Mythen und Falschinformationen über angebliche Gesundheitsrisiken von Impfungen verbreiten sich weiterhin rasant in sozialen Medien. Besonders die Behauptung, dass eine Impfung Krebs auslösen könne, sorgt für Verunsicherung in der Bevölkerung. Experten warnen vor der unkritischen Übernahme solcher unbelegten Theorien und fordern eine faktenbasierte Aufklärung über die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Impfungen und Krebserkrankungen.

+
- Wissenschaftliche Grundlagen: Warum Impfung Krebs nicht verursachen kann
- Fehlinterpretationen von Studien: Der Fall der südkoreanischen Untersuchung
- Der Mythos vom "Turbokrebs": Propaganda statt Wissenschaft
- Surveillance-Systeme: Kontinuierliche Überwachung der Impfstoff-Sicherheit
- Konfounding-Faktoren: Warum scheinbare Zusammenhänge täuschen können
- Immunsystem und Krebsprävention: Positive Effekte von Impfungen
- Weiterführende Informationen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und Krebs
- Fehlinterpretierte Studien werden von Impfgegnern zur Verbreitung von Falschinformationen genutzt
- Statistische Korrelationen bedeuten nicht automatisch einen kausalen Zusammenhang
- Experten warnen vor dem Begriff «Turbokrebs» als irreführende Propaganda
Wissenschaftliche Grundlagen: Warum Impfung Krebs nicht verursachen kann
Die moderne Immunologie hat eindeutig belegt, dass herkömmliche Impfstoffe keine krebsauslösenden Eigenschaften besitzen. Professor Dr. Carsten Watzl, renommierter Immunologe aus Dortmund, erklärt die biologischen Grundlagen: «Impfstoffe trainieren unser Immunsystem, bestimmte Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Dabei werden keine genetischen Veränderungen in menschlichen Zellen vorgenommen, die zu Krebs führen könnten.»
Bei mRNA-Impfstoffen, die während der Corona-Pandemie entwickelt wurden, entstanden neue Befürchtungen bezüglich einer möglichen Verbindung zwischen Impfung und Krebs. Diese Sorgen basieren auf einem grundlegenden Missverständnis der Funktionsweise dieser Vakzine. Die in den Impfstoffen enthaltene messenger-RNA wird nicht in das menschliche Genom integriert und kann daher keine dauerhaften genetischen Veränderungen verursachen, die zu Krebserkrankungen führen würden.
Umfangreiche präklinische und klinische Studien mit Millionen von Probanden haben gezeigt, dass die Rate an Krebserkrankungen bei geimpften Personen nicht höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Langzeitbeobachtungen bestätigen diese Erkenntnisse kontinuierlich.
Fehlinterpretationen von Studien: Der Fall der südkoreanischen Untersuchung
Eine in der Fachzeitschrift «Biomarker Research» veröffentlichte südkoreanische Studie sorgte für Aufsehen, da sie scheinbar einen Zusammenhang zwischen Impfung Krebs-Diagnosen aufzeigte. Impfgegner griffen diese Studie sofort auf und interpretierten die Ergebnisse als Beweis für ihre Theorien. Eine genauere wissenschaftliche Analyse offenbart jedoch erhebliche methodische Mängel und Interpretationsfehler.
Die Studie untersuchte Krebsdiagnosen bei Prostata-, Lungen- und Schilddrüsentumoren zwischen geimpften und ungeimpften Personen. Dabei wurde eine statistische Korrelation festgestellt, jedoch keine Kausalität bewiesen. Dr. Watzl erläutert die problematische Interpretation: «Eine statistische Verbindung bedeutet nicht automatisch einen ursächlichen Zusammenhang. Hier wurden wichtige Störfaktoren nicht ausreichend berücksichtigt.» (Lesen Sie auch: Dauersingle Greta Engelfried wäre eigentlich gern schwanger)
Statistische Korrelation und Kausalität sind zwei völlig verschiedene Konzepte. Nur weil zwei Ereignisse zeitlich oder statistisch miteinander verbunden auftreten, bedeutet das nicht, dass eines das andere verursacht.
Die Fachzeitschrift fügte bereits eine Warnung hinzu, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und auf methodische Schwächen zu überprüfen. Mehrere unabhängige Wissenschaftler haben inzwischen Analysen veröffentlicht, die die Schlussfolgerungen der ursprünglichen Studie widerlegen.
Der Mythos vom «Turbokrebs»: Propaganda statt Wissenschaft
Der Begriff «Turbokrebs» kursiert seit geraumer Zeit in impfkritischen Kreisen und suggeriert, dass eine Impfung Krebs-Formen mit besonders aggressivem Verlauf auslösen könne. Onkologen und Immunologen weisen diese Bezeichnung als unwissenschaftliche Propaganda zurück.
Professor Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Universität Köln, erklärt: «Der Begriff ‚Turbokrebs‘ ist medizinisch nicht definiert und wird ausschließlich zur Verunsicherung der Bevölkerung verwendet. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Existenz einer durch Impfungen ausgelösten, besonders aggressiven Krebsform.»
Tatsächlich zeigen internationale Krebsregister keine Zunahme aggressiver Tumorformen seit Beginn der COVID-19-Impfkampagnen. Die normalen Schwankungen in der Krebsinzidenz lassen sich durch bekannte Faktoren wie demografischen Wandel, veränderte Vorsorgeuntersuchungen während der Pandemie und verbesserte Diagnostik erklären.
| Behauptung | Wissenschaftliche Realität | Bewertung |
|---|---|---|
| mRNA verändert DNA | mRNA wird nicht ins Genom integriert | ❌ Falsch |
| Impfung löst «Turbokrebs» aus | Kein Anstieg aggressiver Krebsformen | ❌ Falsch |
| Mehr Krebsfälle bei Geimpften | Störfaktoren nicht berücksichtigt | ❌ Irreführend |
| Langzeitschäden unbekannt | Millionen Dosen ohne Krebszunahme | ❌ Widerlegt |
Surveillance-Systeme: Kontinuierliche Überwachung der Impfstoff-Sicherheit
Weltweit existieren ausgeklügelte Überwachungssysteme, die kontinuierlich mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen erfassen und analysieren. Diese Pharmacovigilance-Programme würden jeden Anstieg von Krebserkrankungen im Zusammenhang mit einer Impfung Krebs-Verbindung sofort erkennen und entsprechende Warnungen aussprechen.
Das Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) in den USA, das europäische EudraVigilance-System und vergleichbare Programme in anderen Ländern haben bisher keine Signale für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und erhöhten Krebsraten gemeldet. Diese Systeme überwachen nicht nur akute Nebenwirkungen, sondern auch Langzeiteffekte über Jahre hinweg.
Passive Meldesysteme wie VAERS sammeln alle gemeldeten Ereignisse nach Impfungen, unabhängig davon, ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Daher müssen alle Meldungen sorgfältig analysiert und bewertet werden.
Aktive Surveillance-Studien, die gezielt große Bevölkerungsgruppen über längere Zeiträume beobachten, liefern noch zuverlässigere Daten. Mehrere solcher Studien mit Millionen von Teilnehmern haben bestätigt, dass geimpfte Personen kein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen.
Konfounding-Faktoren: Warum scheinbare Zusammenhänge täuschen können
Bei der Interpretation von Studien zum Thema Impfung Krebs spielen sogenannte Confounding-Faktoren eine entscheidende Rolle. Diese Störvariablen können scheinbare Zusammenhänge vortäuschen, wo in Wahrheit keine kausale Verbindung besteht.
Dr. Watzl erklärt die wichtigsten Störfaktoren: «Geimpfte Personen sind häufig älter, haben mehr Vorerkrankungen und nehmen regelmäßiger an Vorsorgeuntersuchungen teil. Allein diese Faktoren führen zu einer höheren Entdeckungsrate von Krebserkrankungen, ohne dass die Impfung ursächlich beteiligt wäre.»

Der sogenannte «Healthy User Bias» beschreibt das Phänomen, dass gesundheitsbewusste Menschen eher Präventionsmaßnahmen wie Impfungen in Anspruch nehmen und gleichzeitig häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Dadurch werden bei ihnen Krebserkrankungen früher und häufiger diagnostiziert, was zu einer statistischen Verzerrung führt.
Zusätzlich spielt der «Detection Bias» eine wichtige Rolle: Während der Pandemie wurden viele Vorsorgeuntersuchungen verschoben, was zu einem Rückstau an Diagnosen führte. Als die medizinische Versorgung wieder normalisierte, wurden vermehrt Krebsfälle entdeckt, die zeitlich mit den Impfkampagnen zusammenfielen, aber nicht durch diese verursacht wurden.
Präklinische Studien zeigen keine kanzerogenen Eigenschaften der mRNA-Technologie
Großangelegte Studien mit über 70.000 Probanden bestätigen Sicherheitsprofil ohne Krebsrisiko
Milliarden Impfdosen weltweit verabreicht, kontinuierliche Überwachung zeigt keine Krebszunahme
Mehrjährige Nachbeobachtungen bestätigen Abwesenheit von Langzeit-Krebsrisiken
Immunsystem und Krebsprävention: Positive Effekte von Impfungen
Entgegen der Befürchtungen über eine mögliche Verbindung zwischen Impfung Krebs zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass bestimmte Impfungen sogar vor Krebserkrankungen schützen können. Die HPV-Impfung beispielsweise reduziert das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und andere durch humane Papillomviren verursachte Tumore erheblich.
Auch die Hepatitis-B-Impfung trägt zur Krebsprävention bei, da chronische Hepatitis-B-Infektionen ein wichtiger Risikofaktor für Leberzellkarzinome darstellen. Diese präventiven Effekte unterstreichen die positive Rolle von Impfungen in der Krebsbekämpfung.
Immunologen betonen zudem, dass ein gut funktionierendes Immunsystem, das durch Impfungen trainiert wird, generell besser in der Lage ist, entartete Zellen zu erkennen und zu eliminieren. Die sogenannte Immunsurveillance, die natürliche Krebsabwehr des Körpers, wird durch Impfungen nicht beeinträchtigt, sondern möglicherweise sogar gestärkt.
Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Können mRNA-Impfstoffe tatsächlich Krebs verursachen?
Nein, es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und Krebs. Die messenger-RNA wird nicht ins menschliche Genom integriert und kann daher keine genetischen Veränderungen verursachen, die zu Krebserkrankungen führen würden.
Was ist «Turbokrebs» und gibt es diesen wirklich?
«Turbokrebs» ist ein unwissenschaftlicher Begriff, der von Impfgegnern zur Verunsicherung verwendet wird. Es gibt keine medizinische Definition für diesen Begriff und keine Belege für die Existenz einer durch Impfungen ausgelösten, besonders aggressiven Krebsform.
Warum zeigen manche Studien einen statistischen Zusammenhang zwischen Impfung und Krebs?
Statistische Korrelationen können durch Störfaktoren entstehen, ohne dass ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Geimpfte Personen sind oft älter, haben mehr Vorerkrankungen und gehen häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen, wodurch Krebserkrankungen früher entdeckt werden.
Wie zuverlässig sind die Überwachungssysteme für Impfstoff-Nebenwirkungen?
Die weltweiten Surveillance-Systeme sind sehr effektiv und würden jeden signifikanten Anstieg von Krebserkrankungen nach Impfungen sofort erkennen. Diese Systeme überwachen kontinuierlich Millionen von geimpften Personen über Jahre hinweg.
Gibt es Langzeitdaten zur Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen?
Ja, inzwischen liegen Daten von mehreren Jahren vor, in denen Milliarden von Impfdosen verabreicht wurden. Diese Langzeitbeobachtungen zeigen kein erhöhtes Krebsrisiko bei geimpften Personen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.
Können Impfungen das Immunsystem schwächen und dadurch Krebs begünstigen?
Im Gegenteil: Impfungen stärken das Immunsystem, indem sie es trainieren, Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Die natürliche Krebsabwehr des Körpers wird durch Impfungen nicht beeinträchtigt, sondern möglicherweise sogar verbessert.
Fazit: Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Es gibt keinen belegbaren Zusammenhang zwischen Impfung Krebs-Erkrankungen. Fehlinterpretierte Studien, methodische Mängel und gezielte Desinformation haben zu unbegründeten Ängsten geführt. Experten appellieren an die Bevölkerung, sich ausschließlich auf seriöse, wissenschaftlich fundierte Quellen zu verlassen und nicht auf irreführende Begriffe wie «Turbokrebs» hereinzufallen. Die kontinuierliche Überwachung von Millionen geimpfter Personen bestätigt die Sicherheit moderner Impfstoffe und ihre wichtige Rolle im Gesundheitsschutz.




