein dunkles Kapitel
Der Tiefpunkt in der Karriere von Flavio Briatore war zweifellos die «Crashgate-Affäre» von 2008. Während des Großen Preises von Singapur wies die Renault-Teamleitung den Fahrer Nelson Piquet Jr. an, absichtlich einen Unfall zu verursachen. Dies löste eine Safety-Car-Phase aus, die dem Teamkollegen Fernando Alonso strategisch zum Sieg verhalf.
Als der Skandal im folgenden Jahr aufgedeckt wurde, musste Briatore seinen Posten als Teamchef räumen. Der Motorsport-Weltverband FIA sperrte ihn daraufhin zunächst auf unbestimmte Zeit von allen FIA-Veranstaltungen aus. Briatore bestritt die Vorwürfe stets. Ein französisches Gericht hob die Sperre im Januar 2010 schließlich wegen Unregelmäßigkeiten im Verfahren auf und sprach ihm sogar eine Entschädigung zu. Dennoch blieb der Skandal ein unauslöschlicher Makel auf seiner Karriere.
Der Geschäftsmann Flavio Briatore: Ein Blick auf sein Vermögen
Abseits der Rennstrecke hat sich Flavio Briatore als äußerst erfolgreicher Geschäftsmann etabliert. Sein geschätztes Vermögen beläuft sich laut Berichten aus dem Februar 2026 auf rund 375 Millionen Euro. Andere Quellen schätzen es auf bis zu 400 Millionen US-Dollar. Dieses Vermögen stammt nicht nur aus seiner Zeit in der Formel 1, sondern auch aus einer Vielzahl von strategischen Investitionen.
Briatore war maßgeblich an der Expansion der Modemarke Benetton in den USA beteiligt. Zudem investierte er in exklusive Nachtclubs, Restaurants und Luxusresorts, wie den berühmten «Billionaire Club». Er war auch Miteigentümer des englischen Fußballvereins Queens Park Rangers. Seine Fähigkeit, lukrative Geschäftsmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, hat ihn zu einem der reichsten Manager im Motorsport gemacht. Über die Forbes-Milliardärsliste wird er zwar nicht geführt, sein Einfluss in der Geschäftswelt ist dennoch immens.
Privatleben und Familie
Das Privatleben von Flavio Briatore war oft Gegenstand der Boulevardpresse. Von 2008 bis 2017 war er mit der italienischen Showgröße Elisabetta Gregoraci verheiratet. Aus der Ehe ging der gemeinsame Sohn Nathan Falco hervor. Trotz der Trennung pflegen die beiden ein enges und freundschaftliches Verhältnis, insbesondere zum Wohle ihres Sohnes.
Eine weitere bekannte Beziehung führte Briatore 2003 mit dem deutschen Topmodel Heidi Klum. Aus dieser kurzen Liaison stammt die Tochter Leni Klum, die heute selbst ein erfolgreiches Model ist. Jahrelang gab es kaum Kontakt zwischen Vater und Tochter, doch in den letzten Jahren haben sie sich angenähert. Briatore betont, dass er trotz der räumlichen Distanz eine gute Beziehung zu beiden seiner Kinder pflegt. Eine mögliche Wiedervereinigung mit seiner Ex-Frau Collien Fernandes ist hingegen nicht bekannt, es handelt sich hierbei um eine Verwechslung. Briatore war nie mit ihr liiert. Auch die Gewaltvorwürfe um Ulmen-Fernandes stehen in keinem Zusammenhang mit ihm.
Video: Briatore über seine Rückkehr
Fazit: Ein schillerndes Comeback mit Fragezeichen
Die Rückkehr von Flavio Briatore in die Formel 1 ist eine der meistdiskutierten Geschichten der Saison. Seine unbestreitbaren Erfolge und sein Gespür für den Sport stehen im Kontrast zu seiner kontroversen Vergangenheit. Ob es ihm gelingen wird, Alpine aus der Krise zu führen und an alte Erfolge anzuknüpfen, wird die Zukunft zeigen. Eines ist jedoch sicher: Mit Flavio Briatore ist der Formel 1 eine ihrer schillerndsten und polarisierendsten Persönlichkeiten zurückgegeben worden.