Sven Hannawald meldet sich bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina mit klaren Worten zu Wort. Der 51-jährige ARD-Experte und einzige Grand-Slam-Gewinner der Vierschanzentournee fordert am 09. Februar 2026 strenge Materialkontrollen und spricht über die Medaillenchancen der deutschen Springer.
Das Wichtigste in Kürze
- Sven Hannawald begleitet Olympia 2026 als ARD-Experte vor Ort in Predazzo und gewann selbst 2002 olympisches Silber auf der Normalschanze
- Der 51-Jährige fordert konsequente Disqualifikationen bei Regelverstößen: «Bei einem Millimeter konsequent alle rausschmeißen»
- Hannawald gewann 2002 als erster Skispringer alle vier Springen der Vierschanzentournee und war vierfacher Weltmeister sowie Olympiasieger im Team
- Für die deutschen Springerinnen hält er bei Olympia 2026 zwei bis drei Medaillen für möglich
- Mit Kontrollchef Mathias Hafele «weht ein anderer Wind» im Skispringen nach den Anzugskandalen
Hannawalds Weg von der Schanze ins TV-Studio
Sven Hannawald gewann 2002 als erster Skispringer alle vier Springen der Vierschanzentournee und war vierfacher Weltmeister, Olympiasieger im Team und Deutschlands Sportler des Jahres, konnte dem eigenen Erfolgsdruck jedoch nicht standhalten. 2005 beendete er seine Karriere nach einem Burnout. Heute ist die Skisprung-Legende aus dem Erzgebirge eine gefragte Stimme im deutschen Wintersport.
Für die ARD arbeitet Hannawald als Skispringen-Experte während der Olympischen Winterspiele 2026. Lea Wagner moderiert und führt mit Experte Sven Hannawald durch die Vorberichterstattung, kommentiert wird das Olympia Normalschanze Skispringen von Tom Bartels. Seine Analysen sind technisch fundiert und psychologisch einfühlsam – Hannawald kennt den Druck aus eigener Erfahrung.
Die deutsche Skisprung-Ikone im Profil
Geboren am 9. November 1974 in Erlabrunn im Erzgebirge, machte sich Hannawald bereits in der DDR einen Namen. Nach der Wende wechselte er ins Ski-Internat Furtwangen und startete seine Weltkarriere. Der Höhepunkt: Am 6. Januar 2002 gewann Hannawald das Skispringen in Bischofshofen und damit als erster Springer überhaupt alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee innerhalb einer Saison.
«Bei einem Millimeter alle rausschmeißen» – Hannawalds Forderung
Die aktuellen Olympischen Spiele stehen für Hannawald unter besonderer Beobachtung. Bei der WM 2025 in Trondheim waren norwegische Betreuer bei der Manipulation von Sprunganzügen erwischt worden, der Ruf der Sportart hat seither gelitten, weshalb Skispringen in dieser Saison weiter unter Beobachtung steht.
Strenge Kontrollen verdienen laut Hannawald Lob: «Mit Kontrollchef Mathias Hafele lässt sich nicht spielen, jetzt weht ein anderer Wind». Seine klare Position: «Ich sage inzwischen ganz klar: Bei einem Millimeter konsequent alle rausschmeißen, damit wirklich ein Umdenken stattfindet».
Zuschauer registrieren den Wandel
Der 51-Jährige merkt, dass sich bei vielen Zuschauern etwas verändert, gerade bei Disqualifikationen einzelner Athleten heiße es zunehmend: «Okay, es wird wieder strenger, es wird wieder klarer, es geht wieder mehr ums Skispringen und weniger um Tricks».
Medaillenchancen der DSV-Adler bei Olympia 2026
Die deutschen Skispringer gehen mit gemischten Vorzeichen in die Wettkämpfe. Die DSV-Adler hatten zuletzt ihre Schwierigkeiten, während andere Nationen wie Slowenien oder Österreich in Topform sind. Hannawald gibt zu bedenken: «Ohne Glück kann es bitter werden, aber dann ist es so».
Hoffnung bei den Frauen
Bei den Frauen sieht Hannawald durchaus Chancen: Agnes Reisch war zuletzt nah dran am Podest, was bei Olympia in eine Medaille münden kann, und mit Selina Freitag haben die Deutschen eine Athletin, die gefühlt konstant vorne mit dabei war. In Summe hält er bei den Frauen zwei bis drei Medaillen für möglich.
Felix Hoffmann als deutscher Hoffnungsträger
Felix Hoffmann und Philipp Raimund haben sich zuletzt in guter Form gezeigt, wobei Hannawald Hoffmann vorne sieht und hofft, dass er eine Art Vorreiter sein kann. Allerdings mahnt der Experte zur Vorsicht: Die schwierigen Bedingungen mit Rückenwind in Predazzo könnten zum Stolperstein werden.
Domen Prevc – Das Rätsel der Dominanz
Ein Name dominiert die Saison 2025/26: Domen Prevc. Hannawald und Schmitt glauben, dass der slowenische Skispringer Domen Prevc seine Erfolge fortführen kann, da er von allem profitiert und nicht schnell einzufangen ist.
Hannawald ist überzeugt, dass Skisprung-Dominator Domen Prevc eine «Lücke im System» ausnutzt: «Ein entscheidender Punkt ist, dass er seine Schuhe nicht komplett festbindet, was er aber noch nie gemacht hat, dadurch steht er in der Luft mit der Ferse nicht voll auf der Sohle im Sprungschuh». Hannawald betont ausdrücklich, dass dies nicht verboten ist und spricht nicht von Betrug, sondern von einer cleveren Lösung, die lange niemand auf dem Schirm hatte.
| Athlet/Nation | Medaillenchance laut Hannawald | Besonderheit |
|---|---|---|
| Domen Prevc (SLO) | Topfavorit Gold | Nutzt «Lücke im System» mit lockerer Schuhbindung |
| Agnes Reisch (GER) | Medaillenkandidat | Zuletzt nah am Podest |
| Selina Freitag (GER) | Medaillenkandidat | Konstant vorne dabei |
| Felix Hoffmann (GER) | Hoffnungsträger | Gute Form, aber Fragezeichen bei Rückenwind |
| Philipp Raimund (GER) | Außenseiter | Zuletzt gute Leistungen |
| Ryōyū Kobayashi (JPN) | Medaillenkandidat | Routine und Erfahrung |
Hannawalds Leben nach der aktiven Karriere
Heute ist Sven Hannawald 51 Jahre alt und hat seinen Platz in der Sportwelt wiedergefunden als geschätzter TV-Experte, der die Weltcup-Springen und Großereignisse für die ARD an der Seite von Moderation Lea Wagner analysiert. Darüber hinaus hat er sich als Vortragsredner etabliert.
Neben seiner Fernsehtätigkeit hat Hannawald eine zweite Karriere als Vortragsredner aufgebaut und hält Keynotes, in denen er offen über seine Burnout-Erkrankung spricht. Hannawald führt eine Unternehmensberatung für betriebliche Gesundheit und setzt sich bei der «Offensive Psychische Gesundheit» und der «AOK Bayern» als Botschafter ein.
Privatleben und Familie
Der ehemalige Skispringer hat aus seiner früheren Beziehung mit Nadine Lorenz einen Sohn und ist seit 2016 mit seiner Frau Melissa verheiratet, mit der er zwei weitere Kinder hat – einen Sohn und eine Tochter. Sven Hannawald lebt mit seiner Familie in München und ist Mitglied des Ski-Clubs in Hinterzarten.
Häufig gestellte Fragen zu Sven Hannawald
Wann gewann Sven Hannawald den Grand Slam der Vierschanzentournee?
Sven Hannawald gewann am 6. Januar 2002 das Skispringen in Bischofshofen und damit als erster Springer überhaupt alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee innerhalb einer Saison. Dieser historische Erfolg gelang ausgerechnet zum 50. Jubiläum der Tournee.
Welche Rolle hat Sven Hannawald bei Olympia 2026?
Vor Ort in Predazzo ist Sven Hannawald, der die Spiele als Experte für die ARD begleitet. Er analysiert die Wettkämpfe und gibt Einschätzungen zu den Medaillenchancen der deutschen und internationalen Springer ab.
Was war Sven Hannawalds größter sportlicher Erfolg?
Der Grand Slam bei der Vierschanzentournee 2001/02 gilt als Hannawalds größter Triumph. Der 51-Jährige kennt sich selbst gut mit Olympia aus und gewann 2002 in Salt Lake City Silber auf der Normalschanze. Zudem wurde er vierfacher Weltmeister und Olympiasieger im Team.
Warum beendete Sven Hannawald seine Karriere?
Im April 2004 gab sein Management bekannt, dass Hannawald am Burnout-Syndrom leide, und nach erfolgreicher Behandlung gab er im folgenden Jahr beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten seinen Rücktritt bekannt, weil er sich den Strapazen des Profisports nicht mehr aussetzen wollte.
Was macht Sven Hannawald heute beruflich?
Hannawald ist als ARD-Skisprung-Experte tätig, arbeitet als Vortragsredner zu Themen wie mentale Gesundheit und Burnout-Prävention und führt eine Unternehmensberatung für betriebliche Gesundheit. Außerdem engagiert er sich als Botschafter für psychische Gesundheit.
Wie viele Medaillen erwartet Hannawald für Deutschland bei Olympia 2026?
Hannawald hofft auf deutsche Erfolge bei den Olympischen Spielen und hält in Summe bei den Frauen zwei bis drei Medaillen für möglich. Bei den Männern sieht er Felix Hoffmann als Hoffnungsträger, warnt aber vor schwierigen Bedingungen.
Fazit: Eine Stimme mit Gewicht im deutschen Skisport
Sven Hannawald hat sich seit seinem Karriereende 2005 als eine der wichtigsten Stimmen im deutschen Skispringen etabliert. Bei Olympia 2026 beweist er nicht nur sein technisches Fachwissen, sondern auch Mut zur klaren Positionierung. Seine Forderung nach konsequenten Materialkontrollen zeigt, dass ihm die Glaubwürdigkeit seiner Sportart am Herzen liegt.
Für die deutschen Springer zeichnet der Grand-Slam-Gewinner ein realistisches Bild: Bei den Frauen bestehen gute Medaillenchancen, während bei den Männern viel vom Tagesform und Glück abhängen wird. Mit deutschen Athleten in verschiedenen Wintersportarten hofft Deutschland auf erfolgreiche Spiele.
Hannawalds Weg vom gefeierten Champion über den Absturz ins Burnout bis hin zum respektierten TV-Experten und Botschafter für mentale Gesundheit macht ihn zu einer einzigartigen Persönlichkeit im deutschen Sport. Seine offenen Worte zu Regelkontrollen und seine ehrliche Einschätzung der deutschen Chancen unterstreichen seine Glaubwürdigkeit.
Über den Autor
Sven Hannawald ist als ARD-Experte bei den Olympischen Winterspielen 2026 im Einsatz. Der gebürtige Erzgebirgler gewann 2002 als erster und bisher einziger Skispringer alle vier Springen der Vierschanzentournee. Nach seinem Karriereende 2005 kämpfte er sich zurück ins Leben und engagiert sich heute für mentale Gesundheit im Sport.
Teile diesen Artikel
Twitter: «Sven Hannawald bei Olympia 2026: Der Grand-Slam-Gewinner fordert als ARD-Experte strenge Kontrollen und sieht bei den deutschen Springerinnen zwei bis drei Medaillen als möglich an. #Olympia2026 #Skispringen»
LinkedIn: «Die Skisprung-Legende Sven Hannawald begleitet die Olympischen Winterspiele 2026 als ARD-Experte. Der 51-Jährige fordert konsequente Materialkontrollen und gibt realistische Einschätzungen zu den deutschen Medaillenchancen. Seine Erfahrung mit Burnout macht ihn zu einer authentischen Stimme für mentale Gesundheit im Spitzensport.»
Facebook: «Sven Hannawald meldet sich bei Olympia 2026 mit klaren Worten: Der einzige Grand-Slam-Gewinner der Vierschanzentournee fordert strenge Kontrollen im Skispringen und sieht gute Medaillenchancen für die deutschen Springerinnen. Wie die Legende heute lebt und warum er sich für mentale Gesundheit einsetzt, erfahrt ihr im Artikel.»