„Es ist wieder so ruhig oder so unruhig wie die letzten Jahre auch“, kommentierte der Kölner Polizeidirektor Martin Lotz die Sicherheitslage vor dem Start des Straßenkarnevals. Auch in Österreich fiebern die Narren dem Beginn der fünften Jahreszeit entgegen. Doch was genau bedeutet Weiberfastnacht 2024?

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Weiberfastnacht, auch bekannt als Altweiberdonnerstag, markiert den Auftakt des Straßenkarnevals. Traditionell stürmen an diesem Tag Frauen die Rathäuser, um symbolisch die Macht zu übernehmen. Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, symbolisiert den kurzzeitigen Verlust der männlichen Autorität in der «verkehrten Welt» des Karnevals.
Was erwartet uns an Weiberfastnacht?
An Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Aschermittwoch, beginnt in den Karnevalshochburgen der Straßenkarneval. Frauen übernehmen symbolisch die Macht, indem sie Rathäuser stürmen und Männern die Krawatten abschneiden. In Köln beispielsweise werden Hunderttausende Feiernde erwartet, während die Polizei die Sicherheitslage als «abstrakt hoch» einschätzt.
Die Bedeutung von Weiberfastnacht in Österreich
Auch wenn der rheinische Karneval mit seinen Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz international bekannt ist, hat das Faschingstreiben auch in Österreich eine lange Tradition. Besonders in den Bundesländern Tirol, Steiermark und Kärnten wird der Fasching ausgiebig gefeiert. Weiberfastnacht, oder wie sie regional genannt wird, «Fettdonnerstag», markiert auch hier den Übergang in die heiße Phase des Faschings.
Anders als in Deutschland, wo der Fokus stark auf den Rathausstürmen liegt, stehen in Österreich eher regionale Bräuche und Umzüge im Vordergrund. So gibt es beispielsweise in Telfs in Tirol den «Schleicherlaufen», einen traditionellen Fasnachtsumzug, der nur alle fünf Jahre stattfindet und bei dem aufwendige Masken und Kostüme getragen werden. In Villach, Kärnten, findet der «Villacher Fasching» statt, der mit seinen humorvollen Umzügen und satirischen Darbietungen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. (Lesen Sie auch: Hochhausbrand Berlin: Kind Stirbt, viele Wohnungen Unbewohnbar)
Länder-Kontext
- Österreichische Vielfalt: Während in Deutschland der rheinische Karneval dominiert, zeichnet sich der Fasching in Österreich durch regionale Vielfalt und Bräuche aus.
- Fokus auf Umzüge: Im Gegensatz zu den Rathausstürmen in Deutschland stehen in Österreich traditionelle Fasnachtsumzüge im Vordergrund.
- «Fettdonnerstag»: Weiberfastnacht ist in Österreich auch als «Fettdonnerstag» bekannt, was auf die traditionellen, reichhaltigen Speisen an diesem Tag hinweist.
- Regionale Unterschiede: Die Ausgestaltung des Faschings variiert stark zwischen den einzelnen Bundesländern und Regionen Österreichs.
Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen
Wie Stern berichtet, sind die Behörden in den Karnevalshochburgen Deutschlands bestens auf den Ansturm der Feiernden vorbereitet. In Köln beispielsweise werden zahlreiche Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie Sicherheitskräfte eingesetzt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz, um auf mögliche Gefahrensituationen reagieren zu können. Auch in Österreich werden im Vorfeld von Faschingsumzügen und Veranstaltungen Sicherheitskonzepte erstellt, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Dabei arbeiten die Gemeinden eng mit der Polizei und anderen Sicherheitsorganisationen zusammen.
Die Sicherheitslage wird von den Behörden ernst genommen, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage. Auch wenn es keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge gibt, ist die allgemeine Gefährdungslage hoch. Daher werden verstärkte Kontrollen durchgeführt und die Präsenz von Sicherheitskräften erhöht.
Der Ursprung der Weiberfastnacht
Die Weiberfastnacht hat ihre Wurzeln im Mittelalter. In der damaligen Zeit waren die Geschlechterrollen streng festgelegt. Der Karneval bot die Möglichkeit, diese Rollen für einige Tage aufzubrechen. Frauen nutzten die «verkehrte Welt» des Karnevals, um sich über die Autorität der Männer hinwegzusetzen und für kurze Zeit die Kontrolle zu übernehmen. Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, ist ein Relikt aus dieser Zeit und symbolisiert den Verlust der männlichen Macht.
Im Laufe der Zeit hat sich die Weiberfastnacht zu einem festen Bestandteil des Karnevals entwickelt und ist heute ein beliebtes Fest, das von Frauen und Männern gleichermaßen gefeiert wird. Die ursprüngliche Bedeutung, die Aufhebung der Geschlechterrollen, ist jedoch bis heute erhalten geblieben.
Wie wird das Wetter an Weiberfastnacht 2024?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für die Karnevalstage in Deutschland wechselhaftes Wetter. Mit wiederholten und teils länger anhaltenden Regenfällen ist zu rechnen. Zudem kann es windig werden, in Verbindung mit Schauern sind starke bis stürmische Böen möglich. Die Höchstwerte liegen demnach bei acht bis elf Grad. Ob das Wetter auch in Österreich ähnlich ausfällt, bleibt abzuwarten. Aktuelle Wetterinformationen sind beim Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erhältlich. (Lesen Sie auch: Wohnungsbrand Berlin: Kind Stirbt bei Feuer in…)
Trotz der ungünstigen Wetterprognosen lassen sich die Karnevalisten die Stimmung nicht verderben. Mit der richtigen Kleidung und guter Laune wird auch Weiberfastnacht 2024 zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Stern berichtet, dass die Vorfreude auf den Straßenkarneval ungebrochen ist.
Regionale Unterschiede im Faschingsbrauchtum
Der Fasching in Österreich ist geprägt von einer Vielzahl regionaler Bräuche und Traditionen. So gibt es beispielsweise in einigen Regionen Tirols die «Matschgerer», vermummte Gestalten, die mit ihren Glocken und Peitschen den Winter austreiben sollen. In anderen Regionen werden traditionelle Faschingsumzüge mit aufwendigen Kostümen und Masken veranstaltet. Die Vielfalt der Bräuche spiegelt die kulturelle Vielfalt Österreichs wider.
Auch die kulinarischen Traditionen unterscheiden sich von Region zu Region. So gibt es beispielsweise in Kärnten die «Kärntner Kasnudeln», eine regionale Spezialität, die traditionell an Fasching gegessen wird. In anderen Regionen werden Krapfen und andere süße Leckereien serviert. Die regionalen Unterschiede machen den Fasching in Österreich zu einem einzigartigen Erlebnis.
Der Fasching, auch Karneval oder Fastnacht genannt, ist eine Zeit des ausgelassenen Feierns und der Freude. Er beginnt traditionell am 11. November und endet mit dem Aschermittwoch. Die Zeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch wird als «heiße Phase» des Faschings bezeichnet. (Lesen Sie auch: Schulmassaker Kanada: Psychische Probleme des Täters Bekannt)

Die Tradition des Faschings ist tief in der europäischen Kultur verwurzelt und hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Auch heute noch ist der Fasching ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in vielen Regionen Europas.
Die Vorbereitungen für die Faschingszeit beginnen oft schon Monate im Voraus. Kostüme werden entworfen und genäht, Umzüge geplant und organisiert. Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich, um den Fasching zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Die Faschingszeit ist somit nicht nur eine Zeit des Feierns, sondern auch eine Zeit des Zusammenhalts und der Gemeinschaft.
Auch wenn die Weiberfastnacht und der Fasching in den einzelnen Regionen unterschiedlich gefeiert werden, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie bringen Menschen zusammen und sorgen für Freude und Ausgelassenheit. In einer Zeit, die oft von Hektik und Stress geprägt ist, bietet der Fasching die Möglichkeit, für einige Tage dem Alltag zu entfliehen und das Leben zu genießen.
Das Faschingstreiben in Österreich ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zahlreiche Unternehmen profitieren von den Faschingsveranstaltungen, sei es durch den Verkauf von Kostümen, Speisen und Getränken oder durch die Bereitstellung von Unterkünften und Transportmitteln. Der Fasching trägt somit auch zur regionalen Wertschöpfung bei.
Wie die Kleine Zeitung berichtet, freuen sich die Menschen in Österreich auf eine ausgelassene Faschingszeit. (Lesen Sie auch: Hochhausbrand Berlin: Kinder unter Schwerverletzten)
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Fasching ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Österreich. Die Traditionen werden von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neu interpretiert. So bleibt der Fasching lebendig und aktuell.
Fazit
Obwohl die Weiberfastnacht traditionell eher mit den Karnevalshochburgen in Deutschland assoziiert wird, spielt der Fasching auch in Österreich eine bedeutende Rolle. Die regionalen Unterschiede in den Bräuchen und Traditionen machen den Fasching in Österreich zu einem einzigartigen Erlebnis. Während in Deutschland der Fokus auf den Rathausstürmen liegt, stehen in Österreich eher die traditionellen Fasnachtsumzüge im Vordergrund. Trotzdem eint beide Länder die Freude am Feiern und die Ausgelassenheit, die mit dem Fasching verbunden sind. Weiberfastnacht 2024 markiert auch in Österreich den Beginn der «heißen Phase» des Faschings, auf die sich viele Menschen schon lange freuen.




