„Schlafsack auf dem Boden vor dem Fitnessstudio-Kästchen, Coaching-Seminar und morgendliches Shift-Briefing (mit Verkaufslächeln-Übung)“ – schon diese wenigen Stichworte aus dem neuen Film von Koxi zeichnen ein düsteres Bild prekärer Lebensverhältnisse. Der Film Liebhaberinnen wirft einen schonungslosen Blick auf die Situation von Frauen im Spätkapitalismus. Er adaptiert Elfriede Jelineks gleichnamigen Roman und versetzt die Handlung in die heutige Zeit, wobei er jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt, die der literarische Ursprung weckt.

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| Titel | Liebhaberinnen |
|---|---|
| Originaltitel | Liebhaberinnen |
| Regie | Koxi |
| Drehbuch | Koxi, Antonio De Luca |
| Besetzung | Johanna Wokalek, Hannah Schiller |
| Genre | Drama |
| Produktion | COIN FILM |
Unser Eindruck: Eine ambitionierte, aber letztlich wenig überzeugende Adaption von Jelineks Klassiker, die den Biss der Vorlage vermissen lässt.
Liebhaberinnen Film: Eine zeitgemäße Interpretation von Jelinek?
Der Liebhaberinnen Film von Koxi ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Elfriede Jelinek, der die Geschichte zweier Frauen erzählt, die auf unterschiedliche Weise versuchen, in einer von kapitalistischen Zwängen geprägten Gesellschaft zu bestehen. Der Film verlegt die Handlung in die Gegenwart und konfrontiert die Zuschauer mit den Herausforderungen und Ungleichheiten, denen Frauen heute begegnen.
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Brigitte und Paula: Zwei Frauen, zwei Welten
Im Zentrum von „Liebhaberinnen“ stehen Brigitte (Johanna Wokalek), eine Messehostess in den besten Jahren, und Paula (Hannah Schiller), eine Schülerin, die nach Internet-Ruhm strebt. Brigitte, gefangen in einem prekären Arbeitsverhältnis, scrollt durch soziale Medien und stößt auf Paula, deren scheinbar müheloser Aufstieg sie zunehmend obsessiv beschäftigt. Die Begegnung der beiden Frauen wirft die Frage auf, wie Frauen in einer Gesellschaft, die Jugend und Erfolg idealisiert, ihren Wert definieren. (Lesen Sie auch: Serienkiller Film Netflix: Dieser Thriller Lässt Dich…)
Brigitte versucht, ihr Leben neu auszurichten und ihre Ziele kalkuliert zu verfolgen. Doch sind es überhaupt ihre eigenen Ziele? Paula hingegen wählt einen radikaleren Weg, um aus den Erwartungen auszubrechen, die an sie gestellt werden. Die beiden Frauen verkörpern unterschiedliche Strategien im Umgang mit den Herausforderungen des modernen Lebens, die jedoch beide von einem tiefen Gefühl der Entfremdung und Unsicherheit geprägt sind.
Caroline Kox aka Koxi, die Regisseurin von „Liebhaberinnen“, feiert mit diesem Film ihr Spielfilmdebüt. Zuvor war sie vor allem als Komponistin tätig.
Die Jelinek-Vorlage: Eine Bürde für den Film?
Elfriede Jelineks Roman „Liebhaberinnen“ ist bekannt für seine scharfe Kritik an der österreichischen Gesellschaft der 1970er Jahre. Die Figuren sind unsympathisch, die Sprache ist radikal, und die Darstellung von Geschlechterverhältnissen ist schonungslos. Die Adaption von Koxi versucht, diese Elemente in die heutige Zeit zu übertragen, scheitert aber oft daran, die Treffsicherheit und den Biss der Vorlage zu erreichen. Wie Die Zeit berichtet, wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung unangenehmer Situationen, die nicht die gleiche Wirkung erzielen wie Jelineks Beobachtungen.
Ein Problem der Verfilmung liegt darin, dass sie die Figuren selbst achtlos behandelt. Anstatt ihre Motivationen und inneren Konflikte zu ergründen, werden sie oft zu bloßen Objekten der Kritik degradiert. Dadurch verliert der Film an emotionaler Tiefe und vermag es nicht, eine echte Verbindung zum Publikum herzustellen.
Kapitalismus und Sexismus: Ein Teufelskreis?
„Liebhaberinnen“ rechnet mit der prekären Situation von Frauen in einer kapitalistisch-sexistischen Gesellschaft ab. Der Film zeigt, wie Frauen unter dem Druck stehen, sich ständig selbst zu optimieren, um auf dem Arbeitsmarkt und in den sozialen Medien erfolgreich zu sein. Die Protagonistinnen sind gezwungen, sich den Erwartungen anzupassen, die an sie gestellt werden, und ihre eigene Identität zu verraten. (Lesen Sie auch: Cliff Booth Film: Was Erwartet Uns 2026…)
Der Film thematisiert auch die Rolle von sozialen Medien bei der Konstruktion von Identität und Selbstwertgefühl. Paula, die nach Internet-Fame strebt, ist bereit, alles zu tun, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie inszeniert ihr Leben für ein Publikum, das sie kaum kennt, und verliert dabei den Bezug zur Realität. Der Film zeigt, wie soziale Medien zu einem Spiegelbild der gesellschaftlichen Ungleichheiten werden und den Druck auf Frauen noch verstärken können.
Film-Fakten
- Der Film ist das Spielfilmdebüt der luxemburgischen Regisseurin Koxi.
- Er basiert auf dem gleichnamigen Roman der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
- Die Handlung wurde von den 1970er Jahren in die heutige Zeit verlegt.
- Johanna Wokalek und Hannah Schiller spielen die Hauptrollen.
Wie gelingt die filmische Umsetzung?
Die filmische Umsetzung von „Liebhaberinnen“ ist durchwachsen. Einige Szenen sind eindrücklich und fangen die Atmosphäre der Prekarität und Entfremdung gut ein. Andere wirken hingegen übertrieben und konstruiert. Die Kameraarbeit ist solide, aber wenig innovativ. Der Schnitt ist manchmal etwas sprunghaft, was den Fluss der Erzählung stört.
Die Musik von Koxi ist stimmungsvoll und unterstreicht die emotionale Wirkung der Bilder. Allerdings wird sie manchmal zu dominant eingesetzt, was von der eigentlichen Handlung ablenkt. Insgesamt ist die filmische Umsetzung von „Liebhaberinnen“ handwerklich solide, aber es fehlt ihr an Originalität und Eigenständigkeit.
Hier geht’s zum Trailer (Achtung, Überraschung!)
Für wen lohnt sich Liebhaberinnen?
„Liebhaberinnen“ ist ein Film für Zuschauer, die sich für feministische Themen und Gesellschaftskritik interessieren. Wer Elfriede Jelineks Werk schätzt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Verfilmung nicht an die Qualität der Vorlage heranreicht. Wer Filme wie „Systemsprenger“ oder „Girl“ mochte, könnte auch an „Liebhaberinnen“ Gefallen finden, sollte aber keine allzu hohen Erwartungen haben.

Der Film ist kein leicht verdauliches Kino. Er ist anstrengend, deprimierend und oft auch frustrierend. Wer sich darauf einlässt, kann jedoch interessante Einblicke in die Lebensrealität von Frauen im Spätkapitalismus gewinnen. Ob diese Einblicke jedoch wirklich neu sind, ist fraglich. Ähnliche Themen wurden bereits in zahlreichen anderen Filmen und Büchern behandelt. (Lesen Sie auch: Mandalorian Film 2026: Das Erwartet Fans des…)
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet den Liebhaberinnen Film von anderen Jelinek-Verfilmungen?
Im Gegensatz zu früheren Adaptionen versucht Koxi, Jelineks Kritik in die heutige Zeit zu übertragen. Dies gelingt jedoch nur bedingt, da der Film oft zu plakativ und wenig subtil wirkt. Zudem fehlt ihm die sprachliche Brillanz, die Jelineks Werk auszeichnet.
Welche Rolle spielen soziale Medien im Liebhaberinnen Film?
Soziale Medien dienen als Spiegelbild der gesellschaftlichen Ungleichheiten und verstärken den Druck auf Frauen, sich ständig selbst zu optimieren. Paula, die nach Internet-Fame strebt, verkörpert diese Entwicklung auf besonders drastische Weise.
Welche Botschaft möchte der Liebhaberinnen Film vermitteln?
Der Film möchte auf die prekäre Situation von Frauen in einer kapitalistisch-sexistischen Gesellschaft aufmerksam machen und zur Reflexion über gesellschaftliche Normen und Erwartungen anregen. Allerdings bleibt die Botschaft oft zu vage und wenig konkret. (Lesen Sie auch: Die Artful Dodger Staffel 2: Endlich neue…)
Wie ist die schauspielerische Leistung in Liebhaberinnen?
Johanna Wokalek und Hannah Schiller liefern solide schauspielerische Leistungen ab. Allerdings haben sie oft Schwierigkeiten, ihren Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen, da diese oft zu klischeehaft und eindimensional angelegt sind.
Wo kann man den Liebhaberinnen Film sehen?
Informationen zum Kinostart oder Streaming-Verfügbarkeit von «Liebhaberinnen» sind aktuell noch nicht bekannt. Es empfiehlt sich, die Programmankündigungen der Kinos und Streaming-Anbieter im Auge zu behalten. Möglicherweise wird der Film auch auf Festivals gezeigt.
Koxis Liebhaberinnen Film ist ein ambitionierter Versuch, Elfriede Jelineks Roman in die heutige Zeit zu übertragen. Obwohl der Film wichtige Themen anspricht, verfehlt er es letztlich, die Treffsicherheit und den Biss der Vorlage zu erreichen. Die Figuren bleiben blass, die Handlung ist oft konstruiert, und die Botschaft ist wenig originell.
Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betont, sind Geschlechtergleichstellung und die Bekämpfung von Sexismus weiterhin wichtige gesellschaftliche Aufgaben. „Liebhaberinnen“ kann dazu einen Beitrag leisten, auch wenn er nicht vollends überzeugt.




