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Der 23. Februar 2026 rückt die komplexe Geschichte und die angespannte Gegenwart Russlands erneut in den Fokus. An diesem Datum wird der „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ gefeiert, ein Feiertag mit tiefen militärischen Wurzeln. Ursprünglich zur Ehrung der Roten Armee eingeführt, hat sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit gewandelt und ist heute, besonders vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, politisch stark aufgeladen und äußerst umstritten.
Das Wichtigste in Kürze
- Offizieller Name: Der 23. Februar ist in Russland als „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ (День защитника Отечества) bekannt.
- Historischer Ursprung: Der Tag geht auf die Gründung der Roten Armee im Jahr 1918 zurück und wurde als „Tag der Roten Armee“ in der Sowjetunion eingeführt.
- Moderne Bedeutung: Heute ehrt der Tag alle russischen Soldaten und wird oft als „Männertag“ verstanden, als Gegenstück zum Internationalen Frauentag am 8. März.
- Politische Instrumentalisierung: Seit 2022 wird der Feiertag von der russischen Regierung intensiv genutzt, um Patriotismus und die Unterstützung für den Krieg in der Ukraine zu fördern.
- Internationale Wahrnehmung: Im Westen und insbesondere in Deutschland wird der 23. Februar kritisch gesehen und als Symbol des russischen Militarismus wahrgenommen.
- Kontroverse in Deutschland: Aufgrund des Ukraine-Krieges führt die Feier des Tages auch in Deutschland zu Debatten und wird von vielen als unangebracht empfunden.
- Datumskontext: Der Feiertag liegt unmittelbar vor dem Jahrestag des Beginns der russischen Vollinvasion in die Ukraine am 24. Februar 2022.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der 23. Februar genau?
- Die Geschichte hinter dem „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“
- Wie wird der 23. Februar in Russland heute gefeiert?
- Warum ist der Feiertag so umstritten?
- Die Wahrnehmung in Deutschland und Europa
- Fazit: Ein Tag zwischen Tradition und Propaganda
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum 23. Februar
Der 23. Februar ist ein Datum, das heute, am 23.02.2026, weit mehr als nur ein nationaler Feiertag in Russland ist. Er steht symbolisch für eine tief verwurzelte Militärtradition, die in der aktuellen geopolitischen Lage eine neue, brisante Dimension erhält. Ursprünglich zur Feier der Gründung der Roten Armee ins Leben gerufen, hat sich der Tag zu einer allgemeinen Ehrung des Militärs und inoffiziell zu einem „Tag der Männer“ entwickelt. Allerdings ist die unkritische Feier dieses Tages angesichts der andauernden Aggression gegen die Ukraine kaum noch möglich und führt zu internationalen Spannungen.
Was ist der 23. Februar genau?
Offiziell ist der 23. Februar der „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“. Er ist ein staatlicher Feiertag in der Russischen Föderation und wird auch in einigen anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion begangen. Im Kern ist es ein Tag des Militärs, der die Streitkräfte ehren soll. Im gesellschaftlichen Alltag hat er sich jedoch zu einem Feiertag entwickelt, an dem Männer aller Altersgruppen und Berufe beschenkt werden, ähnlich wie Frauen am Internationalen Frauentag. Deshalb wird er oft als „Männertag“ bezeichnet, was seine militärische Herkunft etwas in den Hintergrund rückt.
Vom „Tag der Roten Armee“ zum „Männertag“
Die Transformation des Feiertags spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen in Russland wider. Während er in der Sowjetzeit eine rein ideologische und militärische Funktion hatte, wurde er nach 1991 zu einem breiteren kulturellen Phänomen. Folglich gratulieren Frauen männlichen Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen, unabhängig davon, ob diese einen Wehrdienst geleistet haben oder nicht. Dennoch bleibt der militärische Charakter durch Paraden und offizielle Zeremonien stets präsent.
Die Geschichte hinter dem „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“
Die Ursprünge des Feiertags sind historisch komplex und teilweise mythisch verklärt. Das Datum soll an die ersten Massenrekrutierungen für die Rote Armee im Jahr 1918 erinnern, die zur Verteidigung des jungen Sowjetstaates gegen die Truppen des Deutschen Kaiserreichs notwendig wurden. Laut sowjetischer Geschichtsschreibung errang die neu formierte Rote Armee an diesem Tag ihre ersten wichtigen Siege. Historiker bewerten diese Darstellung allerdings kritisch. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beschreibt, wie solche Feiertage oft zur Mythenbildung und staatlichen Identitätsstiftung genutzt wurden.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der Feiertag beibehalten und 1995 in „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ umbenannt. Damit sollte eine Kontinuität zur zaristischen Militärgeschichte hergestellt und der ideologische Bruch mit dem Kommunismus vollzogen werden. Seit 2002 ist der Tag in Russland wieder ein arbeitsfreier Feiertag, was seine Bedeutung im öffentlichen Leben zusätzlich unterstreicht.
Wie wird der 23. Februar in Russland heute gefeiert?
Die Feierlichkeiten zum 23. Februar sind vielfältig und reichen von privaten Gesten bis zu staatlich organisierten Großveranstaltungen. Im familiären und beruflichen Umfeld erhalten Männer kleine Geschenke und Glückwünsche. Im öffentlichen Raum dominieren jedoch militärische Zeremonien. Es finden landesweit Militärparaden statt, und der russische Präsident legt traditionell einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Diese Zeremonien werden im Staatsfernsehen übertragen und dienen der Zurschaustellung militärischer Stärke.
Video-Empfehlung: Um die historischen Hintergründe besser zu verstehen, empfehlen wir ein Video von einem Kanal wie „MrWissen2go Geschichte“ auf YouTube, der die Entstehung der Sowjetunion und die Rolle der Roten Armee erklärt.
(Hier könnte ein YouTube-Video eingebettet werden, das die Geschichte der Roten Armee oder sowjetische Feiertage thematisiert.)
Warum ist der Feiertag so umstritten?
Die Kontroverse um den 23. Februar hat sich seit dem Beginn der Vollinvasion in die Ukraine am 24. Februar 2022 massiv verschärft. Der Feiertag wird von der russischen Führung gezielt als Propagandainstrument eingesetzt, um die Armee zu glorifizieren und die Bevölkerung hinter dem Krieg zu vereinen. Reden von Wladimir Putin an diesem Tag betonen die angebliche Notwendigkeit, das „Vaterland“ gegen äußere Feinde zu verteidigen, womit die NATO und die Ukraine gemeint sind.
Für die Ukraine und viele westliche Beobachter ist der Tag daher ein Symbol für ungebrochenen russischen Imperialismus und Militarismus. Die Feierlichkeiten wirken wie eine Verhöhnung der Opfer des Angriffskrieges. Die zeitliche Nähe zum Jahrestag der Invasion verleiht dem Datum eine besonders zynische Note. Ähnlich wie bei anderen öffentlichen Ereignissen, wie dem Berlinale Eklat, werden auch hier politische Botschaften transportiert, die international auf scharfe Kritik stoßen.
Die Wahrnehmung in Deutschland und Europa
In Deutschland, wo eine große russischsprachige Diaspora lebt, führt der 23. Februar zu Spannungen. Während einige den Tag aus alter Gewohnheit im privaten Kreis feiern, distanziert sich die Mehrheit von den militaristischen und nationalistischen Aspekten. Öffentliche Feiern oder Sympathiebekundungen für die russische Armee sind seit 2022 in Deutschland undenkbar und stoßen auf breite gesellschaftliche Ablehnung. Deutsche Medien berichten an diesem Tag meist kritisch und ordnen ihn in den Kontext des Ukraine-Krieges ein, wie Wikipedia ebenfalls dokumentiert.
Die Diskussionen ähneln denen über andere internationale Großereignisse, bei denen Politik und Sport oder Kultur aufeinandertreffen. Man fragt sich, wo die Grenze zwischen Tradition und politischer Propaganda verläuft, eine Frage, die auch im Kontext von Sportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen relevant ist. Mehr dazu können Sie in unserem Artikel „Wo Finden die nächsten Olympischen Winterspiele Statt?“ nachlesen.
| Aspekt | Offizielle Bedeutung in Russland | Wahrnehmung in Deutschland/Westen |
|---|---|---|
| Fokus | Ehrung der Armee, Patriotismus, Männlichkeit | Symbol für russischen Militarismus und Aggression |
| Historischer Bezug | Gründung der heroischen Roten Armee | Sowjetische Vergangenheit, totalitäre Tradition |
| Aktueller Kontext | Propaganda für den Ukraine-Krieg | Verhöhnung der Kriegsopfer, Bedrohung |
| Gesellschaftl. Feier | Militärparaden, Geschenke für Männer | Kritische Berichterstattung, Proteste |
Fazit: Ein Tag zwischen Tradition und Propaganda
Der 23. Februar ist ein Feiertag mit zwei Gesichtern. Einerseits ist er für viele Menschen in Russland eine tief verwurzelte Tradition, ein Tag, um männliche Familienmitglieder zu ehren. Andererseits lässt sich seine massive Instrumentalisierung durch den Kreml zur Rechtfertigung und Glorifizierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht ignorieren. Für ein deutsches und europäisches Publikum ist es deshalb entscheidend, die historischen Schichten dieses Datums zu verstehen, um die heutige, aggressive Symbolik richtig einordnen zu können. Der Tag des Verteidigers des Vaterlandes ist somit mehr als ein Feiertag – er ist ein Spiegel der politischen Realität im Russland des Jahres 2026.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum 23. Februar
Was feiert Russland am 23. Februar?
Am 23. Februar feiert Russland den „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“. Es ist ein staatlicher Feiertag zu Ehren der russischen Streitkräfte und wird gesellschaftlich oft als „Männertag“ begangen.
Ist der 23. Februar ein Feiertag in Deutschland?
Nein, der 23. Februar ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Er hat nur in Russland und einigen anderen postsowjetischen Staaten eine offizielle Bedeutung.
Warum ist der 23. Februar heute so umstritten?
Der Feiertag ist umstritten, weil er von der russischen Regierung zur Propaganda für den Krieg gegen die Ukraine genutzt wird. Er glorifiziert das Militär und steht im Westen als Symbol für russische Aggression, insbesondere da die Vollinvasion am 24. Februar 2022 begann.
Was war der ursprüngliche Name des Feiertags?
Ursprünglich hieß der Feiertag in der Sowjetunion „Tag der Roten Armee und Flotte“. Nach dem Zerfall der UdSSR wurde er in „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ umbenannt.
Gibt es an diesem Tag Militärparaden?
Ja, in vielen russischen Städten finden am 23. Februar Militärparaden und offizielle Zeremonien statt. Die größte Veranstaltung findet traditionell in Moskau auf dem Roten Platz statt, oft unter Teilnahme des Präsidenten.