Bischof Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Der Hildesheimer Bischof tritt die Nachfolge von Georg Bätzing an. Die Wahl Wilmers erfolgte am 24. Februar 2026 in Würzburg. tagesschau.de berichtete, dass Wilmer als Brückenbauer zwischen Reformern und Konservativen gilt.

Heiner Wilmer: Ein Brückenbauer an der Spitze der Bischofskonferenz
Bischof Heiner Wilmer, der seit 2018 das Bistum Hildesheim leitet, bringt eine breite Erfahrung in sein neues Amt ein. Der 63-Jährige trat mit 19 Jahren dem Orden der Herz-Jesu-Priester bei und studierte Theologie sowie weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom. Seine internationale Erfahrung sammelte er unter anderem als Lehrer in der New Yorker Bronx und später als Leiter des ordenseigenen Gymnasiums in Handrup (Emsland). 2015 wechselte er nach Rom, wo er als Generaloberer die weltweite Leitung des Ordens übernahm. Diese Zeit ermöglichte ihm enge Kontakte zum Vatikan.
Wilmer hat sich bundesweit durch gesellschaftspolitische Stellungnahmen zu Themen wie Demokratie, Sozialstaat und Klimaschutz einen Namen gemacht. In der Bischofskonferenz leitete er bisher die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Seine Wahl zum Vorsitzenden erfolgte vor dem Hintergrund einer Kirche, die sich mit internen Reformdebatten und sinkenden Mitgliederzahlen auseinandersetzen muss. (Lesen Sie auch: Wer wird neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz? Heiner)
Aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte
Nach seiner Wahl betonte Bischof Heiner Wilmer, er sehe sich als «Pilger auf dem Weg», der sowohl das Evangelium als auch die Menschen im Blick habe. Laut BR äußerte er sich zuversichtlich, dass er manchmal zuerst auf die Menschen schauen müsse, um das Evangelium besser zu verstehen. Er gilt als Befürworter des Synodalen Wegs und fordert eine stärkere Rolle der Frauen in der Kirche, einschließlich der Öffnung zum Diakonat der Frau. Zudem setzt er sich für eine Neubewertung der kirchlichen Sexualmoral ein, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert.
Trotz seiner reformorientierten Haltung gab sich Wilmer direkt nach der Wahl diplomatisch und betonte die Bedeutung des Austauschs mit Rom. Er setzt sich für die Kompetenz der Frauen ein und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Vatikan.
Reaktionen und Stimmen zur Wahl Wilmers
Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Während Reformkräfte in der katholischen Kirche seine Wahl begrüßten und auf eine Fortsetzung des Synodalen Wegs hoffen, äußerten konservative Kreise Bedenken hinsichtlich seiner progressiven Positionen. Auch außerhalb der katholischen Kirche gab es Reaktionen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, äußerte sich optimistisch über die ökumenische Zusammenarbeit mit Wilmer. Sie bezeichnete ihn als vielsprachigen und aufgeschlossenen Gesprächspartner, dem daran gelegen sei, Strukturreformen und geistliche Erneuerung miteinander zu verbinden. Laut EKD könnten seine weltkirchlichen und vatikanischen Erfahrungen für die weiteren Schritte auf dem Weg der Synodalität von Nutzen sein. (Lesen Sie auch: "Dahoam is ": Ursula Erber (91) verlässt…)
Bischof Heiner Wilmer: Was bedeutet die Wahl für die Zukunft der katholischen Kirche?
Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz markiert einen potenziellen Wendepunkt für die katholische Kirche in Deutschland. Seine Offenheit für Reformen und sein Engagement für einenDialog zwischen verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche könnten dazu beitragen, die Gräben zu überwinden und neue Wege zu beschreiten. Allerdings steht Wilmer vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Erwartungen und Interessen innerhalb der Kirche zu vereinen und gleichzeitig den Dialog mit Rom aufrechtzuerhalten. Seine Fähigkeit, Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden, wird entscheidend dafür sein, ob er die Kirche in eine positive Zukunft führen kann.
Die Deutsche Bischofskonferenz: Aufgaben und Bedeutung
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland. Sie hat die Aufgabe, gemeinsame Anliegen der katholischen Kirche zu beraten und zu koordinieren. Die DBK gibt Stellungnahmen zu gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Fragen ab und vertritt die Interessen der katholischen Kirche in Deutschland gegenüber dem Staat und anderen Institutionen. Der Vorsitzende der DBK ist der Sprecher der Bischöfe und repräsentiert die katholische Kirche in Deutschland nach außen.
Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz
Die Deutsche Bischofskonferenz setzt sich aus den Bischöfen der 27 katholischen Diözesen in Deutschland zusammen. Dazu gehören: (Lesen Sie auch: Lawinenabgang Zell am See: in am löst…)

- Erzbischöfe
- Bischöfe
- Weihbischöfe
- Apostolische Vikare und Administratoren
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Die Deutsche Bischofskonferenz hat vielfältige Aufgaben und Verantwortlichkeiten, darunter:
- Förderung der Einheit der katholischen Kirche in Deutschland
- Koordination der pastoralen Arbeit in den Diözesen
- Vertretung der Interessen der katholischen Kirche gegenüber Staat und Gesellschaft
- Herausgabe von Verlautbarungen zu religiösen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen
- Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften
Aktuelle Herausforderungen für die katholische Kirche in Deutschland
Die katholische Kirche in Deutschland steht vor einer Reihe von Herausforderungen, darunter:
- Sinkende Mitgliederzahlen und nachlassendes Vertrauen in die Institution Kirche
- Der Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche und die Aufarbeitung der Vergangenheit
- Die Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche und die Forderung nach Gleichberechtigung
- Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen und neuen Lebensformen
- Die Notwendigkeit von Strukturreformen und einer Modernisierung der Kirche
Die Deutsche Bischofskonferenz und ihr neuer Vorsitzender, Bischof Heiner Wilmer, stehen vor der Aufgabe, diese Herausforderungen anzunehmen und die Kirche in eine zukunftsfähige Richtung zu führen. (Lesen Sie auch: Viktor Orban Ungarn: Orbán in der Kritik:…)
Häufig gestellte Fragen zu bischof heiner wilmer
Wer ist Heiner Wilmer und welche Position bekleidet er?
Heiner Wilmer ist Bischof von Hildesheim und wurde am 24. Februar 2026 zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Er gilt als Brückenbauer zwischen Reformern und Konservativen innerhalb der katholischen Kirche.
Welche Aufgaben hat die Deutsche Bischofskonferenz?
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe Deutschlands. Sie berät und koordiniert gemeinsame Anliegen der katholischen Kirche und vertritt deren Interessen gegenüber Staat und Gesellschaft.
Was sind die Schwerpunkte von Heiner Wilmer als Bischof?
Wilmer setzt sich für eine stärkere Rolle der Frauen in der Kirche ein, einschließlich der Öffnung zum Diakonat der Frau. Er befürwortet zudem eine Neubewertung der kirchlichen Sexualmoral und den Dialog zwischen verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche.
Wie hat die Evangelische Kirche auf die Wahl Wilmers reagiert?
Die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, äußerte sich optimistisch über die ökumenische Zusammenarbeit mit Wilmer. Sie lobte seine Offenheit und seine Fähigkeit, Strukturreformen und geistliche Erneuerung zu verbinden.
Welchen Herausforderungen steht die katholische Kirche in Deutschland gegenüber?
Die katholische Kirche in Deutschland steht vor Herausforderungen wie sinkenden Mitgliederzahlen, dem Umgang mit sexuellem Missbrauch, der Frage nach der Rolle der Frau und der Notwendigkeit von Strukturreformen.
