Das neue Heizungsgesetz erlaubt weiterhin den Einbau von Gas- und Ölheizungen, führt aber eine sogenannte «Bio-Treppe» ein. Diese verpflichtet ab 2029 zu einem stetig wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe. Eigentümer haben zunächst mehr Wahlfreiheit, müssen aber steigende Betriebskosten und neue Pflichten berücksichtigen. Für Mieter bedeutet das Gesetz vor allem steigende Kosten. Neues Heizungsgesetz steht dabei im Mittelpunkt.

Die wichtigsten Fakten
- Gas- und Ölheizungen bleiben unter Auflagen erlaubt.
- Ab 2029 müssen neue Heizungen einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen.
- Eigentümer haben mehr Wahlfreiheit, aber auch neue Pflichten.
- Mieter müssen mit steigenden Heizkosten rechnen.
Was bedeutet das neue Heizungsgesetz für Bürger?
Das neue Heizungsgesetz, offiziell eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes, betrifft sowohl Eigentümer als auch Mieter. Es zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien beim Heizen zu erhöhen, lässt aber weiterhin den Einbau von Öl- und Gasheizungen zu. Allerdings müssen diese ab 2029 schrittweise mit klimafreundlicheren Brennstoffen betrieben werden. Für Eigentümer bedeutet das mehr Flexibilität bei der Wahl der Heizung, aber auch die Pflicht, sich mit den neuen Vorgaben auseinanderzusetzen. Mieter hingegen müssen sich auf mögliche steigende Heizkosten einstellen, da «grüne» Brennstoffe in der Regel teurer sind.
Heizungswahl: Mehr Freiheit, aber mit Auflagen
Eigentümer dürfen auch weiterhin neue Öl- und Gasheizungen einbauen. Die ursprüngliche Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wurde fallen gelassen. Diese Änderung soll Eigentümern mehr Flexibilität bei der Wahl ihres Heizsystems ermöglichen. Allerdings ist diese Freiheit an Bedingungen geknüpft.
Wird nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Gas- oder Ölheizung ausgetauscht, muss die neue Heizung ab 2029 schrittweise mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Diese sogenannte «Bio-Treppe» beginnt mit einem Anteil von mindestens zehn Prozent und steigt bis 2040 weiter an. Zu den klimafreundlichen Brennstoffen, die die Koalition besonders hervorhebt, gehören Biomethan, synthetisch erzeugtes Methan und verschiedene Arten von Wasserstoff. Wie Stern berichtet, sollen diese Regelungen einen Anreiz für den Umstieg auf nachhaltigere Heizsysteme schaffen, ohne Eigentümer zu überfordern.
Welche Pflichten und Fristen gelten für bestehende Heizungen?
Bestehende Heizungen dürfen grundsätzlich weiterlaufen. Die neue «Bio-Pflicht» greift erst, wenn eine Gas- oder Ölheizung nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgetauscht wird. Das bedeutet, dass Eigentümer, die bereits eine funktionierende Heizung haben, diese nicht sofort austauschen müssen. Die Regelung soll einen Anreiz schaffen, bei einem ohnehin anstehenden Heizungstausch auf klimafreundlichere Alternativen umzusteigen. (Lesen Sie auch: Schneeballschlacht New York Eskaliert: Polizei Attackiert!)
Es gibt jedoch auch Ausnahmen und Übergangsfristen. So gelten beispielsweise Sonderregelungen für bestimmte Härtefälle oder für ältere Gebäude, bei denen ein Umstieg auf erneuerbare Energien technisch oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Diese Ausnahmen sollen sicherstellen, dass das Gesetz nicht zu einer unzumutbaren Belastung für einzelne Eigentümer führt.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist ein zentrales Instrument der deutschen Klimapolitik. Es legt energetische Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude fest und soll dazu beitragen, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.
Förderchancen für den Umstieg auf erneuerbare Energien
Eigentümer, die auf Wärmepumpe, Fernwärme oder andere erneuerbare Lösungen umsteigen, können weiterhin auf staatliche Förderung zählen. Die Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist bis mindestens 2029 gesichert. Diese Förderung soll den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme finanziell attraktiver machen.
Die Förderprogramme umfassen sowohl Zuschüsse als auch zinsgünstige Kredite. Die Höhe der Förderung hängt von der Art des Heizsystems und dem Umfang der energetischen Sanierung ab. So werden beispielsweise Wärmepumpen, die besonders effizient arbeiten und Umweltwärme nutzen, besonders gefördert. Auch der Anschluss an ein Fernwärmenetz, das mit erneuerbaren Energien betrieben wird, wird finanziell unterstützt. Detaillierte Informationen zu den Förderbedingungen und Antragsverfahren sind auf der Webseite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) verfügbar.
Was bedeutet das neue Heizungsgesetz für Mieter?
Für Mieter bedeutet das Gesetz vor allem, dass sie kaum Einfluss auf die Heizungswahl haben und mit steigenden Kosten rechnen müssen. Da Gas und Öl mit Bioanteil teurer sind als rein fossile Brennstoffe, können die Heizkosten für Mieter steigen. Laut Berechnungen des Stern kann Biogas für ein Einfamilienhaus mit 23.000 kWh Jahresverbrauch derzeit bis zu 16 Euro Mehrkosten im Monat verursachen. Die tatsächlichen Mehrkosten hängen jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Anteil der Biobrennstoffe, dem individuellen Verbrauch und den jeweiligen Preisen der Energieversorger. (Lesen Sie auch: Betrug Sicherheitsfirma: Millionenbetrug Aufgedeckt?)
Einige Mieterverbände fordern daher einen besseren Schutz für Mieter vor steigenden Heizkosten. Sie argumentieren, dass Vermieter die Mehrkosten für «grüne» Brennstoffe nicht einfach auf die Mieter umlegen dürfen, sondern dass ein Teil der Kosten von den Vermietern selbst getragen werden sollte. Zudem fordern sie eine stärkere Beteiligung der Mieter bei der Entscheidung über die Art der Heizung, um sicherzustellen, dass ihre Interessen berücksichtigt werden.
Mieter sollten ihren Energieverbrauch im Blick behalten und gegebenenfalls Einsparpotenziale nutzen. Durch bewusstes Heizen und Lüften sowie durch den Einsatz energieeffizienter Geräte können sie ihre Heizkosten senken.
Wie funktioniert die «Bio-Treppe» im Detail?
Die «Bio-Treppe» ist ein zentrales Element des neuen Heizungsgesetzes. Sie legt fest, welcher Anteil der Brennstoffe in neuen Öl- und Gasheizungen ab 2029 aus klimafreundlichen Quellen stammen muss. Ab 2029 müssen es mindestens zehn Prozent sein, bis 2035 steigt der Anteil weiter an, und bis 2040 sind weitere Stufen geplant. Die genauen Prozentsätze für die einzelnen Jahre werden noch festgelegt.
Zu den klimafreundlichen Brennstoffen, die für die «Bio-Treppe» in Frage kommen, gehören Biomethan, synthetisch erzeugtes Methan und verschiedene Arten von Wasserstoff. Biomethan wird aus Biomasse gewonnen, beispielsweise aus Gülle oder Pflanzenresten. Synthetisch erzeugtes Methan wird mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt. Wasserstoff kann ebenfalls aus erneuerbaren Energien gewonnen werden und gilt als besonders klimafreundlich, da bei seiner Verbrennung lediglich Wasser entsteht.
Die «Bio-Treppe» soll einen Anreiz für die Entwicklung und den Einsatz klimafreundlicher Brennstoffe schaffen. Sie soll sicherstellen, dass auch Öl- und Gasheizungen einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten. Kritiker bemängeln jedoch, dass die «Bio-Treppe» zu langsam voranschreitet und dass die genannten klimafreundlichen Brennstoffe noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Andere sehen darin einen pragmatischen Kompromiss, der sowohl den Klimaschutz als auch die Versorgungssicherheit berücksichtigt. (Lesen Sie auch: Unfallbilanz 2025: Mehr Tote, aber Weniger Schwerverletzte?)

Welche politischen Perspektiven gibt es zum neuen Heizungsgesetz?
Das neue Heizungsgesetz ist politisch umstritten. Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP verteidigt das Gesetz als wichtigen Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Sie argumentiert, dass das Gesetz einen Anreiz für den Umstieg auf erneuerbare Energien schafft und gleichzeitig Eigentümern und Mietern genügend Zeit und Flexibilität gibt, sich an die neuen Vorgaben anzupassen.
Die Oppositionsparteien CDU und CSU kritisieren das Gesetz hingegen als zu bürokratisch und zu teuer. Sie bemängeln, dass das Gesetz Eigentümer und Mieter überfordere und die Versorgungssicherheit gefährde. Sie fordern eine technologieoffenere Herangehensweise und setzen stärker auf synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff. Die AfD lehnt das Gesetz grundsätzlich ab und hält Klimaschutzmaßnahmen für schädlich für die deutsche Wirtschaft. Nach Informationen der Deutschen Bundestages, wird das Gesetz weiterhin diskutiert und könnte in Zukunft noch angepasst werden.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Bio-Anteil ab 2029 | Mindestens 10 Prozent |
| Mögliche Mehrkosten für Mieter | Bis zu 16 Euro pro Monat |
| Förderung bis | Mindestens 2029 gesichert |
Was genau regelt das neue Heizungsgesetz?
Das neue Heizungsgesetz, eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes, legt fest, welche Anforderungen an Heizsysteme in Neubauten und Bestandsgebäuden gelten. Es zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien beim Heizen zu erhöhen und die CO2-Emissionen zu senken. (Lesen Sie auch: Femizid Deutschland: Warum Männer Frauen Töten und…)
Wie betrifft das neue Heizungsgesetz Eigentümer von Immobilien?
Eigentümer haben weiterhin die Möglichkeit, Öl- und Gasheizungen einzubauen, müssen aber ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe verwenden. Zudem können sie staatliche Förderungen für den Umstieg auf erneuerbare Energien in Anspruch nehmen.
Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf Mieter von Wohnungen?
Mieter haben kaum Einfluss auf die Wahl des Heizsystems und müssen mit steigenden Heizkosten rechnen, da «grüne» Brennstoffe in der Regel teurer sind. Einige Mieterverbände fordern daher einen besseren Schutz vor steigenden Kosten.
Welche Rolle spielt die sogenannte «Bio-Treppe» im neuen Gesetz?
Die «Bio-Treppe» verpflichtet Eigentümer, ab 2029 einen stetig wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe in ihren Öl- und Gasheizungen zu verwenden. Dies soll einen Anreiz für den Umstieg auf nachhaltigere Heizsysteme schaffen.
Welche Förderungen gibt es für den Umstieg auf erneuerbare Energien?
Das neue Heizungsgesetz ist ein Kompromiss, der sowohl Klimaschutzziele als auch wirtschaftlicheRealitäten berücksichtigt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Gesetz in der Praxis auswirken wird und ob es tatsächlich dazu beitragen kann, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu senken. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob das neue Heizungsgesetz die erhofften positiven Effekte erzielt und ob es gegebenenfalls noch Anpassungen bedarf.
Die Verbraucherzentrale bietet weiterführende Informationen zum Thema Energiesparen.




