Der Industriepark Höchst ist, Stand 16.02.2026, einer der größten und dynamischsten Chemie- und Pharmastandorte in Europa. Mit seiner über 160-jährigen Geschichte hat er sich von den ehemaligen Farbwerken Hoechst zu einem hochmodernen Areal entwickelt, das rund 90 Unternehmen und etwa 20.000 Menschen beheimatet. Deshalb spielt er eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftskraft der gesamten Rhein-Main-Region.
Auf einer Fläche von 4,6 Quadratkilometern in Frankfurt am Main vereint der Industriepark Höchst Forschung, Entwicklung und Produktion. Betrieben wird der Standort von Infraserv Höchst, die eine umfassende Infrastruktur und vielfältige Dienstleistungen bereitstellt. Diese reichen von der Energieversorgung und dem Umweltmanagement bis hin zu Sicherheit und Logistik, was den ansässigen Firmen optimale Rahmenbedingungen bietet.
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Der Industriepark Höchst erstreckt sich über 460 Hektar in den Frankfurter Stadtteilen Höchst, Sindlingen und Schwanheim.
- Unternehmen: Rund 90 Firmen aus den Branchen Chemie, Pharma, Biotechnologie und Lebensmittelzusatzstoffe sind hier ansässig.
- Arbeitsplätze: Etwa 20.000 Menschen sind im Industriepark beschäftigt, was ihn zu einem der größten Arbeitgeber der Region macht.
- Betreiber: Die Infraserv Höchst managt den Standort seit der Aufgliederung der Hoechst AG im Jahr 1998.
- Investitionen: Seit dem Jahr 2000 wurden beeindruckende 8,5 Milliarden Euro in den Standort investiert.
- Zukunftsprojekte: Aktuelle Projekte wie die Gewinnung von klimaneutralem Lithium durch Vulcan Energy und Carbon-Capture-Anlagen treiben die nachhaltige Transformation voran.
- Geschichte: Die Wurzeln des Standorts reichen bis zur Gründung der „Theerfarbenfabrik Meister Lucius & Co.“ im Jahr 1863 zurück.
Inhaltsverzeichnis
- Geschichte des Industriepark Höchst: Von den Farbwerken zur Zukunftsschmiede
- Welche bedeutenden Unternehmen sind im Industriepark Höchst angesiedelt?
- Infrastruktur und Dienstleistungen: Das Rückgrat des Standorts
- Zukunftsthemen im Industriepark Höchst: Nachhaltigkeit und Innovation
- Karriere und Ausbildung: Chancen am Standort
- Sicherheit und Umweltschutz: Höchste Priorität
- Fazit: Warum der Industriepark Höchst ein Schlüsselstandort bleibt
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Industriepark Höchst
Geschichte des Industriepark Höchst: Von den Farbwerken zur Zukunftsschmiede
Die Geschichte des Standorts begann 1863 mit der Gründung der „Theerfarbenfabrik Meister Lucius & Co.“, die schnell als „Rotfabrik“ bekannt wurde. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die Hoechst AG, die zu einem der weltweit größten Chemie- und Pharmakonzerne aufstieg. Folglich hat der Standort eine lange Tradition in Forschung und Innovation, die mit der Entwicklung von Arzneimitteln wie Novalgin und Impfstoffen Meilensteine setzte.
Ein entscheidender Wendepunkt war die Umstrukturierung der Hoechst AG Ende der 1990er Jahre. Daraus ging 1997 der Industriepark Höchst hervor, betrieben von der neu gegründeten Infraserv Höchst. Dieses neue Modell verwandelte das ehemalige Stammwerk eines einzelnen Unternehmens in einen offenen Standort für zahlreiche Firmen, was eine neue Ära der Dynamik und Diversifizierung einläutete.
Vom I.G. Farben-Werk zum modernen Industrieareal
In den 1920er Jahren wurden die Farbwerke Teil der I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Entflechtung der I.G. Farben wurde der Standort als Hoechst AG wiederaufgebaut und modernisiert. Der Übergang zum heutigen Industriepark-Modell war somit ein logischer Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Synergien zwischen den angesiedelten Unternehmen zu fördern. Heute ist der Park ein Paradebeispiel für eine gelungene Transformation eines traditionsreichen Industriestandortes.
Welche bedeutenden Unternehmen sind im Industriepark Höchst angesiedelt?
Der Industriepark Höchst beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an global agierenden Konzernen und innovativen mittelständischen Unternehmen. Zu den bekanntesten Namen gehören Sanofi, Bayer CropScience, Clariant und Celanese. Diese Firmen decken ein breites Spektrum ab, von der Pharmaforschung über Pflanzenschutzmittel bis hin zu Spezialchemikalien.
Darüber hinaus haben sich zahlreiche weitere spezialisierte Firmen angesiedelt. Beispielsweise forschen Biotech-Start-ups an neuen Medikamenten, während Dienstleister wie Infraserv Logistics für reibungslose Abläufe sorgen. Diese Mischung aus Global Playern und agilen Spezialisten schafft ein einzigartiges Ökosystem, das Innovationen fördert und Wertschöpfungsketten direkt vor Ort ergänzt. Wie bereits im Artikel über den Rosenmontagsumzug 2026 berichtet, ist die Region für ihre wirtschaftliche Stärke bekannt, zu der der Industriepark maßgeblich beiträgt.
Infrastruktur und Dienstleistungen: Das Rückgrat des Standorts
Der Erfolg des Industriepark Höchst basiert maßgeblich auf der exzellenten Infrastruktur, die von der Betreibergesellschaft Infraserv Höchst bereitgestellt wird. Diese umfasst nicht nur die Versorgung mit Energien wie Strom und Dampf, sondern auch komplexe Entsorgungslösungen für Abwasser und Abfälle. Außerdem sorgt ein eigenes Schienennetz und ein Hafen am Main für eine optimale logistische Anbindung.
Die Verkehrsanbindung ist ein weiterer entscheidender Vorteil. Mit direktem Anschluss an die Autobahnen A3 und A66 sowie die Nähe zum Frankfurter Flughafen ist der Standort ideal im Herzen Europas positioniert. Infraserv Höchst bietet den Unternehmen zudem ein umfassendes Serviceportfolio, das von Facility Management über Sicherheit bis hin zu Gesundheitsdiensten und Aus- und Weiterbildungsprogrammen reicht.
Zukunftsthemen im Industriepark Höchst: Nachhaltigkeit und Innovation
Der Industriepark Höchst positioniert sich als Vorreiter der industriellen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit. Ein zentrales Projekt ist die geplante Anlage von Vulcan Energy zur Gewinnung von CO₂-neutralem Lithium, einem wichtigen Rohstoff für Batterien von Elektroautos. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2026 geplant. Dieses Vorhaben stärkt nicht nur den Standort, sondern leistet auch einen Beitrag zur Rohstoffunabhängigkeit Europas.
Zusätzlich werden weitere innovative Technologien vorangetrieben. Dazu gehören Projekte zur Kohlenstoffabscheidung (Carbon Capture), die Produktion von E-Fuels und die Nutzung von Wasserstoff als sauberer Energieträger. Infraserv Höchst hat bereits eine Pilotanlage zur CO₂-Abscheidung in Betrieb genommen, um wertvolle Daten für zukünftige Großprojekte zu sammeln. Diese Initiativen zeigen, dass der Industriepark Höchst die Herausforderungen des Klimawandels aktiv angeht.
Karriere und Ausbildung: Chancen am Standort
Mit rund 20.000 Beschäftigten ist der Industriepark Höchst ein bedeutender Arbeitsmarkt in der Rhein-Main-Region. Die Vielfalt der Unternehmen bietet Fachkräften aus den Bereichen Chemie, Pharmazie, Ingenieurwesen und vielen weiteren Disziplinen exzellente Karrieremöglichkeiten. Zahlreiche Firmen veröffentlichen regelmäßig Stellenangebote, die von Positionen in der Produktion bis hin zu Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten reichen.
Auch die Aus- und Weiterbildung wird großgeschrieben. Die Infraserv-Tochter Provadis ist einer der größten Ausbilder in Hessen und bietet jährlich rund 400 Ausbildungsplätze in über 40 Berufen an. Ergänzt wird das Angebot durch duale und berufsbegleitende Studiengänge an der Provadis Hochschule. Dies sichert den Fachkräftenachwuchs und bietet jungen Menschen eine langfristige Perspektive am Standort.
Welche Jobs gibt es im Industriepark Höchst?
Das Spektrum an Berufen ist breit gefächert. Gesucht werden unter anderem Chemikanten, Laboranten, Ingenieure, IT-Spezialisten, Logistik-Experten und kaufmännische Angestellte. Die enge Verzahnung von Forschung, Produktion und Verwaltung schafft eine dynamische Arbeitsumgebung mit vielfältigen Entwicklungschancen. Die aktuellen Vorschläge der Rentenkommission unterstreichen die Wichtigkeit stabiler Industriearbeitsplätze für die soziale Sicherung.
Sicherheit und Umweltschutz: Höchste Priorität
In einem hochkomplexen Umfeld wie dem Industriepark Höchst haben Sicherheit und Umweltschutz oberste Priorität. Infraserv Höchst betreibt eine professionelle Werkfeuerwehr und ein umfassendes Notfallmanagement, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Strenge Sicherheitsvorschriften und regelmäßige Schulungen für alle Mitarbeiter und Partnerfirmen sind selbstverständlich.
Der Umweltschutz ist tief in den Unternehmensprozessen verankert. Dies umfasst die kontinuierliche Überwachung von Luft- und Wasserqualität sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz. Eine aktuelle Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 87 Prozent der Anwohner eine positive Meinung zum Industriepark haben und sich gut informiert und sicher fühlen, was das Vertrauen in die Sicherheits- und Umweltkonzepte bestätigt.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Fläche | 460 Hektar / 4,6 km² | Infraserv Höchst, Wikipedia |
| Anzahl Unternehmen | ca. 90 | Infraserv Höchst |
| Anzahl Mitarbeiter | ca. 20.000 | Infraserv Höchst |
| Investitionen seit 2000 | ca. 8,5 Mrd. € | Infraserv Höchst |
| Ausbildungsplätze p.a. | ca. 400 | Provadis |
| Postleitzahl | 65926 (eigene) | Wikipedia |
Fazit: Warum der Industriepark Höchst ein Schlüsselstandort bleibt
Der Industriepark Höchst ist weit mehr als nur ein Industriegebiet. Er ist ein lebendiges Ökosystem aus Forschung, Produktion und Dienstleistung, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Durch strategische Investitionen in Zukunftstechnologien wie grüne Energie und nachhaltige Rohstoffe sichert der Standort seine Wettbewerbsfähigkeit und leistet einen wichtigen Beitrag zur industriellen Transformation. Die Kombination aus historischer Stärke, exzellenter Infrastruktur und einem klaren Bekenntnis zu Innovation macht den Industriepark Höchst zu einem unverzichtbaren Motor für die Wirtschaft in Deutschland und Europa.
Video-Empfehlung: Um einen visuellen Eindruck zu bekommen, empfehlen wir eine aktuelle Dokumentation über den Industriepark Höchst auf YouTube. Suchen Sie nach «Industriepark Höchst Doku 2026», um Einblicke in die Produktion und die Zukunftsprojekte zu erhalten.
Weiterführende Links:
- Offizielle Webseite des Industriepark Höchst
- Informationen zur Geschichte auf Wikipedia