Das Board of Peace ist seit seiner Gründung Anfang 2026 ein zentrales Thema der internationalen Politik und sorgt auch in Deutschland für intensive Debatten. Initiiert von US-Präsident Donald Trump, soll dieses neue Gremium den Weltfrieden sichern, steht jedoch wegen seiner Struktur und Ziele massiv in der Kritik. Am heutigen 19.02.2026 findet das erste Treffen in Washington statt, was die Diskussionen weiter anfacht.
Das Board of Peace ist eine internationale Organisation, die ursprünglich zur Überwachung des Friedensplans und des Wiederaufbaus im Gazastreifen konzipiert wurde. Inzwischen wurde der Anspruch jedoch erweitert, um weltweit in Konfliktregionen für Stabilität zu sorgen. Kritiker sehen darin den Versuch, eine Alternative zu den Vereinten Nationen zu schaffen, die direkt von Donald Trump kontrolliert wird.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist das Board of Peace genau?
- Wer sind die Mitglieder im Board of Peace?
- Welche Ziele verfolgt das Gremium?
- Warum Deutschland die Teilnahme am Board of Peace ablehnt
- Internationale Kritik und Kontroversen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Ein Gremium mit Potenzial und Risiken
Das Wichtigste in Kürze
- Gründung: Das Board of Peace wurde im Januar 2026 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos formell gegründet.
- Initiator & Vorsitz: US-Präsident Donald Trump ist der Initiator und Vorsitzende des Gremiums.
- Ursprünglicher Zweck: Zunächst sollte es den Wiederaufbau im Gazastreifen im Rahmen eines 20-Punkte-Friedensplans überwachen.
- Erweitertes Mandat: Das Mandat wurde auf die weltweite Befriedung von Konfliktregionen ausgedehnt.
- Deutschlands Haltung: Deutschland hat eine Mitgliedschaft aus verfassungsrechtlichen Bedenken abgelehnt.
- Kritik: Hauptkritikpunkte sind die Machtkonzentration bei Trump, die Infragestellung der UNO und ein «Pay-to-Play»-Ansatz für Mitglieder.
- Erstes Treffen: Das erste offizielle Treffen findet am 19. Februar 2026 in Washington D.C. statt.
Was ist das Board of Peace genau?
Das Board of Peace (BoP), zu Deutsch „Friedensrat“, wurde durch die UN-Sicherheitsratsresolution 2803 im November 2025 als eine Übergangsverwaltung mit internationaler Rechtspersönlichkeit legitimiert. Die ursprüngliche Aufgabe war klar definiert: die Koordination des Wiederaufbaus in Gaza, bis die Palästinensische Autonomiebehörde reformiert ist und die Kontrolle sicher übernehmen kann. Allerdings hat sich der Fokus seit der offiziellen Gründung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026 deutlich verschoben.
Die Charta des Gremiums, die dort unterzeichnet wurde, beschreibt das Board of Peace als eine ständige internationale Organisation zur Förderung von Stabilität und Frieden in allen von Konflikten betroffenen Gebieten. Diese Ausweitung des Mandats führt zu erheblichen Spannungen, da viele Staaten darin eine Untergrabung der etablierten internationalen Ordnung sehen, deren Kern die Vereinten Nationen sind. Die unklare Abgrenzung der Kompetenzen und die dominante Rolle des Vorsitzenden, Donald Trump, sind folglich zentrale Streitpunkte in der globalen Diplomatie. Ähnliche internationale Spannungen, wenn auch auf anderer Ebene, zeigen sich bei den Vorwürfen gegen Prinz Andrew, die das Vertrauen in öffentliche Personen erschüttern.
Die Struktur des Gremiums
Die Organisation des Board of Peace ist mehrstufig. An der Spitze steht Donald Trump als Vorsitzender mit weitreichenden Befugnissen. Ihm zur Seite steht ein „Executive Board“ mit acht Sitzen, das mit engen Vertrauten und internationalen Persönlichkeiten besetzt ist. Darunter gibt es spezifische Komitees wie das „Gaza Executive Board“. Diese Struktur zementiert eine starke zentrale Kontrolle und wirft Fragen bezüglich der Transparenz und der Mitspracherechte der Mitgliedsstaaten auf.
Wer sind die Mitglieder im Board of Peace?
Von rund 60 eingeladenen Staaten haben bisher etwa 25 die Charta des Board of Peace unterzeichnet. Die Zusammensetzung ist heterogen und umfasst Länder aus dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ungarn, Argentinien, die Türkei und Ägypten. Die meisten europäischen und westlichen Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, haben eine Teilnahme abgelehnt.
Das einflussreiche Executive Board
Besonders einflussreich ist das Executive Board. Dessen Mitglieder wurden direkt von Trump ernannt und umfassen bekannte Persönlichkeiten der internationalen Politik und Wirtschaft. Dazu gehören:
- Marco Rubio: US-Außenminister
- Jared Kushner: Trumps Schwiegersohn und ehemaliger Berater
- Tony Blair: Ehemaliger britischer Premierminister
- Ajay Banga: Präsident der Weltbank
- Steve Witkoff: US-Sondergesandter
Diese Konzentration von Macht auf ein kleines, nicht demokratisch legitimiertes Gremium ist einer der Hauptkritikpunkte vieler Beobachter.
Welche Ziele verfolgt das Gremium?
Offiziell deklariertes Ziel des Board of Peace ist es, „dauerhaften Frieden“ durch „pragmatisches Urteilsvermögen“ zu schaffen und sich von Ansätzen zu lösen, die in der Vergangenheit gescheitert sind – eine klare Anspielung auf die Vereinten Nationen. Die Charta nennt die Förderung von Stabilität und die Wiederherstellung rechtmäßiger Regierungsführung als Kernaufgaben.
Inoffiziell sehen Kritiker jedoch andere Motive. Sie argumentieren, das Board of Peace diene vor allem dazu, eine neue Weltordnung zu etablieren, in der die USA und ihre Verbündeten unter der Führung von Donald Trump die Regeln bestimmen. Die Macht des Gremiums, ohne das Veto anderer ständiger Mitglieder des UN-Sicherheitsrates agieren zu können, wird als gefährliche Entwicklung für das Völkerrecht angesehen. Die globale Stabilität hängt oft von funktionierender Infrastruktur ab, deren Schutz eine hohe Priorität hat, wie der DDoS-Angriff auf die Deutsche Bahn verdeutlichte.
Warum Deutschland die Teilnahme am Board of Peace ablehnt
Die Bundesregierung hat eine Mitgliedschaft im Board of Peace entschieden abgelehnt. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte hierfür „verfassungsrechtliche Gründe“. Experten erläutern, dass die Charta des Gremiums und seine Führungsstruktur nicht mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Ein zentraler Punkt ist, dass ein Beitritt Deutschland an Entscheidungen einer Organisation binden würde, die strukturelle demokratische und rechtsstaatliche Defizite aufweist.
Insbesondere die Möglichkeit, die Bundeswehr auf Grundlage eines Mandats des Board of Peace einzusetzen, wird als verfassungsrechtlich nicht tragfähig angesehen. Solche Einsätze sind laut Grundgesetz nur im Rahmen von Systemen kollektiver Sicherheit wie der UNO oder der NATO zulässig. Das Board of Peace erfüllt diese Kriterien nicht. Die deutsche Außenpolitik betont stattdessen die Stärkung der Vereinten Nationen als Kern der internationalen Ordnung.
Internationale Kritik und Kontroversen
Die Kritik am Board of Peace ist laut und vielfältig. Sie lässt sich in mehreren Kernpunkten zusammenfassen:
- Untergrabung der UNO: Viele Staaten und Organisationen sehen das Gremium als direkten Angriff auf die Vereinten Nationen und das etablierte Völkerrecht. Die Organisation Democracy Without Borders bezeichnete es als „feindliche Übernahme der Weltordnungspolitik“.
- Machtkonzentration: Die Charta verleiht Donald Trump als Vorsitzendem eine außergewöhnliche Machtfülle, die Entscheidungen über Mitglieder, Finanzen und Einsätze umfasst.
- Pay-to-Play-System: Für eine permanente Mitgliedschaft wird eine Zahlung von einer Milliarde US-Dollar verlangt. Kritiker bezeichnen dies als ein undemokratisches „Pay-to-Play“-Modell, das finanzstarken Staaten überproportionalen Einfluss sichert.
- Fehlende Legitimität: Da viele demokratische westliche Staaten die Teilnahme verweigern, wird die Legitimität und Repräsentativität des Boards stark infrage gestellt.
Diese Kontroversen überschatten das erste Treffen in Washington und werden die Arbeit des Gremiums auch in Zukunft begleiten.
Vergleich: Board of Peace vs. UN-Sicherheitsrat
| Merkmal | Board of Peace | UN-Sicherheitsrat |
|---|---|---|
| Vorsitz | Permanenter Vorsitzender (Donald Trump) mit Vetorecht | Rotierender Vorsitz (monatlich) |
| Mitgliedschaft | Ca. 25 Gründungsmitglieder; permanente Sitze gegen hohe Zahlung | 15 Mitglieder (5 ständige mit Vetorecht, 10 nicht-ständige) |
| Entscheidungsfindung | Stark zentralisiert, vom Vorsitzenden dominiert | Beschlüsse erfordern 9 Ja-Stimmen, ohne Veto der ständigen Mitglieder |
| Legitimität | Umstritten, von vielen westlichen Demokratien nicht anerkannt | Universell anerkannte Legitimität durch die UN-Charta |
| Mandat | Ursprünglich Gaza, jetzt global und unklar definiert | Klar definierte Aufgabe zur Wahrung des Weltfriedens |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Board of Peace?
Das Board of Peace ist eine 2026 gegründete internationale Organisation unter dem Vorsitz von US-Präsident Donald Trump. Sie wurde ursprünglich zur Überwachung des Wiederaufbaus in Gaza ins Leben gerufen, hat ihr Mandat aber auf die weltweite Friedenssicherung ausgeweitet und wird als Konkurrenz zur UNO gesehen.
Warum ist Deutschland nicht Mitglied?
Deutschland lehnt eine Teilnahme am Board of Peace aus verfassungsrechtlichen Gründen ab. Die Bundesregierung argumentiert, dass die undemokratische Struktur und die weitreichenden Befugnisse des Vorsitzenden nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sind.
Wer sitzt im Vorstand des Board of Peace?
Im einflussreichen Executive Board sitzen enge Vertraute von Donald Trump und internationale Persönlichkeiten wie US-Außenminister Marco Rubio, der ehemalige britische Premier Tony Blair und Weltbank-Präsident Ajay Banga.
Was sind die Hauptkritikpunkte am Board of Peace?
Die Hauptkritikpunkte sind die Untergrabung der Vereinten Nationen, die extreme Machtkonzentration bei Donald Trump, ein intransparentes Finanzierungsmodell (1 Mrd. USD für einen permanenten Sitz) und die fehlende Unterstützung durch wichtige westliche Demokratien.
Welche Länder sind Mitglieder?
Zu den rund 25 Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ungarn, Argentinien, Ägypten, die Türkei und Kasachstan. Große EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich sind nicht dabei.
Fazit: Ein Gremium mit Potenzial und Risiken
Das Board of Peace stellt zweifellos einen der markantesten Eingriffe in die etablierte Weltordnung der letzten Jahre dar. Während Befürworter die Chance auf pragmatische und schnelle Lösungen für festgefahrene Konflikte betonen, überwiegen für viele Beobachter die Risiken. Die Zentralisierung der Macht, die Umgehung etablierter völkerrechtlicher Strukturen und der transaktionale Ansatz bei der Mitgliedschaft schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall. Die klare Ablehnung durch Deutschland und andere europäische Partner unterstreicht die tiefen Gräben, die dieses Projekt aufwirft. Ob das Board of Peace tatsächlich zu mehr Frieden beitragen kann oder die globale Instabilität weiter befördert, werden die kommenden Monate zeigen müssen.
Video-Empfehlung: Für eine vertiefende Analyse empfehlen wir den Beitrag „Trumps Friedensrat: Neue Weltordnung oder Gefahr für die UNO?“ aus der Sendung „Weltspiegel“ vom 15.02.2026 in der ARD-Mediathek oder auf YouTube.
Externe Quellen und weiterführende Informationen:
- Wikipedia-Seite zum UN-Sicherheitsrat (dofollow)
- Verfassungsblog.de mit juristischen Analysen zur deutschen Beteiligung
Über den Autor: Dr. Martin Weber ist Politikwissenschaftler und seit über 15 Jahren als Redakteur für internationale Beziehungen tätig. Seine Schwerpunkte sind globale Sicherheitsarchitekturen und die transatlantischen Beziehungen. Er analysiert für Welt-der-Legenden.de die aktuellen Entwicklungen rund um das Board of Peace.
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#BoardOfPeace 2026: Trumps neuer Friedensrat spaltet die Welt. Wer ist dabei, wer nicht und warum lehnt Deutschland ab? Alle Fakten und Hintergründe zur umstrittenen Alternative zur #UNO. #Weltpolitik #Trump
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Analyse zum Board of Peace: Das von Donald Trump initiierte Gremium hält heute seine erste Sitzung ab und polarisiert die internationale Gemeinschaft. Ich beleuchte die Struktur, die Ziele und die verfassungsrechtlichen Bedenken, die zu Deutschlands Absage führten. Ein kritischer Blick auf eine mögliche neue Weltordnung. #BoardofPeace #InternationaleBeziehungen #Geopolitik #UN #Deutschland
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Das neue „Board of Peace“ von Donald Trump sorgt weltweit für Aufsehen und Kritik. Ist es eine pragmatische Alternative zur UNO oder ein gefährliches Machtinstrument? Wir haben alle Fakten zu Mitgliedern, Zielen und Deutschlands klarer Absage zusammengefasst. Was meint ihr dazu?