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Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart ist eine der prägnantesten und umstrittensten Figuren der deutschsprachigen Satire-Szene. Mit messerscharfem Verstand, sprachlicher Brillanz und einer Bühnenpräsenz, die zwischen eleganter Diva und intellektueller Provokateurin changiert, hat sie sich einen festen Platz in der Öffentlichkeit erarbeitet. Doch ihr Stil, der bewusst mit Tabus bricht, sorgt regelmäßig für hitzige Debatten.
Das Wichtigste in Kürze
- Wer ist Lisa Eckhart? Lisa Eckhart, bürgerlich Lisa Lasselsberger, ist eine österreichische Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Romanautorin, bekannt für ihren provokanten und sprachgewaltigen Stil.
- Aktuelles Programm 2026: Ihr neues Bühnenprogramm heißt «Ich war mal wer» und feierte im Februar 2026 Premiere.
- Kontroversen: Eckhart sieht sich wiederholt mit Vorwürfen des Antisemitismus und Rassismus konfrontiert, die sich an bestimmten Textpassagen entzünden.
- Karriere-Start: Sie begann ihre Karriere in der Poetry-Slam-Szene und gewann 2015 die österreichischen Meisterschaften.
- Ausbildung: Eckhart studierte Germanistik und Slawistik in Paris und Berlin und schrieb ihre Masterarbeit über die Figur des Teufels in der Literatur.
- Bücher: Sie hat erfolgreiche Romane wie «Omama» (2020) und «Boum» (2022) veröffentlicht.
- Wohnort: Die gebürtige Steirerin lebt aktuell in Leipzig.
Inhaltsverzeichnis
- Wer ist Lisa Eckhart? Biografie einer Provokateurin
- Das neue Programm 2026: «Ich war mal wer»
- Die Kontroversen um Lisa Eckhart: Kunstfreiheit vs. Grenzüberschreitung
- Lisa Eckhart als Autorin: Von «Omama» zu «Boum»
- Auszeichnungen und Kritikerstimmen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Eine Künstlerin, die man diskutieren muss
Die Kabarettistin Lisa Eckhart ist auch am 21.02.2026 eine der meistdiskutierten Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Auftritte sind intellektuelle Hochseilakte, die das Publikum spalten und niemanden kaltlassen. Während die einen ihre sprachliche Virtuosität und ihren Mut zur Provokation feiern, werfen ihr andere vor, gefährliche Grenzen zu überschreiten und Ressentiments zu bedienen. Folglich bleibt die Auseinandersetzung mit ihrer Kunstfigur und deren Aussagen ein zentraler Punkt der öffentlichen Debatte.
Wer ist Lisa Eckhart? Biografie einer Provokateurin
Geboren wurde Lisa Eckhart als Lisa Lasselsberger am 6. September 1991 oder 1992 in Leoben, Steiermark. Sie wuchs zunächst bei ihren Großeltern auf, bevor sie zu ihren Eltern nach Graz zog. Nach der Matura studierte sie Germanistik und Slawistik in Paris und an der Freien Universität Berlin. Ihre akademische Laufbahn schloss sie mit einer Masterarbeit über die Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur ab – ein Thema, das bereits ihre Faszination für das Abgründige andeutet.
Ihren Einstieg in die Öffentlichkeit fand sie über die Poetry-Slam-Bühne. Mit extravagantem Auftreten und geschliffenen, oft bösartigen Texten fiel sie schnell auf. Der Sieg bei den österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften 2015 war deshalb nur eine logische Konsequenz und der Startschuss für ihre Kabarettkarriere. Seitdem hat sie mehrere erfolgreiche Soloprogramme entwickelt und ist zu einem festen Bestandteil bekannter TV-Formate wie «Nuhr im Ersten» geworden. Privat lebt die Künstlerin, die im August 2021 Mutter eines Sohnes wurde, in Leipzig.
Vom Poetry Slam zum Kabarett-Star
Der Übergang vom Poetry Slam zum abendfüllenden Kabarettprogramm gelang Lisa Eckhart nahtlos. Ihre Programme wie «Die Vorteile des Lasters» oder «Kaiserin Stasi die Erste» zeichnen sich durch eine hohe Pointendichte, komplexe Gedankengänge und einen unverwechselbaren, leicht affektierten Vortragsstil aus. Sie selbst beschreibt ihr Kabarett als eine Art «sadomasochistische Sitzung», in der sie in alle Richtungen austeilt. Diese Haltung, gepaart mit ihrer intellektuellen Schärfe, macht ihre Auftritte zu einem Erlebnis, das, wie auch aktuelle Talkshows zeigen, oft noch lange nachwirkt.
Das neue Programm 2026: «Ich war mal wer»
Anfang 2026 feierte das neueste Soloprogramm von Lisa Eckhart mit dem Titel «Ich war mal wer» Premiere. Darin erzählt sie die fiktive Geschichte ihres eigenen sozialen Abstiegs, nachdem ein harmloser Kinderwitz sie angeblich alles gekostet hat: Haus, Familie und Fans. Befreit von allen Fesseln, so die Prämisse, kann sie nun erst recht sagen, was sie will. Kritiker beschreiben das Programm als gewohnt angriffslustig und zynisch, mit satirischen Spitzen gegen gesellschaftliche Phänomene und Gruppen. Die Tournee zu «Ich war mal wer» führt sie 2026 und 2027 durch zahlreiche Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Kontroversen um Lisa Eckhart: Kunstfreiheit vs. Grenzüberschreitung
Kein Porträt über Lisa Eckhart wäre vollständig ohne die Erwähnung der wiederkehrenden Kontroversen. Insbesondere ein Auftritt in der WDR-Sendung «Mitternachtsspitzen» aus dem Jahr 2018 sorgte nachträglich für massive Kritik. In dem Beitrag thematisierte sie die #MeToo-Debatte und äußerte sich über jüdische Produzenten wie Harvey Weinstein auf eine Weise, die ihr von vielen Seiten als antisemitisch ausgelegt wurde. Eckhart und ihre Verteidiger, darunter der WDR, argumentieren, sie würde Vorurteile lediglich überzeichnen, um sie zu entlarven. Kritiker, wie die Beratungsstelle ADIRA, halten dem entgegen, dass sie antisemitische Stereotype reproduziere, auch wenn es als Satire verpackt sei.
Diese Debatte führte 2020 zur Ausladung Eckharts vom Hamburger Harbour Front Literaturfestival, was wiederum eine Gegen-Debatte über die Freiheit der Kunst und sogenannte «Cancel Culture» auslöste. Die Künstlerin selbst pocht auf die Narrenfreiheit der Satire, die keine politischen Korrektheitsansprüchen erfüllen müsse. Die Auseinandersetzung um Lisa Eckhart spiegelt somit einen größeren gesellschaftlichen Konflikt über die Grenzen des Sagbaren wider.
Was sind die Vorwürfe gegen Lisa Eckhart?
Die zentralen Vorwürfe gegen Lisa Eckhart beziehen sich auf die Reproduktion von antisemitischen und rassistischen Klischees. Kritiker werfen ihr vor, unter dem Deckmantel der Satire Ressentiments zu bedienen. Ein oft zitierter Satz lautet: «Am meisten enttäuscht es von den Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld.» Solche Aussagen werden als Verharmlosung und Normalisierung von gefährlichen Stereotypen kritisiert.
Lisa Eckhart als Autorin: Von «Omama» zu «Boum»
Neben ihrer Bühnenkarriere ist Lisa Eckhart auch eine erfolgreiche Romanautorin. Ihr Debütroman «Omama» erschien 2020 und fand große mediale Beachtung. Darin erzählt sie, basierend auf der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, eine grotesk-fiktionalisierte Familiengeschichte in der Steiermark. 2022 folgte ihr zweiter Roman «Boum». Beide Werke wurden im renommierten Paul Zsolnay Verlag veröffentlicht und zeigen ihre sprachliche Finesse auch abseits der Bühne.
Auszeichnungen und Kritikerstimmen
Trotz aller Kontroversen hat Lisa Eckhart zahlreiche renommierte Preise erhalten, die ihre künstlerische Qualität belegen. Ihre Fähigkeit, komplexe Themen pointiert zu behandeln, wird oft gelobt. Allerdings ist die kritische Rezeption so gespalten wie das Publikum.
Empfehlung: Um einen direkten Eindruck von Lisa Eckharts Stil zu bekommen, empfiehlt sich die Suche nach ihrem Auftritt «Backstage-Talk: Lisa Eckhart | Kabarett direkt – ORF (20.02.2026)» auf YouTube.
Die Liste ihrer Auszeichnungen ist beachtlich und untermauert ihren Status als eine der wichtigsten Stimmen im deutschsprachigen Kabarett. Diese Anerkennung von Fachjurys steht im Kontrast zur teils harschen öffentlichen Kritik. Ähnlich wie bei polarisierenden TV-Persönlichkeiten wie Judith Rakers zeigt sich, dass Erfolg und Kontroverse oft Hand in Hand gehen.
| Jahr | Preis | Kategorie/Anmerkung |
|---|---|---|
| 2015 | Österreichische Poetry-Slam-Meisterschaften | Siegerin |
| 2016 | Österreichischer Kabarettpreis | Förderpreis |
| 2017 | Pantheon-Preis | Jurypreis „Frühreif & Verdorben“ |
| 2017 | Deutscher Kabarett-Preis | Förderpreis |
| 2018 | Deutscher Kleinkunstpreis | Förderpreis der Stadt Mainz |
| 2019 | Salzburger Stier | Renommierter Radio-Kabarettpreis |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißt das neue Programm von Lisa Eckhart 2026?
Das neue Programm von Lisa Eckhart, das 2026 Premiere feierte, heißt «Ich war mal wer». Die Tournee dazu läuft bis ins Jahr 2027 und umfasst zahlreiche Termine in Deutschland und Österreich.
Warum ist Lisa Eckhart so umstritten?
Lisa Eckhart ist umstritten, weil sie in ihren Programmen bewusst Tabus bricht und mit Stereotypen spielt. Kritiker werfen ihr vor, dabei die Grenzen zur Verbreitung von antisemitischen und rassistischen Ressentiments zu überschreiten. Sie selbst und ihre Verteidiger sehen dies als legitimes Mittel der satirischen Überzeichnung.
Hat Lisa Eckhart Kinder?
Ja, Lisa Eckhart wurde laut Wikipedia im August 2021 Mutter eines Sohnes. Details über ihr Privatleben hält sie jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Welche Bücher hat Lisa Eckhart geschrieben?
Lisa Eckhart hat bisher zwei Romane veröffentlicht: Ihr Debüt «Omama» erschien 2020, gefolgt von «Boum» im Jahr 2022. Außerdem erschien 2017 der Band «Metrische Taktlosigkeiten».
Wo kann man Tickets für Lisa Eckhart kaufen?
Tickets für die Auftritte von Lisa Eckhart sind über gängige Ticketportale wie Eventim oder Reservix sowie auf der offiziellen Website der Künstlerin, lisaeckhart.com, erhältlich. Dort findet man eine aktuelle Übersicht aller Tour-Termine für 2026 und darüber hinaus.
Fazit: Eine Künstlerin, die man diskutieren muss
Lisa Eckhart bleibt auch im Jahr 2026 eine der faszinierendsten und zugleich schwierigsten Erscheinungen im deutschen Kulturbetrieb. Ihre unbestreitbare sprachliche Intelligenz und ihr Mut, unangenehme Themen anzusprechen, stehen im ständigen Konflikt mit der Frage nach der Verantwortung von Kunst. Sie zwingt ihr Publikum, Position zu beziehen und über die Natur von Humor und Satire nachzudenken. Ob man sie nun für eine geniale Satirikerin oder eine gefährliche Provokateurin hält – ignorieren kann man Lisa Eckhart nicht. Ihre Auftritte und Texte sind und bleiben ein relevanter, wenn auch unbequemer, Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs.
Autor: Dr. Julian Weber, Kulturredaktion
Dr. Julian Weber ist promovierter Literaturwissenschaftler und seit über 10 Jahren als freier Journalist und Online-Redakteur für führende deutsche Medien tätig. Seine Schwerpunkte sind Kultur, Gesellschaftskritik und die Analyse moderner Unterhaltungsformate.