Der VW Betriebsrat steht im Februar 2026 vor wegweisenden Entscheidungen: Die im Frühjahr anstehende Betriebsratswahl wird zur Richtungsentscheidung für den kriselnden Autobauer. Betriebsratschefin Daniela Cavallo und ihr Stellvertreter Jürgen Mahnkopf wurden bereits mit starkem Rückhalt nominiert – in einer Phase, in der Volkswagen mit Stellenabbau, Tarifverhandlungen und Standortunsicherheiten kämpft.
Das Wichtigste in Kürze: VW Betriebsrat 2026
- Daniela Cavallo erhielt bei der Nominierung für die Betriebsratswahl 2026 91,9 Prozent der Stimmen, Jürgen Mahnkopf 76,2 Prozent
- VW einigte sich Ende 2024 mit IG Metall und Betriebsrat auf die Vereinbarung «Zukunft Volkswagen» mit Jobgarantie bis Ende 2030 und ohne Werkschließungen
- Der Konzern plant den Abbau von 35.000 der bisher rund 130.000 Stellen in Deutschland bis 2030 – fast jede vierte Position
- VW betreibt in Deutschland zehn Werke: sechs in Niedersachsen, drei in Sachsen und eines in Hessen
- Die Betriebsratswahl findet im Frühjahr 2026 statt, einen festen Termin gibt es noch nicht
Daniela Cavallo: Die mächtigste Arbeitnehmervertreterin Deutschlands
Daniela Cavallo ist seit Mai 2021 Vorsitzende des Gesamt-, Konzern- und lokalen Betriebsrats der Volkswagen-Gruppe. In dieser Position gilt sie als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der deutschen Industrielandschaft. Die 1975 geborene Cavallo begann ihre berufliche Laufbahn 1994 als Auszubildende zur Industriekauffrau bei VW und engagierte sich früh in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, bevor sie 2002 in den Betriebsrat gewählt wurde.
Ihre klare Haltung zeigt sich besonders in Krisenzeiten: «Volkswagen gehört nicht allein den Aktionärinnen und Aktionären! Volkswagen gehört auch uns. Der Belegschaft. Und ja: VW gehört auch eindeutig der Mitbestimmung!», sagte Cavallo bei einer Kundgebung. Diese Grundsatzrede verdeutlicht ihren Machtanspruch in der Mitbestimmung bei Europas größtem Autobauer.
Nominierung für Betriebsratswahl 2026: Starker Rückhalt trotz Krise
Beinahe 300 Vertrauensleute der IG Metall am Volkswagen-Standort Wolfsburg nominierten Daniela Cavallo und Jürgen Mahnkopf als Spitzenkandidaten für die Betriebsratswahl 2026, wobei Cavallo 91,9 Prozent und Mahnkopf 76,2 Prozent der Stimmen erhielten. Dieser Vertrauensbeweis kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem die Weichen für die Zukunft des Konzerns neu gestellt werden.
Wie bereits in unserem Artikel über Hardy Krüger Junior berichtet, zeigen prominente Persönlichkeiten in Krisenzeiten oft besondere Stärke – eine Parallels zu Cavallos entschlossenem Auftreten.
Tarifeinigung Dezember 2024: Kompromiss mit Schmerzen
Kurz vor Weihnachten 2024 einigte sich der Konzern nach zähen Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat auf die gemeinsame Vereinbarung «Zukunft Volkswagen», mit einer Jobgarantie bis Ende 2030 sowie dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Werkschließungen. Dieser Kompromiss gilt als historischer Erfolg der Arbeitnehmervertretung.
Kernpunkte der Tarifeinigung
| Bereich | Maßnahme | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Stellenabbau | 35.000 Stellen von 130.000 | Bis 2030 |
| Jobgarantie | Keine betriebsbedingten Kündigungen | Bis Ende 2030 |
| Kapazitätsreduzierung | 734.000 Einheiten technische Reduktion | Alle deutschen Werke |
| Gehaltsstruktur | Analyse und Neuverhandlung | 2025-2026 |
| Werkschließungen | Ausgeschlossen | Vereinbarung gilt bis Ende 2026 |
Auf der ersten Betriebsversammlung nach dem Tarifabschluss war die Stimmung deutlich entspannter als zuvor, als Cavallo vor allem Widerstand mobilisiert hatte – beide Seiten bemühten sich, ein Zukunftsbild zu zeichnen und das Kriegsbeil zu begraben.
Kritik und Verteidigung: War mehr drin?
Cavallo wies Kritik aus der Belegschaft zurück, mit härterem Arbeitskampf wäre mehr herauszuholen gewesen – dies hätte die Fronten nur verhärtet und zu dramatischeren Einschnitten geführt, die Folge wäre ein gelähmter Konzern gewesen, der in endlosen Konflikten versinkt.
Herausforderungen 2026: Offene Baustellen
Trotz der Einigung bleiben zahlreiche Fragen ungeklärt. VW kündigte den Abbau von 35.000 der bisher rund 130.000 Stellen an, doch wie das ohne betriebsbedingte Kündigungen gelingen soll, ist offen – Cavallo betonte, dass die Arbeitsplätze nicht wie von Zauberhand verschwinden werden und Altersteilzeit allein nicht ausreichen werde.
Standorte in der Schwebe
Cavallo stellte klar, dass keines der Werke dichtgemacht wird, insbesondere auch Osnabrück und Dresden nicht, doch in Dresden sollen ab 2026 keine Autos mehr gebaut werden. Für beide Standorte müssen bis dahin Alternativkonzepte erarbeitet werden.
Die Situation erinnert an andere Branchen, wie etwa die Herausforderungen im Klimawandel, wo strukturelle Veränderungen massive Anpassungen erfordern.
VW-Standorte in Deutschland: Überblick
Insgesamt betreibt die Marke VW in Deutschland zehn Werke, davon sechs in Niedersachsen, drei in Sachsen und eines in Hessen. Die wichtigsten Standorte im Überblick:
- Wolfsburg: Das Stammwerk am Mittellandkanal ist die größte zusammenhängende Autofabrik der Welt mit rund 62.000 Mitarbeitern auf 6,5 Quadratkilometern
- Hannover: Hauptsitz von VW Nutzfahrzeuge mit rund 14.200 Mitarbeitern
- Emden: Umgebaut zum reinen Elektro-Standort mit 8.600 Mitarbeitern
- Osnabrück: Rund 2.300 Mitarbeiter, Zukunft nach 2026 ungewiss
- Dresden (Gläserne Manufaktur): Kleinster Standort, Produktion läuft 2026 aus
- Kassel-Baunatal: Zweitgrößtes Werk mit 16.000 Mitarbeitern, spezialisiert auf Komponenten
Betriebsratswahl 2026: Warum sie so wichtig ist
Der Zusammenhalt wird ein entscheidender Erfolgsfaktor sein – für die Wahl und für die Aufgaben, die vor uns liegen, denn ein gutes Wahlergebnis für die IG Metall war selten wichtiger, um gegenüber dem Unternehmen auch in Krisenzeiten kraftvoll auftreten zu können.
Tarifverhandlungen 2026
Die Diskussion um die Überarbeitung der Tarifstruktur hat gerade erst begonnen – bis Ende 2025 läuft die Analyse, 2026 soll mit der IG Metall über Änderungen verhandelt werden. Diese Verhandlungen werden zeigen, ob der sozialpartnerschaftliche Weg bei VW weiterhin trägt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann findet die VW Betriebsratswahl 2026 statt?
Die Betriebsratswahl findet im Frühjahr 2026 statt. Einen festen Termin gibt es Stand Februar 2026 noch nicht. Daniela Cavallo und Jürgen Mahnkopf wurden bereits als Spitzenkandidaten nominiert.
Wie viele Stellen baut VW in Deutschland ab?
VW plant den Abbau von 35.000 der bisher rund 130.000 Stellen in Deutschland bis 2030. Das entspricht fast jeder vierten Position. Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch bis Ende 2030 ausgeschlossen.
Welche VW-Werke sind von Schließung bedroht?
Nach der Tarifeinigung Ende 2024 sind Werkschließungen bis Ende 2026 vom Tisch. Allerdings sollen in Dresden ab 2026 keine Autos mehr gebaut werden, und für Osnabrück fehlt nach 2027 ein Folgeauftrag. Für beide Standorte werden Alternativkonzepte entwickelt.
Wer ist Daniela Cavallo?
Daniela Cavallo ist seit Mai 2021 Vorsitzende des Gesamt-, Konzern- und lokalen Betriebsrats bei Volkswagen. Die 1975 geborene Gewerkschafterin gilt als eine der mächtigsten Arbeitnehmervertreterinnen in Deutschland und kämpft entschlossen für den Erhalt von Arbeitsplätzen.
Was bedeutet die Tarifeinigung «Zukunft Volkswagen»?
Die im Dezember 2024 geschlossene Vereinbarung «Zukunft Volkswagen» sichert bis Ende 2030 eine Jobgarantie ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen. Gleichzeitig werden die Produktionskapazitäten um 734.000 Einheiten reduziert und 35.000 Stellen sozialverträglich abgebaut.
Wie läuft der Stellenabbau bei VW ohne Kündigungen?
Der Abbau von 35.000 Stellen soll über Altersteilzeit und natürliche Fluktuation erfolgen. Wie genau dies umgesetzt wird, ist noch offen. Betriebsratschefin Cavallo betonte, dass die Arbeitsplätze nicht wie von Zauberhand verschwinden werden.
Welche Rolle spielt die IG Metall bei VW?
Die IG Metall ist die führende Gewerkschaft bei VW und verhandelt die Tarifverträge. Gemeinsam mit dem Betriebsrat konnte sie die Beschäftigungsgarantie bis 2030 durchsetzen und Werkschließungen verhindern. 2026 stehen neue Tarifverhandlungen zur Gehaltsstruktur an.
Fazit: VW Betriebsrat als Stabilitätsanker in der Krise
Der VW Betriebsrat unter Daniela Cavallo hat in der schwersten Krise seit Jahrzehnten bewiesen, dass deutsche Mitbestimmung funktioniert. Die Tarifeinigung vom Dezember 2024 sicherte Arbeitsplätze und verhinderte Werkschließungen – ein Erfolg, der ohne die starke Position des Betriebsrats undenkbar gewesen wäre. Die Betriebsratswahl im Frühjahr 2026 wird zeigen, ob die Belegschaft diesen Kurs weiter mitträgt.
Doch die Herausforderungen bleiben immens: 35.000 Stellen müssen sozialverträglich abgebaut, die Tarifstruktur reformiert und für gefährdete Standorte wie Dresden und Osnabrück Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob VW den Spagat zwischen Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Verantwortung schafft.
Daniela Cavallo und ihr Team stehen dabei im Zentrum der Macht – als Gegenpol zum Management und als Stimme der über 120.000 Beschäftigten in Deutschland. Ihre Nominierung mit über 90 Prozent der Stimmen zeigt: Die Belegschaft vertraut ihr auch in stürmischen Zeiten.
Über die Autorin: Dieser Artikel wurde auf Basis aktueller Quellen und Recherchen erstellt. Alle Angaben wurden sorgfältig geprüft und entsprechen dem Stand vom 10. Februar 2026.