Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hat mit seiner Forderung nach einer Streichung aller freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen eine bundesweite Debatte ausgelöst. Angesichts der angespannten Finanzlage im Gesundheitswesen plädiert er dafür, bei sogenannten «Nice-to-have»-Leistungen zu sparen, um den zentralen Leistungskatalog der Krankenversicherung zu sichern.

Andreas Gassen: Hintergrund und Kontext seiner Forderung
Andreas Gassen ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, die die Interessen der niedergelassenen Ärzte in Deutschland vertritt. Seine aktuelle Forderung ist nicht die erste ihrer Art, sondern reiht sich ein in eine Reihe von Appellen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung im Gesundheitswesen. Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung steht seit Jahren unter Druck, bedingt durch den demografischen Wandel, steigende Behandlungskosten und den medizinischen Fortschritt. Dies führt regelmäßig zu Diskussionen über Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen. Informationen zur Arbeit der KBV finden sich auf der offiziellen Webseite.
Die von Gassen ins Spiel gebrachten freiwilligen Leistungen der Krankenkassen umfassen ein breites Spektrum an Angeboten, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise: (Lesen Sie auch: Mexiko Drogenboss: El Mencho angeblich tot –…)
- Professionelle Zahnreinigungen
- Homöopathische Behandlungen
- Zuschüsse zu Fitnesskursen
- Osteopathie
- Reiseimpfungen
- Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen
Diese Leistungen werden von den Krankenkassen oft als «Satzungsleistungen» bezeichnet und dienen auch Marketingzwecken, um neue Mitglieder zu gewinnen. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Angebote die Solidargemeinschaft belasten und von den eigentlichen Kernaufgaben der Krankenversicherung ablenken.
Aktuelle Entwicklung: Gassens Vorstoß im Detail
In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) forderte Andreas Gassen, die freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen komplett abzuschaffen. «Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind ‚Nice to have-Leistungen‘ als Erstes zu streichen», so Gassen gegenüber dem RND. Er argumentiert, dass durch die Streichung dieser Leistungen knapp eine Milliarde Euro jährlich eingespart werden könnten. Laut Handelsblatt würde er das Geld lieber im «zentralen Leistungskatalog» sehen.
Gassens Vorstoß erfolgt inmitten einer Debatte über Einsparungen im deutschen Gesundheitssystem. Die Krankenkassen stehen vor wachsenden finanziellen Herausforderungen, und die Rufe nach Reformen werden lauter. Dabei wird auch über die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen diskutiert, die für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung zuständig sind. Einsparungen im Gesundheitswesen sind auch immer wieder Thema im Bundesministerium für Gesundheit. (Lesen Sie auch: Ukraine Krieg Aktuell: Hacker legen Russlands)
Die BILD-Zeitung titelte am 23. Februar 2026: «Gassens radikaler Vorstoß: Streichung aller Kassen-Extras» und fasste zusammen, dass es bei der Debatte um «Milliarden – und um Extras wie Homöopathie und Fitnesstracker» gehe.
Reaktionen und Stimmen zur Debatte
Gassens Forderung hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während einige Politiker und Krankenkassenvertreter Zustimmung signalisieren, warnen andere vor einer Einschränkung der Patientenversorgung. Kritiker bemängeln, dass die Streichung freiwilliger Leistungen vor allem einkommensschwache Bürger treffen würde, die sich beispielsweise eine professionelle Zahnreinigung oder alternative Behandlungsmethoden nicht leisten könnten.
Befürworter argumentieren hingegen, dass die freiwilligen Leistungen oft wenig Evidenz für ihre Wirksamkeit haben und das Geld besser in evidenzbasierte Behandlungen investiert werden sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass viele dieser Leistungen auch privat in Anspruch genommen werden können, sodass keine Versorgungslücke entstehen würde. (Lesen Sie auch: Novo Nordisk Aktie: Schlankheitsmittel-Studie enttäuscht)
Die Debatte zeigt, dass die Frage nach der Finanzierung und Ausgestaltung des Gesundheitswesens komplex ist und unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssen.

Andreas Gassen: Was bedeutet sein Vorstoß für die Zukunft?
Die Forderung von Andreas Gassen nach einer Streichung freiwilliger Kassenleistungen ist ein deutliches Signal, dass im deutschen Gesundheitswesen Handlungsbedarf besteht. Unabhängig davon, ob sein Vorschlag umgesetzt wird oder nicht, hat er eine wichtige Debatte angestoßen, die sich mit den grundlegenden Fragen der Gesundheitsversorgung auseinandersetzt.
Es ist zu erwarten, dass die Diskussion über Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen in den kommenden Monaten weiter an Fahrt gewinnen wird. Dabei wird es auch darum gehen,Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, welche Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar sind und welche verzichtbar sind. (Lesen Sie auch: Basler Fasnacht 2026: Lichtermeer und Tradition zum…)
FAQ zu Andreas Gassen und der Debatte um Kassenleistungen
Häufig gestellte Fragen zu andreas gassen
Wer ist Andreas Gassen und welche Position bekleidet er?
Andreas Gassen ist ein deutscher Arzt und seit 2014 der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die KBV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die die Interessen der rund 170.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland vertritt. Er ist somit einer der wichtigsten Akteure im deutschen Gesundheitswesen.
Welche konkreten Leistungen der Krankenkassen sollen laut Gassen gestrichen werden?
Gassen fordert die Streichung aller freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise professionelle Zahnreinigungen, homöopathische Behandlungen, Zuschüsse zu Fitnesskursen, Osteopathie, Reiseimpfungen und zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Diese werden oft als Satzungsleistungen bezeichnet.
Warum fordert Andreas Gassen die Streichung dieser freiwilligen Leistungen?
Gassen begründet seine Forderung mit der angespannten Finanzlage im deutschen Gesundheitswesen. Er argumentiert, dass bei finanziellen Engpässen zuerst bei den «Nice-to-have»-Leistungen gespart werden sollte, um den zentralen Leistungskatalog der Krankenversicherung zu sichern. Durch die Streichung dieser Leistungen könnten jährlich bis zu einer Milliarde Euro eingespart werden.
Welche Auswirkungen hätte die Streichung freiwilliger Leistungen für die Versicherten?
Die Streichung freiwilliger Leistungen würde bedeuten, dass Versicherte bestimmte Angebote der Krankenkassen nicht mehr in Anspruch nehmen könnten. Dies betrifft vor allem Leistungen, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Standard hinausgehen. Kritiker befürchten, dass dies vor allem einkommensschwache Bürger treffen würde.
Wie geht es nun weiter mit der Debatte um die freiwilligen Kassenleistungen?
Die Debatte um die freiwilligen Kassenleistungen wird voraussichtlich in den kommenden Monaten weitergeführt. Es ist zu erwarten, dass sich Politiker, Krankenkassenvertreter und Patientenorganisationen zu Wort melden und ihre Positionen darlegen werden.
| Leistung | Beschreibung |
|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung | Entfernung von Zahnbelägen und Verfärbungen |
| Homöopathie | Alternative Behandlungsmethode |
| Zuschüsse zu Fitnesskursen | Förderung von sportlicher Aktivität |
| Osteopathie | Manuelle Behandlung von Funktionsstörungen |
| Reiseimpfungen | Impfungen vor Auslandsreisen |
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
