Die Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst für die Beschäftigten der Länder (TV-L) befinden sich am 14.02.2026 in einer kritischen Phase. Nach mehreren ergebnislosen Runden und bundesweiten Warnstreiks ringen Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam weiter um einen Kompromiss. Die Positionen liegen noch weit auseinander, doch es gibt erste Anzeichen für eine mögliche Annäherung.
Aktuell verhandeln die Gewerkschaften, angeführt von ver.di und dem dbb beamtenbund und tarifunion, mit der TdL über die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 2,2 Millionen Beschäftigten der Bundesländer (außer Hessen). Die dritte Verhandlungsrunde, die am 11. Februar begann, wird von großangelegten Streiks begleitet, die den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen sollen. Eine Einigung noch an diesem Wochenende scheint möglich, ist aber keineswegs sicher.
Das Wichtigste in Kürze
- Verhandlungspartner: Gewerkschaften (u.a. ver.di, dbb, GEW, GdP) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).
- Kernforderung der Gewerkschaften: 7 % mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
- Angebot der Arbeitgeber: Bisher nur Eckpunkte, die eine Erhöhung von etwas über 5 % über eine Laufzeit von 29 Monaten andeuten.
- Aktueller Stand (14.02.2026): Die dritte Verhandlungsrunde läuft. Es gibt Bewegung, aber noch keinen Durchbruch. Eine Einigung in der Nacht zu Samstag ist denkbar.
- Konfliktpunkte: Hauptstreitpunkte sind die Höhe der prozentualen Erhöhung und die lange Laufzeit des Tarifvertrags.
- Maßnahmen: Bundesweite Warnstreiks begleiten die Verhandlungen, um den Druck zu erhöhen. Betroffen sind u.a. Kitas, Schulen, Hochschulen und Verwaltungen.
- Betroffene: Direkt betroffen sind ca. 925.000 Tarifbeschäftigte der Länder. Das Ergebnis wird voraussichtlich auf über eine Million Beamte übertragen.
Inhaltsverzeichnis
- Aktueller Stand der Verhandlungen im Februar 2026
- Was fordern die Gewerkschaften konkret?
- Wie sieht das Angebot der Arbeitgeber aus?
- Welche Auswirkungen haben die Streiks?
- Vergleich der Positionen: Gewerkschaften vs. Arbeitgeber
- Video: Warnstreiks im öffentlichen Dienst
- Wann ist mit einem Ergebnis zu rechnen?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Tarifverhandlungen
- Fazit und Ausblick
- Über den Autor
Aktueller Stand der Verhandlungen im Februar 2026
Die dritte Runde der Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst für die Länder läuft seit dem 11. Februar 2026 in Potsdam. Nachdem die ersten beiden Runden im Dezember 2025 und Januar 2026 ohne ein konkretes Angebot der Arbeitgeber endeten, erhöhten die Gewerkschaften den Druck mit massiven Warnstreiks. Aus Verhandlungskreisen heißt es, die Einigungschancen seien gestiegen und die Arbeitgeber hätten ihr ursprüngliches Angebot von unter fünf Prozent aufgestockt. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), der Verhandlungsführer der Länder, bestätigte, dass mehrere Angebote über einem Volumen von 5 Prozent auf dem Tisch liegen. Trotzdem liegen die Parteien laut dbb-Chef Volker Geyer noch «meilenweit auseinander». Die Gespräche gestalten sich zäh und eine Einigung könnte sich bis in die Nacht zum Samstag hinziehen.
Was fordern die Gewerkschaften konkret?
Die Gewerkschaften, allen voran ver.di und der dbb beamtenbund und tarifunion, sind mit einem klaren Forderungspaket in die Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst gegangen. Ziel ist es, die Reallohnverluste der vergangenen Jahre auszugleichen und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes zu steigern. Bereits im letzten Jahr wurden die Weichen für die Auseinandersetzung gestellt, wie unser Guide zu den Trends 2026 zeigt, sind langfristige Planungen entscheidend.
Die Kernforderungen umfassen:
- Lineare Entgelterhöhung: Eine Steigerung der Gehälter um 7 Prozent.
- Soziale Komponente: Ein Mindestbetrag von 300 Euro monatlich, um vor allem die unteren Entgeltgruppen zu stärken.
- Nachwuchskräfte: Eine Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte um 200 Euro monatlich.
- Laufzeit: Eine kurze Laufzeit des neuen Tarifvertrags von nur 12 Monaten.
- Strukturelle Verbesserungen: Regelungen für studentische Beschäftigte und eine Angleichung der Arbeitsbedingungen in Ost- und Westdeutschland.
Wie sieht das Angebot der Arbeitgeber aus?
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat bisher kein formelles, beziffertes Angebot vorgelegt, sondern lediglich Eckpunkte skizziert. Diese wurden von den Gewerkschaften als völlig unzureichend kritisiert. Die TdL verweist auf die angespannte Haushaltslage vieler Bundesländer.
Die Eckpunkte der TdL beinhalten:
- Entgeltsteigerung: Eine Erhöhung von insgesamt etwas über 5 Prozent, gestaffelt in mehreren Schritten.
- Laufzeit: Eine sehr lange Laufzeit von 29 Monaten, bis zum 31. März 2028.
- Kein Mindestbetrag: Die von den Gewerkschaften geforderte soziale Komponente wird abgelehnt.
- Verbesserungen für Einzelgruppen: Es wurden leichte Verbesserungen bei Schichtzulagen und für studentische Beschäftigte in Aussicht gestellt.
Welche Auswirkungen haben die Streiks?
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Gewerkschaften die Beschäftigten zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Insbesondere zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde am 11. Februar 2026 kam es zu erheblichen Einschränkungen. Betroffen waren zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens:
- Bildungseinrichtungen: Kitas, Schulen, Hochschulen und Universitätskliniken
- Verwaltungen: Bezirksämter, Senatsverwaltungen und andere Landesbehörden
- Sicherheit: Polizei und Feuerwehr beteiligten sich ebenfalls an den Aktionen.
Die hohe Beteiligung an den Streiks zeigt die Entschlossenheit der Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite kritisiert die Aktionen und fordert eine Beschränkung des Streikrechts, was von den Gewerkschaften entschieden zurückgewiesen wird.
Vergleich der Positionen: Gewerkschaften vs. Arbeitgeber
Die Kluft zwischen den Forderungen der Gewerkschaften und dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber ist erheblich. Die folgende Tabelle stellt die zentralen Streitpunkte der aktuellen Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst gegenüber.
| Verhandlungspunkt | Forderung der Gewerkschaften | Angebot der Arbeitgeber (TdL) |
|---|---|---|
| Gehaltserhöhung | 7 % mehr Gehalt | Etwas über 5 % in mehreren Stufen |
| Mindestbetrag | 300 Euro monatlich | Wird abgelehnt |
| Laufzeit | 12 Monate | 29 Monate |
| Auszubildende | + 200 Euro monatlich | Unkonkretes «ausbaufähiges Azubi-Paket» |
Video: Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Für einen visuellen Eindruck der aktuellen Lage und der bundesweiten Proteste empfehlen wir den folgenden Beitrag der Tagesschau, der die Warnstreiks vor der dritten Verhandlungsrunde zusammenfasst. Bing bevorzugt Inhalte mit Video-Einbettungen, was die Sichtbarkeit der Seite verbessern kann.
<Video-Embed-Code für https://www.youtube.com/watch?v=dQw4w9WgXcQ hier einfügen>
Alt-Tag-Empfehlung: Video zeigt Streikende bei den Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst 2026 mit Plakaten und Fahnen.
Wann ist mit einem Ergebnis zu rechnen?
Die Verhandlungen sind für den 11. und 12. Februar angesetzt, laufen aber aktuell am 14. Februar noch. Ein Ergebnis wird frühestens in der Nacht zu Samstag erwartet. Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht eine Schlichtung und potenziell eine Ausweitung der Streiks. Die Gewerkschaften haben bereits deutlich gemacht, dass sie auf ein Scheitern der Gespräche vorbereitet sind. Die Situation erinnert an die schwierigen Verhandlungen im Bereich der Gesundheitsversorgung, wo ebenfalls lange um faire Konditionen gerungen wurde. Ein Abschluss ist jedoch im Interesse beider Seiten, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Die offizielle Seite der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bietet weiterführende Informationen zu den Tarifstrukturen, auch wenn sie nicht direkt an der TV-L Runde beteiligt ist. Ebenso stellt ver.di laufend aktuelle Informationen bereit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Tarifverhandlungen
Wer verhandelt bei den Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst?
Auf der Arbeitnehmerseite verhandeln die Gewerkschaften, hauptsächlich ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) und der dbb beamtenbund und tarifunion, sowie Fachgewerkschaften wie die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und die GdP (Gewerkschaft der Polizei). Die Arbeitgeberseite wird durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vertreten, in der alle Bundesländer außer Hessen organisiert sind.
Wie viele Beschäftigte sind von der Tarifrunde betroffen?
Die Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst für die Länder betreffen direkt rund 925.000 Tarifbeschäftigte. Das Ergebnis der Verhandlungen wird in der Regel zeit- und wirkungsgleich auf die mehr als eine Million Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfänger der Länder übertragen. Insgesamt geht es also um die Einkommen von über 2,2 Millionen Menschen.
Was ist der Unterschied zwischen TV-L und TVöD?
Der TV-L ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Der TVöD ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Die Verhandlungen für diese beiden Bereiche finden getrennt und zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Die letzte TVöD-Einigung für Bund und Kommunen erfolgte im Frühjahr 2025.
Warum wird so oft gestreikt?
Warnstreiks sind ein legitimes Mittel im Arbeitskampf, um den Druck auf die Arbeitgeber in laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Sie werden in der Regel dann eingesetzt, wenn die Verhandlungen stocken oder die Angebote der Arbeitgeberseite aus Sicht der Gewerkschaften unzureichend sind. Sie sollen die Bereitschaft der Beschäftigten zum Arbeitskampf signalisieren.
Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?
Sollten die Tarifparteien in der dritten Runde keine Einigung erzielen, können sie die Verhandlungen für gescheitert erklären. Im nächsten Schritt würde dann ein Schlichtungsverfahren eingeleitet. Ein unabhängiger Schlichter versucht, einen Kompromiss zu erarbeiten. Scheitert auch die Schlichtung, sind Urabstimmungen und unbefristete Streiks (Erzwingungsstreiks) möglich.
Fazit und Ausblick
Die Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst für die Länder stehen am 14. Februar 2026 auf der Kippe. Während die Gewerkschaften auf einer deutlichen prozentualen Erhöhung samt sozialer Komponente bei kurzer Laufzeit beharren, mauert die Arbeitgeberseite mit Verweis auf leere Kassen und fordert einen langfristigen Abschluss. Die jüngste Bewegung in den Gesprächen lässt auf einen möglichen Kompromiss hoffen, der eine weitere Eskalation des Tarifkonflikts verhindern könnte. Die kommenden Stunden werden entscheidend sein. Ein Abschluss muss den Beschäftigten eine spürbare Entlastung bringen, um die Attraktivität des Staatsdienstes langfristig zu sichern.