Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ist auch im Jahr 2026, Stand 14.02.2026, das zentrale Regelwerk für die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 2,5 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen. In diesem Jahr stehen sowohl bereits beschlossene Entgelterhöhungen als auch laufende, intensive Tarifverhandlungen für andere Bereiche des öffentlichen Dienstes im Fokus, die direkte Auswirkungen auf das Nettoeinkommen Tausender Mitarbeiter haben.
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, kurz TVöD, regelt die Arbeitsverhältnisse der Angestellten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Er gliedert sich in einen allgemeinen Teil und besondere Teile, die spezifische Regelungen für Bereiche wie Verwaltung (TVöD-V), Krankenhäuser (TVöD-K), Pflege (TVöD-P), Sparkassen (TVöD-S) oder den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE) enthalten. Diese Struktur ermöglicht es, auf die unterschiedlichen Anforderungen der jeweiligen Branchen einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- TVöD Entgelterhöhung 2026 für Bund und Kommunen
- Aktuelle Tarifrunde der Länder (TV-L) im Fokus
- Was bedeutet der TVöD für mein Gehalt?
- Neuerungen bei der Jahressonderzahlung und Urlaub
- Welche Entgelttabellen gelten 2026?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum TVöD
- Fazit: Ein dynamisches Jahr für den öffentlichen Dienst
Das Wichtigste in Kürze
- Gehaltserhöhung Bund & Kommunen: Zum 1. Mai 2026 steigen die Tabellenentgelte im TVöD für Beschäftigte von Bund und Kommunen um 2,8 Prozent. Dies ist die zweite Stufe des letzten Tarifabschlusses.
- Laufende Tarifverhandlungen: Für die Beschäftigten der Bundesländer (außer Hessen) laufen aktuell die Tarifverhandlungen (TV-L). Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro.
- Jahressonderzahlung: Ab 2026 wird die Jahressonderzahlung erhöht. Beim Bund steigt sie je nach Entgeltgruppe auf bis zu 95 Prozent, bei den Kommunen auf bis zu 90 Prozent in bestimmten Bereichen.
- Zusätzlicher Urlaubstag: Ab 2027 erhalten alle Beschäftigten im Geltungsbereich des TVöD einen zusätzlichen Urlaubstag.
- Flexibilität: Beschäftigte haben ab 2026 die Möglichkeit, Teile der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage umzuwandeln.
- Struktur des TVöD: Der TVöD ist ein komplexes Vertragswerk, das aus einem allgemeinen Teil und mehreren besonderen Teilen (z.B. für Pflege, Verwaltung, Sparkassen) besteht.
- Informationsquellen: Offizielle Informationen und Entgelttabellen werden vom Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bereitgestellt.
TVöD Entgelterhöhung 2026 für Bund und Kommunen
Für die Angestellten des Bundes und der Kommunen bringt das Jahr 2026 eine bereits feststehende finanzielle Verbesserung. Basierend auf dem Tarifabschluss aus dem Vorjahr, tritt zum 1. Mai 2026 die zweite Stufe der Gehaltserhöhung in Kraft. Die Tabellenentgelte werden pauschal um 2,8 Prozent angehoben. Beschäftigte sollten ihre Gehaltsabrechnungen nach diesem Stichtag genau prüfen, um sicherzustellen, dass die Anpassung korrekt umgesetzt wurde. Eventuelle Nachzahlungen müssen klar ausgewiesen sein.
Aktuelle Tarifrunde der Länder (TV-L) im Fokus
Während die Erhöhung für Bund und Kommunen bereits besiegelt ist, wird für die rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten der Bundesländer (mit Ausnahme von Hessen, das einen eigenen Tarifvertrag hat) derzeit noch verhandelt. Die Tarifrunde für den TV-L ist in vollem Gange und gestaltet sich, wie von Experten erwartet, schwierig. Die Gewerkschaften, allen voran ver.di und der dbb beamtenbund und tarifunion, sind mit einer Forderung von 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, in die Verhandlungen gestartet. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll bei 12 Monaten liegen. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hat ein erstes Angebot vorgelegt, das jedoch von den Gewerkschaften als unzureichend bewertet wurde. Knackpunkte sind vor allem die Höhe der prozentualen Steigerung und die von den Arbeitgebern angestrebte längere Laufzeit von 29 Monaten. Die Verhandlungen befinden sich in einer entscheidenden Phase, und es bleibt abzuwarten, ob eine Einigung am Verhandlungstisch erzielt wird oder ob es zu weiteren Warnstreiks kommt. Wie wir bereits in unserem Artikel über die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst berichtet haben, ist die Lage angespannt.
Was bedeutet der TVöD für mein Gehalt?
Das Gehalt im öffentlichen Dienst wird durch die Eingruppierung in eine bestimmte Entgeltgruppe und eine Erfahrungsstufe innerhalb dieser Gruppe bestimmt. Der TVöD legt diese Struktur fest. Die Entgeltgruppen (EG 1 bis EG 15) orientieren sich an der Qualifikation und der Komplexität der ausgeübten Tätigkeit. Innerhalb einer Entgeltgruppe steigt das Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung durch den Aufstieg in den Stufen (Stufe 1 bis Stufe 6). Um das individuelle Netto-Gehalt zu ermitteln, können sogenannte TVöD-Rechner genutzt werden, die auf Basis der Entgelttabellen und persönlicher Angaben wie Steuerklasse und Kinderfreibeträgen eine genaue Berechnung ermöglichen. Diese Rechner berücksichtigen auch die Abzüge für Steuern und Sozialversicherungen.
Neuerungen bei der Jahressonderzahlung und Urlaub
Der letzte Tarifabschluss brachte nicht nur prozentuale Entgelterhöhungen, sondern auch strukturelle Verbesserungen. Eine wesentliche Änderung betrifft die Jahressonderzahlung, umgangssprachlich auch Weihnachtsgeld genannt. Diese wird ab 2026 spürbar angehoben. Für Beschäftigte des Bundes steigt sie je nach Entgeltgruppe wie folgt:
- EG 1-8: von 90 % auf 95 %
- EG 9a-12: von 80 % auf 90 %
- EG 13-15: von 60 % auf 75 %
Bei den Kommunen (VKA) wird die Sonderzahlung auf 85 % vereinheitlicht, in den Bereichen Krankenhäuser (BT-K) und Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B) in den Entgeltgruppen 1 bis 8 sogar auf 90 %. Zudem wird eine neue Wahlmöglichkeit eingeführt: Beschäftigte können Teile ihrer Jahressonderzahlung in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln. Ab 2027 kommt für alle Beschäftigten ein zusätzlicher Urlaubstag hinzu.
Welche Entgelttabellen gelten 2026?
Die Entgelttabellen sind das Herzstück des TVöD. Sie listen detailliert auf, welches Bruttogehalt in welcher Entgeltgruppe und Stufe gezahlt wird. Für 2026 sind verschiedene Tabellen relevant. Die Tabellen für den TVöD Bund und TVöD VKA (Kommunen) sind bis zum 30. April 2026 gültig und werden dann ab dem 1. Mai 2026 durch die neuen Tabellen mit der 2,8-prozentigen Erhöhung abgelöst. Für die verschiedenen Sparten wie den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) oder die Pflege gibt es ebenfalls spezifische Tabellen, die die besonderen Anforderungen und Belastungen dieser Berufe berücksichtigen.
Vergleich ausgewählter Entgeltgruppen (VKA) ab Mai 2026
| Entgeltgruppe | Stufe 1 (Neueinstellung) | Stufe 3 (nach 3 Jahren) | Stufe 6 (nach 15 Jahren) | Typische Tätigkeit |
|---|---|---|---|---|
| E 5 | ca. 3.124 € | ca. 3.450 € | ca. 3.783 € | Sachbearbeitung mit einfacheren Aufgaben |
| E 8 | ca. 3.486 € | ca. 3.844 € | ca. 4.231 € | Qualifizierte Sachbearbeitung, z.B. Verwaltungsfachangestellte |
| E 9b | ca. 3.780 € | ca. 4.205 € | ca. 5.315 € | Sachbearbeitung mit höherem Schwierigkeitsgrad |
| E 11 | ca. 4.270 € | ca. 5.047 € | ca. 6.329 € | Tätigkeiten mit FH-Studium/Bachelor, z.B. Ingenieure |
| E 13 | ca. 4.901 € | ca. 5.710 € | ca. 7.029 € | Tätigkeiten mit wissenschaftlichem Hochschulstudium/Master |
Hinweis: Die dargestellten Werte sind gerundete Schätzungen basierend auf der 2,8% Erhöhung der VKA-Tabelle vom 01.04.2025. Die offiziellen Tabellen werden nach Inkrafttreten veröffentlicht.
Die aktuellen und zukünftigen Entgelttabellen sind auf den Webseiten des Bundesministeriums des Innern und für Heimat sowie bei den Gewerkschaften einsehbar. Das Thema Gehalt ist für viele entscheidend, wie auch unser Beitrag zur Rente von Oliver Pocher zeigt, der die Bedeutung finanzieller Vorsorge verdeutlicht.
Video-Empfehlung
Zur Vertiefung der Thematik rund um die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst empfiehlt sich die Suche nach aktuellen Beiträgen von Nachrichtenkanälen wie der Tagesschau oder dem ZDF auf YouTube. Suchen Sie nach «Tarifrunde öffentlicher Dienst 2026», um informative Videoberichte zu finden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum TVöD
Was ist der TVöD?
TVöD ist die Abkürzung für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Er regelt die Arbeitsbedingungen und das Gehalt für die meisten Angestellten von Bund und Kommunen in Deutschland, mit Ausnahme der Beamten und Richter.
Wie hoch ist die Gehaltserhöhung im TVöD 2026?
Für Beschäftigte des Bundes und der Kommunen (VKA) steigen die Gehälter zum 1. Mai 2026 um 2,8 Prozent. Für die Beschäftigten der Länder (TV-L) wird aktuell noch über eine Erhöhung verhandelt.
Wer verhandelt den TVöD?
Die Tarifverhandlungen werden auf Arbeitnehmerseite hauptsächlich von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem dbb beamtenbund und tarifunion geführt. Auf Arbeitgeberseite verhandeln der Bund (vertreten durch das Bundesministerium des Innern) und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).
Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-L?
Der TVöD gilt für Angestellte des Bundes und der Kommunen. Der TV-L (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder) gilt hingegen für die Angestellten der deutschen Bundesländer, mit Ausnahme von Hessen, welches einen eigenen Tarifvertrag hat.
Wo finde ich meine Entgeltgruppe?
Ihre Entgeltgruppe und Stufe sind in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt. Die Eingruppierung richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen, die in der Entgeltordnung des TVöD beschrieben sind und Ihrer Qualifikation sowie den Ihnen übertragenen Aufgaben entsprechen.
Fazit: Ein dynamisches Jahr für den öffentlichen Dienst
Das Jahr 2026 ist für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von großer Bedeutung. Während die Angestellten bei Bund und Kommunen von einer bereits beschlossenen Erhöhung des TVöD um 2,8 % sowie strukturellen Verbesserungen bei Sonderzahlung und Urlaub profitieren, blicken die Beschäftigten der Länder gespannt auf den Ausgang der laufenden Tarifverhandlungen. Die Ergebnisse dieser Runden werden nicht nur die Einkommenssituation von über einer Million Menschen direkt beeinflussen, sondern auch eine Signalwirkung für zukünftige Tarifabschlüsse haben. Es ist entscheidend, sich über die Entwicklungen und die finalen Ergebnisse des TVöD informiert zu halten, um die eigenen Ansprüche zu kennen und die Gehaltsabrechnung korrekt nachvollziehen zu können. Vertrauenswürdige Informationen bieten hierzu die offiziellen Seiten der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der Gewerkschaften.