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Die alpine Ski-Welt blickt auf eine der bemerkenswertesten Geschichten der Olympischen Winterspiele 2026: Sarah Schleper, die mit 47 Jahren nicht nur zu den ältesten Athletinnen zählt, sondern gemeinsam mit ihrem Sohn Lasse Gaxiola für Mexiko an den Start geht und damit Sportgeschichte schreibt. Diese Entwicklung ist, Stand 12.02.2026, das Top-Thema der Ski-Saison und zeigt eindrucksvoll, dass Alter im Spitzensport nur eine Zahl ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Olympia-Geschichte: Sarah Schleper und ihr Sohn Lasse Gaxiola sind das erste Mutter-Sohn-Duo, das bei denselben Olympischen Winterspielen im Ski Alpin antritt.
- Siebte Olympiateilnahme: Für Sarah Schleper sind die Spiele in Mailand Cortina 2026 bereits die siebten, eine außergewöhnliche Leistung.
- Nationenwechsel: Ursprünglich für die USA startend, repräsentiert sie seit 2014 Mexiko, die Heimat ihres Ehemannes.
- Alter als Rekord: Mit 47 Jahren gehört sie zu den ältesten Teilnehmerinnen in der Geschichte des alpinen Skisports bei Olympia.
- Ikonischer Moment: Unvergessen ist ihr Karriereende 2011, als sie im Sommerkleid und mit ihrem Sohn auf dem Arm ihren letzten Lauf für die USA absolvierte.
- Eine Inspiration: Ihre Karriere ist ein Beweis für Leidenschaft, Durchhaltevermögen und die Vereinbarkeit von Familie und Profisport.
- Disziplinen: Schleper ist primär eine technische Spezialistin, die sich auf Slalom und Riesenslalom konzentriert.
Wer ist Sarah Schleper? Eine Karriere zwischen USA und Mexiko
Sarah Schleper, geboren am 19. Februar 1979 in Glenwood Springs, Colorado, ist eine amerikanisch-mexikanische Skirennläuferin, deren Karriere sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Aufgewachsen in der Ski-Hochburg Vail, stand sie bereits mit zwei Jahren auf Skiern und entwickelte schnell eine tiefe Leidenschaft für den Sport. Ihre lange und erfolgreiche Karriere begann sie im US-Skiteam, für das sie an vier Olympischen Winterspielen (1998, 2002, 2006, 2010) teilnahm. Ihr bestes Olympia-Ergebnis für die USA war ein zehnter Platz im Slalom in Turin 2006.
Im Jahr 2011 schien ihre Karriere mit einem emotionalen Paukenschlag zu enden. Bei ihrem letzten Weltcup-Rennen in Lienz fuhr sie nicht im Rennanzug, sondern in einem Sommerkleid, stoppte auf halber Strecke, nahm ihren damals dreijährigen Sohn Lasse in den Arm und fuhr mit ihm über die Ziellinie – ein Bild, das um die Welt ging. Doch das war nicht das Ende. Durch ihre Heirat mit dem Mexikaner Federico Gaxiola erlangte sie die mexikanische Staatsbürgerschaft und entschied sich 2014 für ein Comeback unter neuer Flagge. Dieser Schritt ermöglichte es ihr nicht nur, ihre eigene Karriere fortzusetzen, sondern auch den Skisport in Mexiko zu fördern, wie auch die Geschichte von Axel Jungk zeigt, der ebenfalls eine lange und beeindruckende Karriere verfolgt.
Olympia 2026: Ein Traum wird wahr
Die Olympischen Spiele 2026 in Mailand Cortina sind der vorläufige Höhepunkt ihrer zweiten Karriere. Dass Sarah Schleper hier nicht allein ist, macht die Geschichte so besonders. Ihr Sohn, Lasse Gaxiola, hat sich ebenfalls für das mexikanische Team qualifiziert. Gemeinsam bilden sie das erste Mutter-Sohn-Gespann in der Geschichte der Winterspiele. «Seit vielen Jahren dachten wir, dass es passieren könnte, und jetzt zu sehen, dass es tatsächlich passiert … es ist schwer zu begreifen», sagte Schleper in einem Interview. Bei der Eröffnungsfeier trug sie stolz die mexikanische Fahne. Die aktuellen Entwicklungen rund um die Spiele können Sie auch in unserem Beitrag Olympia heute live mitverfolgen.
Was macht die Leistungen von Sarah Schleper so außergewöhnlich?
Die Langlebigkeit von Sarah Schlepers Karriere ist im Hochleistungssport Ski Alpin, der von jungen Talenten dominiert wird, eine absolute Seltenheit. Während viele Athletinnen ihre Karriere mit Anfang 30 beenden, hat Schleper einen Weg gefunden, ihre Leidenschaft weiterzuleben. Sie trotzt nicht nur den körperlichen Anforderungen, sondern auch den Konventionen. Ihr Comeback für Mexiko war ein mutiger Schritt, der von tiefem familiären und sportlichem Antrieb geprägt war. Sie ist nicht nur Athletin, sondern auch Trainerin, Mutter und Mentorin für junge mexikanische Talente.
Video-Empfehlung: Sarah Schlepers legendärer Abschiedslauf 2011
Um die emotionale Tiefe ihrer Geschichte zu verstehen, empfiehlt sich ein Blick auf ihren ikonischen letzten Lauf für das US-Team in Lienz 2011. Suchen Sie auf YouTube nach «Sarah Schleper last run Lienz 2011», um diesen unvergesslichen Moment zu erleben.
Die sportlichen Erfolge und Rekorde im Überblick
Obwohl sie für Mexiko keine Podiumsplätze im Weltcup mehr anstrebt, ist ihre Karrierebilanz beeindruckend. Für die USA holte sie einen Weltcupsieg im Slalom (Lenzerheide 2005) und insgesamt vier Podiumsplätze. Ihre Konstanz über Jahre hinweg brachte ihr den Ruf einer unermüdlichen Kämpferin ein.
| Ereignis | Details | Nation |
|---|---|---|
| Weltcup-Debüt | 18. November 1995 | USA |
| Olympia-Teilnahmen | 1998, 2002, 2006, 2010, 2018, 2022, 2026 | USA / Mexiko |
| Weltcupsieg | 12. März 2005, Slalom in Lenzerheide | USA |
| Bestes Olympia-Ergebnis | 10. Platz, Slalom, Turin 2006 | USA |
| Nationenwechsel | 2014 | Mexiko |
| Historischer Olympia-Start | 2026, mit Sohn Lasse Gaxiola | Mexiko |
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Sarah Schleper
Wie alt ist Sarah Schleper bei Olympia 2026?
Sarah Schleper wurde am 19. Februar 1979 geboren. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 ist sie 47 Jahre alt und damit eine der ältesten Athletinnen im alpinen Skisport.
Warum startet Sarah Schleper für Mexiko?
Nach ihrem offiziellen Rücktritt vom US-Skiteam im Jahr 2011 heiratete Sarah Schleper den Mexikaner Federico Gaxiola und nahm dessen Staatsbürgerschaft an. 2014 entschied sie sich für ein Comeback und startet seitdem für Mexiko, um ihre Karriere fortzusetzen und den Skisport dort zu fördern.
Hat Sarah Schleper Medaillen bei Olympia gewonnen?
Nein, Sarah Schleper hat bisher keine olympische Medaille gewonnen. Ihr bestes Ergebnis war ein 10. Platz im Slalom bei den Spielen 2006 in Turin, als sie noch für die USA antrat.
Wer ist der Sohn von Sarah Schleper?
Ihr Sohn ist Lasse Gaxiola. Er ist ebenfalls Skirennläufer und tritt bei den Olympischen Spielen 2026 gemeinsam mit seiner Mutter für das mexikanische Team an, was ein historisches Ereignis ist.
Was war Sarah Schlepers größter Erfolg?
Ihr größter sportlicher Einzelerfolg war der Sieg im Slalom-Weltcup in Lenzerheide, Schweiz, am 12. März 2005. Ihr historischer Verdienst ist jedoch die Teilnahme an sieben Olympischen Spielen und der gemeinsame Start mit ihrem Sohn 2026.
Fazit: Eine lebende Legende auf und neben der Piste
Die Geschichte von Sarah Schleper ist mehr als nur eine Sportlerbiografie. Sie ist ein inspirierendes Beispiel für unbändige Leidenschaft, die Überwindung von Grenzen und die tiefe Verbindung von Familie und Sport. Ihr gemeinsamer Olympia-Auftritt mit Sohn Lasse ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern ein historischer Moment, der in den Annalen der Winterspiele für immer einen besonderen Platz haben wird. Schleper beweist, dass Träume kein Ablaufdatum haben und der Wille einer Athletin Berge – oder in ihrem Fall Skipisten – versetzen kann. Für weitere Informationen zu Athletenbiografien besuchen Sie die offizielle Seite des Olympischen Komitees oder die Datenbank des Internationalen Skiverbands (FIS).
Über den Autor:
Jan Schmidt ist ein erfahrener Sportjournalist mit über 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über den alpinen Skisport. Er hat mehrere Olympische Winterspiele und Weltmeisterschaften vor Ort begleitet und ist spezialisiert auf Athletenporträts und Hintergrundgeschichten, die den Sport menschlich machen.